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Rheinmetall Für Deutschland nur die Nebenrolle im Panzergeschäft

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Klare Vision

Die größten Rüstungsschmieden der Welt
Rüstung Quelle: dapd
Krauss-Maffei Wegmann Quelle: dapd
Diehl Stiftung Quelle: dpa/dpaweb
ThyssenKrupp Quelle: dpa
 Rheinmetall Quelle: dpa/dpaweb
Thales Quelle: REUTERS
Finmeccanica Quelle: REUTERS

Das haben die Düsseldorfer bereits seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts kommen sehen und entsprechend im Ausland Werke aufgebaut oder Gemeinschaftsunternehmen mit Partnern gegründet. Zwar gilt Rheinmetall besonders im Panzergeschäft noch als deutsches Unternehmen. De facto machen die Düsseldorfer jedoch nicht mal die Hälfte ihres Geschäfts in Deutschland.

Doch das ist Papperger noch zu viel. Bei ihm mögen die Pläne etwas hölzerner und weniger kommandeurshaft als bei Eberhardt sowie vom Blatt abgelesen klingen, etwa durch Formulierungen wie "Payback beim R+D Prozess", also dass sich Forschung auszahlen muss. Doch die Vision ist klar. Künftig spielt Deutschland eher eine Nebenrolle neben den Ländern, wo es bei Autos und Panzern nebst Munition noch Wachstum gibt. Bereits im vergangenen Jahr stammte nicht mal die Hälfte der Rüstungsaufträge dem Wert nach aus Europa und davon wiederum nur knapp die Hälfte aus Deutschland. Noch 2011 waren fast 60 Prozent der Order europäisch.

Aus diesen Börsengängen ist nichts geworden
Die im Mai oder Juni erwartete Wiederaufnahme von Börsengängen in China dürfte sich einem Zeitungsbericht zufolge noch bis Juli verzögern. Die Behörden machten sich Sorgen über den Zustand der Wirtschaft und würden deshalb erst im dritten Quartal wieder IPOs zulassen, hieß es in dem amtlichen "China Securities Journal". Die Börsenaufsicht hatte die Genehmigung von Börsengängen im Oktober eingestellt, um das Angebot zu drosseln, den Aktienmarkt zu stabilisieren und die Qualität der IPOs zu verbessern. Viele Branchenkenner hatten erwartet, dass die Behörde im Mai oder Juni eine Wiederaufnahme ankündigen wird. Im vergangenen Jahr bot sich an den westlichen Märkten ein ganz ähnliches Bild - wenn auch nicht ausschließlich krisenbedingt. Quelle: dpa
Das Logo der Rheinmetall AG Quelle: dpa
Die Zentrale des Versicherungskonzerns Talanx Quelle: dpa/dpaweb
Luxury clocks and watches are displayed inside a Graff Diamonds store at Peninsula Hotel in Hong Kong Quelle: REUTERS
Spanish Formula One driver Fernando Alonso of Ferrari steers his car Quelle: dpa
workers fixing a huge advertising banner of German company Evonik Quelle: REUTERS
Energiesparlampen werden am 26.08.2009 bei Osram in Augsburg (Schwaben) in Verkaufsverpackungen abgepackt. Quelle: dpa

Sein Vorgehen nennt Papperger - im Stil der Fluglinien - Hubstrategie. Aber im Gegensatz zur Fliegerei plant er kein Drehkreuz, an dem umgeladen wird, sondern einen Produktionsschwerpunkt aus dem heraus exportiert wird. Deutschland ist nur noch einer davon, wichtig vor allem wegen der Nähe zum Referenzkunden Bundeswehr, den Universitäten mit ihrer hochwertigen Forschung und den Zentralen der großen Autohersteller.

Beim Export hingegen geht es um die anderen Hubs vor Südafrika und Australien. Hier ist Rheinmetall bisher vor allem präsent, weil ein lokaler Anbieter leichter Aufträge vor Ort bekommt. Aber ebenso geht es natürlich auch darum, den immer strengeren und nicht immer genau berechenbaren Exportkontrollen für Kriegsgerät hierzulande zu entkommen.

Auch wenn Rheinmetall das nicht herausstreicht, ein Blick in Pappergers Unterlagen zeigt die Zielrichtung. Von Russland aus führen die Pfeile in Richtung Zentralasien und Kaukasus, von Australien nach Indonesien sowie "Ostasien", wie Papperger auf Nachfrage betont, und von Südafrika in Richtung Golfregion, Zentralafrika und Südamerika.

Industrie



Und das ist erst der Anfang. Denn auch in Lateinamerika will Papperger bald eine eigene Fertigung aufbauen. Zwar will er das noch nicht als Ankündigung für einen Deal verstanden sehen. Aber er denkt an Werke in Brasilien und vielleicht auch Chile. Und weil diese Staaten den sensiblen Sicherheitssektor zunehmend in Eigenregie betreiben wollen, kann er sich auch Joint Ventures oder wohl auch Minderheitsbeteiligungen vorstellen.

Nur in einem Bereich wirkte Papperger heute etwas unsicher. Bei der Frage zu den Umständen einer Korruptionsermittlung in Indien gegen Ende der Konferenz, wirkte er ein wenig überrascht wenn nicht unsicher, obwohl er eigentlich gute Argumente hatte. Schließlich hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bescheinigt, der Konzern habe keinen Fehler gemacht.

Das hätte sein Vorgänger möglicherweise etwas besser rübergebracht. Bei den entscheidenden Punkten hat Papperger seine Rolle gefunden und eingenommen.

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