Rheinmetall und Atlas Elektronik Griechenland will deutsche Rüstungsschmieden verklagen

Hundert Millionen Euro will Griechenland an Schadenersatz fordern - von deutschen Rüstungsfirmen. Die Unternehmen stehen im Verdacht, Schmiergelder gezahlt zu haben.

Die größten Rüstungsexporteure der Welt
Israelische Panzer nahe dem Gaza-Streifen Quelle: dpa
Frauen gehen an einem ukrainischen Panzer in Debaltseve vorbei Quelle: REUTERS
Italienische Soldaten in einem 1100 Fiat 508 Quelle: dpa
Spanische Soldaten neben einem Spanischen Humvee Quelle: AP
U.S. Navy F-18 Hornet jet fighter Quelle: REUTERS
Französische Soldaten im Libanon Quelle: dpa
Marinesoldaten auf einem Speedboat vor der Fregatte Lübeck Quelle: AP
Chinesische Soldaten hissen die Nationalflagge Quelle: REUTERS
Platz 2: RusslandWeil der Staat seine Lieferungen um 27 Prozent erhöhen konnte, bleibt Russland zweitgrößter Exporteur nach den USA. Vor allem nach Indien, China und Algerien liefert Russland Waffen. Besonders heikel sind auch Lieferungen nach Syrien. Quelle: dpa
Ein Mitglied der US Navy prüft einen Helikopter Quelle: dpa

Die griechische Regierung geht gegen deutsche Rüstungsfirmen wegen des Verdachts von Schmiergeldzahlungen vor. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums in Athen sagte, die Schadenersatzforderungen summierten sich auf mehr als 100 Millionen Euro.

Untersuchungen liefen gegen den deutsch-französischen Hubschrauberhersteller Eurocopter sowie die Rüstungsschmieden Rheinmetall, STN und Atlas Elektronik. Den Unternehmen werde vorgeworfen, Bestechungsgeld gezahlt zu haben, um an Aufträge zu kommen. Eine Eurocopter-Sprecherin wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Ein Sprecher von Rheinmetall erklärte, man habe von neuen Ermittlungen keine Kenntnis. Eine Stellungnahme von Atlas Elektronik war zunächst nicht zu erhalten.

Große deutsche Rüstungskonzerne

"Es handelt sich um eine Serie von Fällen, nicht nur deutschen, aber hauptsächlich deutschen", sagte der Vertreter des griechischen Verteidigungsministeriums. Griechenland hoffe auf Entschädigungen in Millionenhöhe. "Jede Firma, die der Bestechung beschuldigt wird und weiter Geschäfte mit Griechenland machen will, sollte zu einer außergerichtlichen Lösung kommen."

Die Regierung hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, die Ausschreibungsverfahren für Militärgüter zu überarbeiten und transparenter zu machen.

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Im Dezember hatte eine Rheinmetall-Tochter ein Bußgeld von 37 Millionen Euro in Deutschland im Zusammenhang mit Schmiergeldzahlungen in Griechenland bezahlt. Griechenland hatte im vergangenen Jahrzehnt gemessen an seiner Wirtschaftsleistung die höchsten Rüstungsausgaben in der Europäischen Union. Dies war einer der Gründe für die heute enorme Verschuldung des Landes. Mehrere Rüstungskonzerne gerieten wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen unter Druck.

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