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Siemens-Hauptversammlung Kaeser droht Ärger wegen Übernahme von Dresser-Rand

Exklusiv

Vor der Siemens-Hauptversammlung am kommenden Dienstag wächst der Unmut über die Übernahme des amerikanischen Ölförder-Ausrüsters Dresser-Rand.

Siemens Quelle: dpa

Nach Informationen der WirtschaftsWoche werfen Kritiker Vorstandschef Joe Kaeser vor, der Kauf sei mit 5,8 Milliarden Euro zu teuer gewesen. Zudem sei er im vergangenen Sommer zum falschen Zeitpunkt erfolgt. Angesichts des sinkenden Ölpreises legen Ölförderer bereits Bohranlagen still.

„Waren die Annahmen zum Zeitpunkt des Kaufs richtig?“, fragt etwa Hans-Christoph Hirt vom britischen Pensionsfonds Hermes. Am Dienstag will er Kaeser fragen, ob denn der alte Siemens-Grundsatz, dass Übernahmen innerhalb von drei Jahren wertschöpfend sein müssen, noch gelte. Hirt: „Der Zeitpunkt war in jedem Fall schlecht.“ Auch Ingo Speich, der die Aktionäre von Union Investment vertritt, will das Thema ansprechen.

Kaeser rechtfertigt den hohen Kaufpreis mit dem parallelen Interesse des Schweizer Industriekonzerns Sulzer für Dresser-Rand. Allerdings heißt es im Sulzer-Umfeld, es habe nie ein Bieterverfahren mit Siemens gegeben. Dafür sei die Liquidität bei den Schweizern gar nicht hoch genug. Besondere Brisanz erhalten die Aussagen dadurch, dass Kaesers Vorgänger Peter Löscher jetzt Verwaltungsratspräsident bei Sulzer ist.

Siemens hatte bereits im Herbst angekündigt, im Energiegeschäft, dem Sorgenkind des Konzerns, 1.200 Arbeitsplätze streichen zu wollen. Anfang Februar will Kaeser seine neuen Pläne zum Stellenabbau vorlegen. Dem Vernehmen nach sollen noch einmal mehrere Tausend Jobs im Konzern wegfallen.

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