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Riads Ölkonzern Saudi Aramco will 150 Milliarden Dollar in Gas-Geschäft investieren

Der Ölkonzern Saudi Aramco hat eigenen Angaben zufolge zahlreiche Absichtserklärungen und Verträge in Höhe von rund 27,5 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Zudem will er Milliarden ins Gas- und Chemie-Geschäft stecken.

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Der saudi-arabische Energiekonzern Saudi Aramco geht für die nächsten zehn Jahre von 250 Milliarden Dollar Investitionen im Gas- und Chemie-Geschäft aus. Aramco-Chef Amin Nasser sagte am Dienstag in Dubai, allein 150 Milliarden Dollar seien für den Ausbau des Gas-Bereichs erforderlich. Die Produktion solle um knapp zwei Drittel auf 23 Milliarden Kubikfuß pro Tag steigen. Der Konzern wolle dadurch auch erstmals in der Lage sein, Gas zu exportieren. Dazu soll das Vorhaben des Königreichs beitragen, in fünf bis sechs Jahren zehn Prozent seines Energie-Bedarfs über erneuerbare Energien zu decken. Zum Ausbau des Chemie-Geschäfts seien in den kommenden zehn Jahren zudem Investitionen von 100 Milliarden Dollar geplant. Das Geld komme zu der Summe für mögliche Zukäufe noch hinzu.

Bei einer Konferenz hat Saudi Aramco zudem nach eigenen Angaben zahlreiche Absichtserklärungen und Verträge in Höhe von rund 27,5 Milliarden US-Dollar (24,2 Milliarden Euro) unterzeichnet. Unter den beteiligten Firmen sei auch Siemens, teilte das staatliche Unternehmen am Montag mit. Details nannte der Konzern nicht. Siemens bestätigte auf Anfrage, Absichtserklärungen unterzeichnet zu haben, machte aber keine Angaben zur Höhe oder zum konkreten Inhalt der Vorhaben. Es handele sich nicht um fertige Verträge.

Siemens-Chef Joe Kaeser war trotz politischer Spannungen nach der Tötung des saudischen Regimekritikers Jamal Khashoggi zu einer Ausstellung und Podiumsdiskussion von Aramco nach Saudi-Arabien gereist. Vor rund einem Monat hatte Kaeser noch eine Teilnahme an einem internationalen Investment-Forum der saudischen Regierung abgesagt. Zunächst hatte es geheißen, dass keine politischen Konsultationen oder Vertragsunterzeichnungen geplant seien. Im Vorfeld der Reise hatte Kaeser betont, es sei wichtig, den Dialog mit saudischen Kunden auch in schwierigen Zeiten aufrecht zu halten.

Im August war bekannt geworden, dass Saudi-Aramco seinen Mega-Börsengang auf Eis gelegt hat. Geplant war, fünf Prozent des weltgrößten Öl-Exporteurs für bis zu 100 Milliarden Dollar zu platzieren. Unter potenziellen Anlegern hatte es aber Zweifel gegeben, ob der Konzern tatsächlich zwei Billionen Dollar wert ist.

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