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Rüstung Rheinmetall-Chef: "Der Puma ist kein Problem-Panzer"

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Erfahrener Helfer

Die größten Rüstungsschmieden der Welt
Rüstung Quelle: dapd
Krauss-Maffei Wegmann Quelle: dapd
Diehl Stiftung Quelle: dpa/dpaweb
ThyssenKrupp Quelle: dpa
 Rheinmetall Quelle: dpa/dpaweb
Thales Quelle: REUTERS
Finmeccanica Quelle: REUTERS

Auch, dass der Puma technische Probleme habe, wollte der oberste Rheinmetaller nicht auf sich sitzen lassen. So sei die IT keineswegs anfällig und wo es Probleme gab, wurden sie aus seiner Sicht angepasst. So mussten laut Planung die Schützen für einen Schuss, statt wie früher nur einen Knopf, nun gleich an drei Stellen drücken und zwar gleichzeitig innerhalb von Millisekunden. „Wenn nicht, gab es eine Fehlermeldung“, so Papperger. Das sei schon im Stand und erst recht in ruppiger Geländefahrt fast unmöglich. „Doch jetzt ist das geändert“, so Papperger.

Zuletzt wurmte den Manager die Kritik an den Bildschirmen zur Beobachtung der Geräte und der Umgebung. Hier hatten die Planer laut Insidern bei der Bestellung nur Schwarz-Weiß-Monitore mit geringerer Auflösung vorgesehen und damit den Fortschritt zum Farbfernsehen im Einsatz nicht eingeplant. Nun wolle das Heer Farb-Monitore und bekomme sie – aber natürlich nicht zum alten Preis.

Doch auch, wenn Papperger am Ende alle Kritik für geklärt hält und Deutschland seinen wichtigsten Markt nennt: Die Kritik an seinen Panzern und die immer knauserigeren Beschaffer umgeht er in Zukunft dann doch lieber. Denn künftig ist die Bundeswehr bestenfalls Erst- aber nicht mehr Hauptkunde. Machte Rheinmetall zuletzt trotz aller Einschnitte noch jeweils ein Viertel seines Umsatzes in Deutschland und Europa, halbiert sich der Anteil künftig auf zusammen nur noch 28 Prozent. Dagegen bekommen Armeen aus Asien und dem mittleren Osten ein Drittel der Produktion und nochmal 40 Prozent geht an den Rest der Welt mit Lateinamerika und Afrika.

Industrie



Und damit die Rüstungs-Globalisierung weg von Europa möglichst schnell geht, holte sich Rheinmetall einen erfahrenen Helfer: die Essener Ferrostaal. Der Dienstleister zahlte zwar 2011 knapp 140 Millionen Euro Strafe, weil er etwa beim Verkauf von deutschen U-Booten an Griechenland mit Schmiergeldern nachgeholfen hatte.

Doch das ist vergessen. „Ferrostaal ist ein erfahrener Projektmanager und hat eine Stärke bei Regierungsbeziehungen“, lobt Papperger. Wenn Rheinmetall und Ferrostaal ihre Fähigkeiten in einem Gemeinschaftsunternehmen bündelten, sorge das für ein Mehr an dringend benötigten Aufträgen aus Wachstumsregionen außerhalb Deutschlands. „In Märkte, zu denen Rheinmetall zuvor nur eingeschränkten Zugang hatte“, wie Papperger sagt.

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