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Roche, Asos, Danone Die Quartalszahlen des Tages

Roche Tabletten vor Roche Logo Quelle: REUTERS

Netflix widerlegt Zweifel mit einem deutlichen Nutzerwachstum, Roche bekräftigt nach einem Umsatzplus seine Jahresziele. Fresenius ist dagegen weniger optimistisch. Die Quartalszahlen des Tages im Überblick.

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Roche bekräftigt nach Umsatzplus Jahresziele
Der Schweizer Roche-Konzern trotzt der zunehmenden Konkurrenz durch günstigere Nachahmermedikamente für seine wichtigen Krebsmedikamente und sieht sich nach neun Monaten auf Kurs zu den Jahreszielen. Im Zeitraum Januar bis September stieg der Umsatz – Wechselkurseinflüsse ausgeschlossen – um sieben Prozent auf 42,08 Milliarden Franken (36,74 Milliarden Euro), wie der Arzneimittelhersteller aus Basel am Mittwoch mitteilte. Roche übertraf damit die Erwartungen der Analysten leicht. Schub kam vor allem von den neu auf den Markt gebrachten Medikamenten wie Ocrevus gegen Multiple Sklerose und Hemlibra gegen die Bluterkrankheit. Hingegen halbierten sich die Verkaufserlöse des starker Konkurrenz durch Nachahmermedikamente ausgesetzten milliardenschweren Blutkrebsmittels MabThera in Europa nahezu.

Im gesamten Jahr peilt Roche weiterhin ein Umsatzplus um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag an. Auch am Gewinnziel hält das Unternehmen fest. Gewinnzahlen veröffentlicht Roche nur zum Halbjahr und am Jahresende.

Fresenius nach Enttäuschungen bei Töchtern weniger optimistisch
Der Gesundheitskonzern Fresenius blickt angesichts schleppender Geschäfte bei einigen Töchtern skeptischer auf das Gesamtjahr. Beim währungsbereinigten Umsatzwachstum werde 2018 voraussichtlich nur das untere Ende der ursprünglichen Spanne von fünf bis acht Prozent erreicht, teilte das Unternehmen am späten Dienstagabend mit. Auch beim währungsbereinigten Konzernergebnis soll nur das untere Ende der ursprünglichen Spanne von sechs bis neun Prozent erreicht werden.
Hintergrund sind den Angaben zufolge enttäuschend gelaufene Geschäfte bei der Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) und der Klinikkette Helios. Hier hätten Umsatz und Ergebnis unter den Erwartungen des Unternehmens gelegen, hieß es. Die sehr gute Entwicklung beim Infusionsspezialisten Kabi habe dies nur zum Teil ausgeglichen.

FMC, deren Aktien ebenso wie die des Mutterkonzern im Dax notiert sind, senkte in einer eigenen Mitteilung die Ziele für das Gesamtjahr. Demnach soll das währungsbereinigte Umsatzwachstum 2018 „aufgrund des unerwartet schwachen Geschäfts mit Gesundheitsdienstleistungen in Nordamerika und den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in bestimmten Schwellenländern“ nur noch bei zwei bis drei Prozent liegen. Bisher hatte das Ziel bis fünf bis sieben Prozent gelegen. Das währungsbereinigte Wachstum des auf die Anteilseigner entfallenden Konzernergebnisses auf vergleichbarer Basis dürfte nun noch bei elf bis zwölf Prozent (zuvor: 13-15) liegen.

United Continental erfreut Anleger
Die US-Fluggesellschaft United Continental (UAL) blickt trotz kräftig gestiegener Treibstoffkosten noch positiver auf das Gesamtjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) werde bei 8,00 bis 8,75 Dollar liegen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zuvor war UAL von 7,25 bis 8,75 US-Dollar ausgegangen. Anleger zeigten sich begeistert, der Aktienkurs legte in einer ersten Reaktion um bis zu 5 Prozent zu.
„Wir sind so zuversichtlich wie noch nie, dass wir unsere ehrgeizigen Ergebnisziele für 2020 erreichen“, sagte UAL-Chef Oscar Munoz. Im dritten Quartal steigerte UAL den Umsatz um 11,2 Prozent auf 11 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte unter dem Strich gar um fast ein Drittel auf 836 Millionen Dollar zu.

Netflix zieht unterwartet viele Neukunden an
Netflix hat mehr neue Kunden gewonnen als von Experten vorhergesagt und damit seine Aktie auf einen Höhenflug geschickt. Der Internet-Filmdienst gab am Dienstag nach US-Börsenschluss einen Anstieg der Streamingkunden-Zahl um sieben Millionen im dritten Quartal bekannt, etwa 1,8 Millionen mehr als von Analysten erwartet. Damit hat der US-Konzern weltweit 137 Millionen Zuschauer. Der Nettogewinn stieg auf 402,8 Millionen Dollar nach 129,6 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz lag mit vier Milliarden Dollar im Rahmen der Expertenerwartungen. Im nachbörslichen Handel stieg die Netflix-Aktie um 14 Prozent.

