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Schub für Elektroautos Tesla legt Patente offen und berät mit BMW

Tesla will seine Patente offenlegen und so der Konkurrenz zugänglich machen. Zugleich wurde bekannt, dass der Elektro-Pionier in Gesprächen mit BMW über die Entwicklung von Elektroautos steckt.

Tesla Model S vor der Fabrik im kalifornischen Fremont: Die Brandprobleme an der Elektro-Limousine gelten als gelöst. Quelle: ap

Es ist eine Wette mit ungewissem Ausgang: Wie Tesla-Gründer Elon Musk auf dem Firmenblog des Eletroautobauers verkündete, will das Unternehmen auf einen weiteren Schutz seiner Patente verzichten – und so die Technik des hochgelobten Model S auch der Konkurrenz offenlegen. Das Kalkül hinter der Idee: Wenn auch andere Autohersteller die Tesla-Technologie mit nur geringen Entwicklungskosten nutzen können, steigt die Verbreitung von Elektroautos allgemein – wovon dann auch wieder Tesla selbst über ein besseres Lade-Netz und ein höheres Bewusstsein für E-Autos profitiert. Doch es ist eine Wette – der Verlust der exklusiven Technologie könnte auch nach hinten losgehen.

Tesla werde keine Patentklagen gegen all diejenigen anstreben, die „in gutem Glauben unsere Technologie nutzen wollen“, so Musk. „Tesla wurde gegründet, um die Einführung nachhaltiger Mobilität zu beschleunigen. Wenn wir einen Weg zum Bau attraktiver Elektroautos aufzeigen wollen, dann aber die Landminen des geistigen Eigentums auswerfen um andere behindern, agieren wir genau im Gegensatz zu diesem Ziel.“

Die größten Hersteller von Elektroautos in Deutschland

Noch bei der Hauptversammlung vergangene Woche hatte Musk gesagt, zu wenige Autohersteller würden „ernsthafte“ Elektroautos anbieten. Zudem versprach er, etwas dagegen tun zu wollen – was er jetzt mit der Aufgabe der Patente getan hat. Die Aktien des Unternehmens legten nach der Ankündigung um etwa 0,6 Prozent zu. Seit Jahresbeginn stieg der Kurs der Papiere um rund 36 Prozent.

Batterie-Patente bleiben außen vor

Tesla hält insgesamt mehr als 160 Patente, unter anderem Systeme, die Batterien vor dem Überladen schützen sollen oder verbesserte Rotor-Konstruktionen in Elektromotoren. Die letzten öffentlich zugänglichen Patentanmeldungen des Autobauers beziehen sich laut der Website des US-Patentamts auf Computer-Nutzer-Schnittstellen und einen speziellen Anschluss für Not-Wartungen an Hochenergie-Batterien.

Ob Musks Vorstoß den Durchbruch für die Batterietechnik bringt, ist allerdings offen. Denn die Patente des Panasonic-Konzerns, der alleiniger Produzent in der von Tesla geplanten Batterie-Fabrik werden soll, bleiben außen vor. Das Angebot ist außerdem keine aktive Öffnung. Musk sagte, das Unternehmen werde nur niemanden rechtlich behindern, der "unsere Technologie nutzen will". Ähnlich handhabt es bereits Twitter. Der Internet-Konzern verfolgt keine Patentverstöße mehr aktiv, behält sich aber das Recht vor, sie zur Verteidigung einzusetzen, wenn andere Firmen Twitter verklagen.

Tesla und BMW beraten über Entwicklung von Elektroautos

Zugleich wurde bekannt, dass Tesla künftig enger mit dem deutschen Autobauer BMW zusammenarbeiten will. Manager beider Unternehmen hätten sich am Mittwoch getroffen, erklärte BMW am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei diskutiert worden, wie die Entwicklung der Elektromobilität international vorangetrieben werden könne. Dabei sei auch das Netzwerk von Schnell-Ladestationen an Autobahnen ein Thema gewesen, das Tesla bereits mit der Deutschen Bahn aufbaut.

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Zudem plant Tesla laut einem Medienbericht eine Fabrik in Europa. Sobald das Unternehmen mehr als 160.000 Fahrzeuge auf dem Kontinent verkaufe, sei dies sinnvoll, sagte Vorstandschef Musk „Automotive News“ laut Bericht vom Donnerstag. „Meine Ambitionen für Europa sind, dass wir eine vergleichbare Zahl von Autos in Europa wie in den USA verkaufen.“

In diesem Jahr will Tesla seinen Absatz verdoppeln, nachdem 2013 weltweit rund 24.000 Autos verkauft wurden. Etwa drei Viertel des Umsatzes werden in den USA erlöst, der Rest in Europa. Bereits 2015 oder spätestens 2016 solle ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Großbritannien eröffnet werden, sagte Musk. Auch das Werk in den Niederlanden, wo die Batterien für die aus den USA importierten Tesla-Fahrzeuge wieder eingebaut werden, solle erweitert werden.

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