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Serie Wirtschaftswelten 2025 Wie in Zukunft Krieg geführt wird

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Aufmarsch der High-Tech-Krieger

Dagegen arbeiten die westlichen Staaten an besserer Aufklärung. Spezielle Suchsoftware soll getarnte Flugobjekte erkennen und Flugabwehrsysteme und Abwehrdrohnen alarmieren. Gegen die Kampfroboter am Boden entwickelt die Industrie kleine Abwehrmaschinen: Sie sollen etwa mit Mikrowellen die Elektronik möglicher Angreifer lahmlegen oder sie mit flüssigem, schnell aushärtendem Kunststoff umlegen, der Explosionen dämpft.

Deutschlands wichtigste Rüstungsgüter
U-Boot U212/214Hersteller: Thyssen-Krupp. Die Tauchungetüme gelten dank des Elektroantriebs als leiseste Unterwasserschiffe Foto: Pedro Vilela Quelle: Creative Commons
Lenkwaffe Iris-THersteller: Diehl Die Rakete des Nürnberger Konzerns gilt als weltweit präziseste Waffe für Kampfflugzeuge Foto: HaraF Quelle: Creative Commons
Panzer Leopard 2Hersteller: KMW/Rheinmetall Mehrere Überarbeitungen machen den Boliden zum sichersten aller Panzer Foto: Bundeswehr-Fotos Quelle: Creative Commons
Sturmgewehr G36Hersteller: Heckler & Koch Weltweit begehrt wegen des geringen Gewichts – auch von nicht opportunen Ländern. Quelle: dpa

31. Juli 2025: High-Tech-Kämpfer

Nachdem Vorstöße lokaler Milizen und ein erneuter Drohnenangriff erfolglos bleiben, überqueren 100.000 krakosische Soldaten die Grenze zum Baltikum, begleitet von gepanzerten Fahrzeugen und Luftunterstützung. Die westlichen Truppen können sie dank ihres Informationsvorsprungs abwehren: Weil das mittlerweile von der EU eingeführte gemeinsame Überwachungssystem SECSAT die Bewegungen der Gegner mit hoher Treffsicherheit vorhersagt, wissen die Verteidiger genau, wohin sie zielen müssen. So können Nato-Truppen die Angreifer stoppen, in ihrem Rücken die Nachschubwege unterbrechen und die Informationskanäle manipulieren.

High Tech gegen Low Tech: Mit Laserstrahlen bekämpfen Soldaten Angriffe von bisher schwer abzuwehrenden Minidrohnen. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Roland Warzecha für WirtschaftsWoche

Der militärische Druck Russlands auf die Ukraine zeigt den Staaten der EU schon jetzt, dass militärische Bedrohungen auch nach dem Ende des Kalten Krieges akut bleiben. Damit aber dürften die in den vergangenen Jahren geschrumpften Verteidigungshaushalte der Europäer an ihre Grenzen stoßen. Schon jetzt überlegen Strategen, darauf mit mehr militärischer Kooperation unter den EU-Ländern zu antworten. Ein paneuropäischer Pool von nach gemeinsamen Vorgaben gebauten Panzern, U-Booten und Satelliten, auf den alle Länder zugreifen können? Mehr als eine Illusion. Denn weil dies fast 40 Prozent billiger wäre als die bisherigen Bestellungen kleiner Stückzahlen, könnten alle Staaten mehr in neue Technik investieren. Die Folge: ein möglicher Innovationsschub.

Der wird sich vor allem auch am Soldaten bemerkbar machen, der eine Art menschlicher Kampfroboter wird: der Kampfanzug der Zukunft hat eine Klimaanlage, eine Datenverbindung zu den Kommandeuren und besteht aus schusssicheren Stoffen, die dank Nanotechnologie bei Verletzungen als Erste Hilfe zum festen Verband werden. Exoskelette werden das Tragen schwerer Lasten oder das Überspringen von Hindernissen erleichtern. „Der Infanterist der Zukunft kann fast alles – außer Fliegen“, sagt der Hamburger Rüstungsexperte Heinrich Großbongardt.

1. September 2025: Rüstung

Nach dem Rücktritt von Präsident Pinto gibt es im Baltikum spontane Feste. „Doch Krakosien sieht das Baltikum weiterhin als sein Einflussgebiet an“, warnt ein Nato-General. „Nach jedem Konflikt ziehen beide Seiten ihre Lehren und schauen, wie sie es nächstes Mal besser machen können.“

Industrie



Die absehbaren Folgen? Sicher ist vor allem, dass in der europäischen Rüstungsindustrie angesichts des technischen Fortschritts nur wenig so bleiben kann, wie es heute ist. Thomas Weise, Koordinator Rüstungsforschung der Düsseldorfer Rheinmetall, sagt denn auch: „Angesichts der Fortschritte bei Zukunftstechnologien wie Biotechnologie, künstlicher Intelligenz oder Nanotechnik weiß keiner, welche Perspektiven sich daraus für das Militär ergeben. Darum wird es für alle Länder zur Daueraufgabe, sich auf alle Möglichkeiten vorzubereiten.“

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