SGL Carbon Sparprogramm zeigt Wirkung

Bei dem Wiesbadener Kohlenstoffspezialisten SGL Carbon geht es aufwärts - allerdings sehr langsam. Das dauerkriselnde Unternehmen konnte immerhin seinen Verlust reduzieren - dank eines Sparprogramms.

Logo der SGL Group Quelle: dpa

Mit Gewinnwarnungen, hohen Verlusten und deutlich sinkenden Aktienkursen hatte SGL in den vergangenen Jahren seine Anleger verschreckt. Da muten die Nachrichten von Mittwoch fast schon positiv an. Bei der Bilanzvorlage kündigte Unternehmenschef Jürgen Köhler an, dass sich der Verlust von minus 317 Millionen Euro (2013) auf minus 247 Millionen Euro (2014) verringert hat.

Der Umsatz reduzierte sich um sechs Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr soll sich das Betriebsergebnis „signifikant“ verbessern. Sogar von einer schwarzen Null ist die Rede. Wann die jedoch erreicht wird, darauf wollen sich Köhler und sein Finanzvorstand Michael Majerus nicht festlegen.

Die Geschäftsentwicklung von SGL

An der schwachen Geschäftslage hat sich freilich wenig geändert. Die Erfolge von SGL sind vor allem auf das verschärfte Sparprogramm zurückzuführen. Der Wiesbadener Kohlenstoffspezialist schloss Werke in Kanada und Italien, baute 1400 von weltweit 6000 Arbeitsplätzen ab und erließ eine neue Dienstwagen-Richtlinie, nach der 7er BMW, S-Klasse Daimler und Audi A8 verboten sind.

Ursprünglich sollten 2014 150 Millionen Euro eingespart werden, dann wurde das Ziel auf 200 Millionen angehoben. 2015 will der Vorstand nun ein Sparziel von 240 Millionen Euro erreichen.

Unterdessen läuft das Hauptgeschäft mit Graphitelektroden nach wie vor schlecht. Die Elektroden schmelzen Stahlschrott zu Stahl. Doch in den Zeiten billigen Stahl hat das Interesse am Recycling nachgelassen, zudem leidet der Markt unter Überkapazitäten.

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Auch im Carbongeschäft läuft es nach wie vor unrund. Aus dem leichten Material baut SGL gemeinsam mit BMW das Elektroauto i3; BMW-Großaktionärin Susanne Klatten ist gleichzeitig die Aufsichtsratsvorsitzende von SGL. Zwar steigen die SGL-Umsätze mit Carbonfasern, die Fertigungskosten sind jedoch hoch, die Kapazitäten häufig unausgelastet. Außer BMW interessieren sich auch nicht viele Autokonzerne wirklich für Carbon. Stahl und Aluminium sind für viele Pkw-Hersteller immer noch preiswertere Alternativen.

Dass die Geschäfte nach wie vor schwächeln, hat auch viele Anleger abgeschreckt: die SGL-Aktie verlor am Mittwoch mehr als drei Prozent.

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