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Rüstungsexport Airbus erwartet Verzögerungen bei deutsch-französischem Kampfjet

Wegen des Streits über gemeinsame Rüstungsexportregeln könnte sich das Projekt verzögern. Das Auftragsvolumen wird auf 100 Millionen Euro geschätzt.

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Airbus erwartet Verzögerungen bei deutsch-französischem Kampfjet Quelle: Reuters

Berlin Die milliardenschwere Entwicklung des neuen deutsch-französischen Kampfjets dürfte sich nach Einschätzung des europäischen Rüstungskonzerns Airbus wegen des Streits über gemeinsame Rüstungsexportregeln verzögern.

Bei der Luftfahrtausstellung im Juni in Paris seien eigentlich die ersten konkreteren Schritte für das Projekt geplant gewesen, sagte der Airbus-Vertreter in Berlin, Alexander Reinhardt, bei einer Veranstaltung am Donnerstag. „Das wird wahrscheinlich nicht funktionieren, weil wir in Deutschland einfach mit diesem Prozess (der Suche nach gemeinsamen Exportregeln) viel zu lange brauchen.“

Nach bisheriger Planung sollen bei der Messe in Le Bourget Verträge als Grundlage zur Entwicklung eines Demonstrators, also eines Vorläufers für einen Prototypen, unterzeichnet werden. Dafür würde dann auch erstmals signifikant Geld an die Industrie fließen.

Das Auftragsvolumen wird auf über hundert Millionen Euro geschätzt. Deutschland und Frankreich streiten nach Angaben aus Sicherheitskreisen allerdings auch noch über die Verteilung der lukrativen Arbeitsanteile auf die Industrien in beiden Ländern. Aufseiten der Wirtschaft haben Dassault und Airbus die Führung des Projekts übernommen.

Deutschland und Frankreich haben sich laut Reinhardt trotz monatelanger Gespräche noch immer nicht auf eine gemeinsame Regelung zum Rüstungsexport verständigt. „Wir sehen bislang jedenfalls keine Ergebnisse“, sagte er. „Und unsere französischen Partner, die sind dort tief, tief, tief frustriert.“

Airbus-Chef Guillaume Faury drohte Deutschland unterdessen bei einem Auftritt in London offiziell mit einer Klage wegen des Rüstungsexportstops für Saudi-Arabien.

In Industriekreisen hatte es zuvor geheißen, der Konzern prüfe eine Untätigkeitsklage. Dabei gehe es um die restlichen Lieferungen für ein aus Radaren, Drohnen und Kommandostationen bestehendes Grenzschutzsystem, dessen Gesamtvolumen sich auf rund drei Milliarden Euro belaufe. Davon stünden Exporte im Werte von rund einer Milliarde Euro noch aus.

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