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Schäden am Vorgängermodell der 737 Max Die Probleme bei Boeing reißen nicht ab

Eine Boeing 737-800 NG. Quelle: imago images

Für US-Flugzeughersteller Boeing gibt es weiter keine Verschnaufpause. Nun müssen auch mehrere Maschinen des Vorgängermodells der Unglücksmaschine 737 Max wegen Materialmängeln vorerst am Boden bleiben.

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Internationale Fluggesellschaften haben bisher insgesamt 13 Flugzeuge des Typs Boeing 737 NG wegen Sicherheitsmängeln aus dem Verkehr gezogen. Bei von der Luftfahrtaufsicht FAA angeordneten Inspektionen waren Risse an wichtigen Bauteilen gefunden worden, die den Flugzeugrumpf und die Tragflächen verbinden. Diese müssen nun ausgetauscht werden. Boeing hatte das Problem selbst entdeckt und den Aufsichtsbehörden gemeldet, die die Betreiber daraufhin zur Inspektion angewiesen hatten. Die 737 NG ist die Vorgänger-Baureihe der 737 Max. Die neueste Baureihe steht in Verbindung mit zwei Flugzeugabstürzen mit fast 350 Toten.

Die US-Fluggesellschaft Southwest Airlines zog infolge der Inspektionen zwei Flugzeuge aus dem Verkehr. Der überwiegende Teil der Flotte sei jedoch in Ordnung, teilte die Airline mit. Bei der brasilianischen Gesellschaft Gol Linhas Aereas Inteligentes waren es elf Jets, die nun repariert werden müssen.

Boeing bekräftigte in einer Stellungnahme, seine Kunden aktiv bei den Untersuchungen der 737 NG zu unterstützen. Allen betroffenen Betreibern seien detaillierte Anweisungen gegeben worden, auch bei erforderlichen Reparaturen beteilige Boeing sich.

Einem Bericht von Bloomberg zufolge wurden noch deutlich mehr Probleme festgestellt. Auf Basis vorläufiger Erkenntnisse von Boeing seien bei fünf Prozent der insgesamt 493 älteren 737-NG-Maschinen, die untersucht wurden, Risse festgestellt worden. Diese Jets dürften nun vorübergehend nicht mehr abheben. Der Finanznachrichtendienst beruft sich auf eine anonyme Quelle, die die Informationen aus einer Konferenzschalte zwischen Vertretern von Boeing und Airlines habe. Der Flugzeugbauer richte eine Reparaturstation im kalifornischen Victorville ein, hieß es in dem Bericht weiter. Boeing gehe davon aus, etwa zwei bis drei Wochen pro Flugzeug zu benötigen, um die Probleme zu beheben.

Damit verpasst Boeing es weiterhin, zum Alltagsgeschäft zurückzukehren. Die 737 NG ist der Vorgänger des Unglücksfliegers 737 Max, der Mitte März nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten fast weltweit mit Startverboten belegt wurde. Die US-Fluggesellschaft American Airlines rechnet nicht damit, dass die Jets vor 2020 wieder fliegen dürfen.

Selbst wenn die 737 Max im nächsten Jahr wieder abheben sollte, sind zusätzlich die Ermittlungsergebnisse zu den Abstürzen abzuwarten. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass Boeing die Abstürze durch versteckte, fehlerhafte Flugsicherungssysteme selbst (mit-)verursacht hat, wäre der Imageschaden für Modell und Hersteller kaum abzuschätzen.

Zusätzlich gibt es nun auch noch mit einem anderen Modell Probleme für Boeing, wenn auch eher wirtschaftlicher Natur: Der Zeitung „Seattle Times“ zufolge stornierte die russische Fluggesellschaft Aeroflot offiziell eine Bestellung von 22 Dreamlinern im Wert von etwa 5,5 Milliarden Dollar. Boeing verliert dadurch immer mehr an Boden gegenüber Airbus, der Titel des weltgrößten Flugzeugbauers könnte in diesem Jahr an den europäischen Konkurrenten gehen.

Mit Material von Reuters und dpa

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