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Rüstungskonzern Rheinmetall findet bisher keinen Käufer für sein Kolben-Geschäft

Nach einem stagnierenden Umsatz von 1,26 Milliarden Euro im dritten Quartal rechnet der Konzern 2021 nur noch mit einem Umsatzwachstum von sechs Prozent. Quelle: dpa

Der Konzern will sich stärker auf das Rüstungsgeschäft ausrichten. Die Käufersuche für die Kolben-Sparte gestaltet sich allerdings schwierig – und auch der Chipmangel macht Probleme.

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Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat noch keinen Käufer für seine traditionsreiche Kolben-Sparte gefunden. „Der angekündigte Verkaufsprozess für das Geschäft mit Klein- und Großkolben hat bislang noch zu keinem Ergebnis geführt und wird fortgeführt“, erklärte Rheinmetall am Donnerstag. Ein Grund dafür seien die Lieferengpässe in der Autoindustrie, die den Markt belasteten.

Grundsätzlich bleibe es aber bei dem Plan, die Sparte „in die Hände neuer Eigentümer zu geben, die das Geschäft sinnvoll weiterführen können“. Vorstandschef Armin Papperger hatte Anfang des Jahres die Investmentbank Goldman Sachs damit beauftragt, „strategische Optionen“ für die Kolben-Sparte auszuloten.

Noch im März hatte er sich zuversichtlich gezeigt, bis zum Sommer einen Käufer zu finden. „Es gibt über 100 Interessenten.“ Papperger will Rheinmetall stärker auf das Rüstungsgeschäft ausrichten. Teile für Verbrennungsmotoren sollen in fünf Jahren weniger als 20 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen. Zuletzt waren es fast 30 Prozent.



Die Sparte „Hardparts“, in der neben Kolben auch Motorblöcke und Zylinderköpfe gebündelt sind, hat 2020 mit rund 5100 (5644) Mitarbeitern nur noch 688 (2019: 937) Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet und Verlust geschrieben.

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    Die Chip-Engpässe bremsen Rheinmetall auch im laufenden Jahr. Nach einem stagnierenden Umsatz von 1,26 Milliarden Euro im dritten Quartal rechnet der Konzern 2021 nur noch mit einem Umsatzwachstum von sechs (bisher: sieben bis neun) Prozent, wie Rheinmetall am Donnerstag mitteilte.

    Auch beim operativen Gewinn trat das Düsseldorfer Unternehmen von Juli bis September mit 106 (2020: 109) Millionen Euro auf der Stelle. Zum Jahresende soll die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) bei zehn Prozent liegen und damit am oberen Rand der bisher genannten Spanne von neun bis zehn Prozent.

    Mehr zum Thema: Rheinmetall-Chef Armin Papperger sieht einen Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Sicherheit, hat keine Angst vor den Grünen und erwartet Brennstoffzellen als Energiequelle in jedem Keller. Lesen Sie hier das vollständige Interview.

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