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Siemens ist raus Frankreich steigt mit 20 Prozent bei Alstom ein

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Kaeser will Hollande von seinen Plänen überzeugen

"Das präzisierte Angebot zielt weiterhin darauf ab, Alstom in seiner gegenwärtigen Form in fast allen Geschäftsfeldern zu erhalten und als Industrieunternehmen nachhaltig zu stärken", erklärten Siemens und MHI. Darüber hinaus könne Alstom damit seine finanzielle Struktur verbessern und als französischer, börsennotierter Großkonzern mit einem Umsatz von rund 20 Milliarden Euro erhalten bleiben. Mit den zusätzlichen 1.000 neuen durch MHI geschaffenen Stellen und weiteren 1.000 Ausbildungsplätzen von Siemens für französische Jugendliche schaffe das Angebot zusätzliche Arbeitsplätze in Frankreich.
Kaeser kündigte an, er werde am Freitagnachmittag beim französischen Präsidenten Francois Hollande für seinen Plan werben. "Ich danke ihm für die Einladung und freue mich zu hören, was er mir zu sagen hat", sagte der Siemens-Chef. Bei dem Treffen um 14.45 Uhr in Paris werde er auch MHI-Chef Shunichi Miyanaga vertreten, der nach seinem Frankreich-Aufenthalt mittlerweile wieder in Japan sei.

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Hollande wollte sich im Tagesverlauf auch mit seinen wichtigsten Ministern über die neuen Vorlagen der rivalisierenden Bieter beraten. Die Regierung hat sich ein Vetorecht vorbehalten und will ihre Einschätzung kundtun, bevor spätestens am Montag der Alstom-Verwaltungsrat eine Entscheidung trifft. Alstom-Chef Patrick Kron hat Siemens bisher die kalte Schulter gezeigt.
Der US-Konzern General Electric hatte am Vortag seine mit Siemens rivalisierende Offerte verbessert und kam dabei Bedenken der französischen Regierung entgegen. Die Amerikaner schlagen in Absprache mit dem Alstom-Management mehrere Joint-Ventures und "Allianzen" vor - die Regierung in Paris hatte sich für ein Bündnis und gegen die bislang von den Amerikanern geplante reine Übernahme der Energietechnik ausgesprochen.
GE-Chef Jeff Immelt plant nach eigenen Angaben im Einvernehmen mit Kron zwei Joint-Ventures im Geschäft mit Stromnetzen und erneuerbaren Energien, an denen Amerikaner und Franzosen jeweils die Hälfte halten sollen. Zudem strebt Immelt ein globales Bündnis in der Nukleartechnik an, das der französischen Regierung ein Veto-Recht einräumen würde. Die beiden Unternehmen unterzeichneten auch eine Absichtserklärung zur Gründung einer weltweiten Allianz im Transportgeschäft. GE hat sich ebenfalls zum Erhalt von Arbeitsplätzen bekannt.

Im Ringen um Alstom will die französische Regierung mit 20 Prozent bei dem Unternehmen einsteigen. Der Staat werde damit größter Anteilseigner, kündigte Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg am Freitag in Paris an. Derzeit bemühen sich die deutsch-japanischen Partner von Siemens/Mitsubishi sowie der US-Konkurrenz von General Electric (GE) um eine Übernahme des Energiegeschäfts von Alstom.

Im Ringen um Alstom favorisiert die französische Regierung das Angebot des US-Konzerns General Electric. Das gab Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg am Freitag in Paris bekannt.

Frankreich lehnt beide Offerten für die Industrieikone Alstom ab. Sowohl Siemens und Mitsubishi Heavy als auch General Electric hätten keine ausreichenden Angebote vorgelegt, teilte Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg am Freitag in Paris. Frankreich übernehme nun selbst 20 Prozent an Alstom.

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