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Siemens-Hauptversammlung "Wir sind gut beraten, bescheiden zu bleiben"

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Siemens' neuer Aufsichtsratschef

Dementsprechend zufrieden sind die Investoren auf der Hauptversammlung in München. Immerhin gehörte die Siemens-Aktie im vergangenen Jahr zu den Top-Performern im Dax. Kaesers Umbau zeigt zunehmend Wirkung. Er hat die Strukturen deutlich verschlankt, in dem er unter anderem die Ebene der Sektoren „Industrie“, „Energie“, „Medizintechnik“ und „Infrastruktur“ abgeschafft hat. Er setzt auf die Digitalisierung und tätigt milliardenschwere Zukäufe.

Ein kleiner Schönheitsfehler im ersten Quartal ist der Rückgang an Neuaufträgen um 14 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Im Vorjahr standen mehr Großaufträge in den Büchern. Bei GE stieg die Zahl der Neuaufträge im vierten Quartal auf organischer Basis um zwei Prozent auf 33,9 Milliarden Dollar.

Verbesserungen schaffte Siemens auf relativ breiter Front. In fünf von acht Geschäftsfeldern stiegen die Umsätze auf vergleichbarer Basis. In der Medizintechnik stagnierten sie, in der Antriebssparte „PD“ und in der Zugsparte „Mobility“ sanken die Erlöse. Noch klarer ist das Bild bei der Profitabilität: In sieben von acht Geschäftsbereichen verbesserte sich die Umsatzrendite. In der Division „Digitale Fabrik“ stieg die Marge sogar von 16,9 auf 26,1 Prozent.

Was alles einmal zu Siemens gehörte
Joe Kaeser Quelle: dpa
Wolfgang Dehen Quelle: dpa
Kaffee tropft aus einem Kaffee-Vollautomaten in eine Tasse Quelle: dapd
Gigaset-Telefone Quelle: dapd
Stopp-Schild vor einem Gebäude mit dem Benq-Logo Quelle: AP
Schild Nokia Siemens Networks Quelle: dpa
Infineon-Fabrik Quelle: REUTERS

Durch die weiterhin guten Ergebnisse könnte der Ruf nach einer Vertragsverlängerung von Vorstandschef Kaeser noch lauter werden. Investoren wollen sich auf der Hauptversammlung nach Informationen des Handelsblatts dafür aussprechen, dass Kaeser zumindest seine „Vision 2020“ noch selbst vollendet. Sein Vertrag läuft noch bis Mitte 2018. Er kann frühestens in diesem Sommer verlängert werden.

"Healthineers"-Börsengang mit Spannung erwartet

Eines seiner wichtigsten Projekte in diesem Jahr ist der geplante Börsengang der Medizintechniksparte „Healthineers“. Der Bereich konnte das operative Ergebnis im ersten Quartal um 15 Prozent auf 620 Millionen Euro verbessern. Die Marge erreichte gute 18,9 Prozent. Vor allem das Geschäft mit diagnostischer Bildgebung entwickelte sich gut.

Details zum Börsengang verrät Kaeser an diesem Morgen nicht. „Wir halten Sie über die Entwicklung auf dem Laufenden und informieren Sie selbstverständlich, sobald es hierzu etwas Neues zu verkünden gibt“, sagte er lediglich. Investoren wollen auf der Hauptversammlung unter anderem fragen, wann „Healthineers“ an die Börse kommt und wie viele Anteile Siemens behalten will.

Weiteres zentrales Thema auf der Hauptversammlung ist die Nachfolge von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. Die Amtszeit des derzeit 73-Jährigen endet in einem Jahr. Er hatte sich lange dagegen gesträubt, einen Nachfolger zu küren, da er Angst hat, in seinem letzten Jahr eine „lame duck“, also eine lahme Ente, zu sein. Doch der Druck aus dem Unternehmen und von Investoren war groß, endlich ein Signal zu geben. Daher hat Siemens schon vor der Hauptversammlung bestätigt, dass Jim Hagemann Snabe im kommenden Jahr die Nachfolge Crommes antreten soll. Der Ex-SAP-Chef ist Digitalisierungsexperte. Das Team mit Kaeser dürfte nach Einschätzung in Konzernkreisen gut funktionieren.

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