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Schlechte Zahlen ThyssenKrupp schnallt den Gürtel enger

Der angeschlagene Industriekonzern hat wegen der schwachen Stahlnachfrage in Europa erneut weniger verdient. Der Umsatz schrumpfte um acht Prozent. Jetzt soll vor allem in der Verwaltung gespart werden.

Das sind die wunden Punkte von ThyssenKrupp
Ein Stahlarbeiter im ThyssenKrupp-Werk in Bochum steht vor einem glühenden Stahlcoil Quelle: dpa
Gerhard Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender von ThyssenKrupp Quelle: dpa
Unter Cromme als Vorsitzendem des Prüfungsausschusses im Siemens-Aufsichtsrat bis 2007 fließen in dem Konzern Schmiergelder von 1,3 Milliarden Euro an Auftragsnehmer. Quelle: dpa
Berthold Beitz (99), Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, lauscht in der Villa Hügel der Rede von Ministerpräsident Sellering (SPD). Quelle: dpa
Der Ex-Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz, rechts, und der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme Quelle: AP
Zuege stehen vor dem Hauptbahnhof in Frankfurt am Main Quelle: dapd
Der Formel-1 Fahrer Sebastian Vettel fährt am 17.04.2010 in Shanghai während eines Formel-1 Rennens an einer Zuschauertribüne vorbei. Quelle: dpa

Komplizierter kann es ein in die Enge getriebenes Unternehmen kaum sagen. Der Vorstand bereite ein „Optimierungsprogramm für die strategische Weiterentwicklung des Konzerns“ vor, heißt es so freundlich wie möglich. Dahinter steht ein Abspeckprogramm im Stahlgeschäft von ThyssenKrupp, das seines Gleichen sucht: Mehr als 2000 der zuletzt rund 27.600 Stellen im europäischen Stahlgeschäft Steel Europe werden gestrichen. Da ThyssenKrupp auch Teile der Stahlschmelze, zum Beispiel in Spanien, verkaufen will, kommen noch weitere 1800 Mitarbeiter hinzu, die bald nicht mehr unter dem Dach von ThyssenKrupp arbeiten werden. Der Standort Duisburg, traditioneller Stahlstandort des Ruhrgebietskonzerns im Stadtteil Bruckhausen, wird verschlankt.

Bisher sahen die Verwaltungsgebäude an der Kaiser-Wilhelm-Straße so aus, als ob hier ein Konzern im Konzern seinen Sitz hätte. Ein hoch aufragendes Gebäude beherbergte früher einen eigenen Stahlvorstand, der mit Blick auf das gesamte Stahlwerk bis zum Horizont seine weitgesteckten Ziele verfolgte. Zum Beispiel die Expansion nach USA und Brasilien. Die ging gründlich daneben und versetzte den Konzern in Schieflage. Jetzt musste nicht nur der Stahlvorstand gehen, sein Posten wird auch nicht mehr besetzt, sondern von Konzernchef Heinrich Hiesinger mit besorgt. So sieht Sparen bei ThyssenKrupp in diesen Monaten auch aus.

Die Aktionärsstruktur von ThyssenKrupp

Hiesinger plant Einsparungen in Höhe von zwei Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren, 500 Millionen Euro davon allein im Stahlgeschäft. Dazu wird die gesamte Organisation umgekrempelt, Zentralbereiche zusammengestrichen. Da fallen viele Direktorengehälter und Dienstwagen mit den charakteristischen Konzernkennzeichen DU-TK oder E-TK weg. So werden die drei Felder Gesundheit, Sicherheit, Weiterbildung zusammengebunden und dem Konzernbereich Personal zugeschlagen. „Unsere Strukturen sind heute viel zu komplex“, stellte Hiesinger auf einer Betriebsversammlung ernüchternd fest. An vielen Stellen sei ThyssenKrupp heute nicht mehr bezahlbar.

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So knallhart und kurz hat bisher noch kein Vorstandschef signalisiert, dass ihm nichts mehr heilig sei im Stahlgeschäft. Zwar soll der Traditionsbereich von ThyssenKrupp nicht verkauft werden. Aber bis März soll eine Expertise zur Zukunft des Stahls fertig ausgearbeitet sein, die alle Optionen auslote und zur Diskussion stelle. Der Gürtel wird also nicht nur enger geschnallt, sondern vielleicht auch runderneuert.

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