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Rohstoffe Der niedrige Ölpreis ist ein Systemrisiko

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Tiefe Ölpreise, hohe Abschreibungen

Zwischen 2000 und 2013 hat die weltweite Ölindustrie ihre jährlichen Ausgaben für Exploration und Produktion von 250 Milliarden auf knapp 700 Milliarden Dollar erhöht. In den USA kamen zuletzt 30 Prozent der gesamten Kapitalinvestitionen aus dem Energiesektor. Zahlreiche dieser Investitionen stehen jetzt im Risiko. Bei anhaltend tiefen Ölpreisen drohen gewaltige Abschreibungen.

Der Frackingboom in den USA ist vor allem auf Schulden aufgebaut. Ein großer Teil davon wurde von bonitätsschwachen Unternehmen über die Ausgabe von Hochzinsanleihen (Junk Bonds) aufgenommen. Doch defizitäre Unternehmen mit strapazierten Bilanzen werden jetzt nicht mehr so mühelos alte Schulden refinanzieren und neue Schulden aufnehmen können.

Etwa 15 Prozent aller Junk Bonds wurden von Unternehmen mit einem Bezug zur Energiewirtschaft emittiert. Entsprechend schlägt der Ölpreiseinbruch jetzt auf das gesamte Anleihesegment durch.

An den Finanzmärkten könnte die Einsicht reifen, dass billiges Öl nicht unbedingt gut ist für Weltwirtschaft, Anleihen- und Aktienmärkte.

Saudi-Arabien hat angekündigt, einen niedrigeren Ölpreis über einen längeren Zeitraum zu akzeptieren. Mit tiefen Taschen und den weltweit niedrigsten Produktionskosten besitzen die Saudis tatsächlich einen längeren Atem als die US-Schieferölproduzenten.

Damit die saudische Herrscherfamilie das eigene Land durch das Verteilen von Geldströmen aber weiter ruhig halten kann, ohne dass der Haushalt irgendwann aus dem Ruder läuft, darf der Ölpreis aber auch nicht zu lange unten bleiben. Bärenmärkte an den Ölmärkten aber können lange dauern, im Schnitt zwischen elf und 27 Jahren. Das ist das Ergebnis einer bis 1861 zurückreichenden Betrachtung von Credit Suisse.

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Gemessen an den Verkaufsmengen und Staatsausgaben von 2013 deckt das aktuelle Preisniveau nur noch die Budgets der Golfstaaten Katar und Kuweit. Saudi-Arabien benötigte schon 92 Dollar pro Barrel für einen ausgeglichen Haushalt, die Mehrheit in der Opec gar mehr als 100 Dollar. Ausgabenkürzungen als Folge dauerhaft tiefer Ölpreise aber können zu innenpolitischen Problemen führen, bis hin zu Umstürzen.

Von den geopolitisch wichtigen Ländern sind der Iran und das Nicht-Opec-Mitglied Russland besonders bedroht vom fallenden Ölpreis. Weltpolitische Krisen müssen nicht zwangsläufig von zu hohen Ölpreisen ausgehen.

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