Schwaches Mainframe-Geschäft verhagelt IBM-Bilanz
Eine schwächere Nachfrage nach Mainframes hat dem Traditions-IT-Konzern einen Umsatz unter Experten-Erwartungen beschert. Der Gesamtumsatz fiel im dritten Quartal um 2,1 Prozent auf etwa 18,8 Milliarden Dollar, während Experten 19,1 Milliarden erwartet hatten. IBM-Aktien fielen im nachbörslichen Handel 3,8 Prozent.
Höhere Preise kurbeln Kerngewinn von Akzo Nobel an
Höhere Preise und Kosteneinsparungen haben im dritten Quartal für einen Anstieg des Kerngewinns des niederländischen Farbenherstellers von acht Prozent auf 243 Millionen Euro gesorgt. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 2,33 Milliarden Euro zurück.

Zalando-Rivale Asos steigert Gewinn - „Riesiges“ Potenzial
Der britische Zalando-Konkurrent Asos rechnet nach einem Gewinn- und Umsatzsprung im vergangenen Geschäftsjahr mit weiterhin starkem Wachstum. „Das Potenzial für unser Geschäft ist riesig“, sagte Firmenchef Nick Beighton am Mittwoch. Der Online-Modehändler verdiente in dem Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 vor Steuern 102 Millionen Pfund (umgerechnet 116 Millionen Euro). Das waren 28 Prozent mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Die Umsätze stiegen um gut ein Viertel auf 2,4 Milliarden Pfund (2,7 Milliarden Euro). Auch die Zahl der aktiven Kunden habe deutlich zugelegt.

Gerade die jungen Käufer bestellen immer mehr Kleider im Internet bei Asos oder der ebenfalls britischen Boohoo. Das macht den angestammten Modehäusern wie H&M und Marks & Spencer zu schaffen. Auch Zalando versucht, die britischen Rivalen auf Abstand zu halten. Wegen umfangreicher Rabattaktionen musste der Online-Modehändler zuletzt seine Prognosen einstampfen.

An der Börse kam Asos mit den Ergebnissen gut an. Die in London notierten Aktien legten rund 14 Prozent zu. „Asos ist einer der Gewinner in der Modebranche, weil immer mehr in den Onlinebereich verlagert wird“, sagte Analyst Greg Lawless vom Brokerhaus Shore Capital.

Chipausrüster ASML mit Gewinnsprung
Der niederländische Chipausrüster hat im dritten Quartal seinen Nettogewinn auf 680 (Vorjahr: 557) Millionen Euro gesteigert und damit die Schätzungen der von Reuters befragten Analysten von 671 Millionen Euro übertroffen. Den Auftragseingang bezifferte ASML auf 2,2 Milliarden Euro. Zudem rechnet das Unternehmen mit einem verstärkten Wachstum 2019, da die Nachfrage nach Speicher- und sonstigen Chips weiter gesund bleiben dürfte.

Danone wächst langsamer
Danone bekommt einen abflauenden Boom im Geschäft mit Baby-Nahrung in China zu spüren. Das Umsatzwachstum verlangsamte sich deswegen im dritten Quartal deutlich, wie der weltgrößte Joghurt-Hersteller mit Marken wie Actimel und Activia am Mittwoch mitteilte. Die Erlöse legten auf vergleichbarer Basis nur noch um 1,4 Prozent zu nach einem Plus von 3,3 Prozent im zweiten Quartal und sogar 4,9 Prozent zu Jahresanfang. Die positiven Folgen für die Nachfrage durch den kräftigen Anstieg der Geburtenrate in der Volksrepublik nach dem Ende der Ein-Kind-Politik 2016 und dem gleichzeitigen Anwachsen einer zahlungskräftigen Mittelschicht ebbten ab, erklärte der französische Konzern. Der Umsatz mit Säuglingsprodukten fiel in China um 20 Prozent.

Noch im zweiten Quartal war er um rund 30 Prozent gewachsen, vor Jahresfrist sogar um mehr als 50 Prozent. Etwas ausgeglichen werden konnte dies durch bessere Geschäfte mit Mineralwasser in Europa dank des heißen Sommers. Auch das Geschäft mit Milchprodukten in Europa stabilisiere sich weiter. An den Zielen für das Gesamtjahr hielt Danone daher fest.

Zooplus bekräftigt Umsatzprognose
Der Münchner Internet-Tierfutterhändler hat nach einem kräftigen Wachstum der Erlöse im dritten Quartal seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr bestätigt. In dem abgelaufenen drei Monatszeitraum legte der Umsatz binnen Jahresfrist um 19 Prozent auf 331 Millionen Euro zu. Der Vorstand bekräftigte daraufhin das Ziel eines Umsatzwachstums für 2018 von 21 bis 23 Prozent.

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