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Siemens-Kraftwerkssparte Zahl zum Stellenabbau ist noch nicht fix

Siemens hält trotz eines millionenschweren Auftrags aus Libyen an dem umstrittenen Stellenabbau in seiner Kraftwerkssparte fest. Nur bei der Zahl der betroffenen Jobs lässt Personalchefin Kugel noch Spielraum erkennen.

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Der Konzern hatte Mitte November angekündigt, weltweit 6900 Stellen abbauen zu wollen, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Quelle: dpa

Berlin Ein erstes Gespräch von Siemens mit der Bundesregierung über den geplanten Stellenabbau ist ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Siemens-Arbeitsdirektorin Janina Kugel sagte am Montag nach der Unterredung mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und Ländervertretern: „Die Gesamtzahl, die wir angekündigt haben, sind (...) die Planungsstände“. Nun müssten diese Pläne mit den Arbeitnehmervertretern diskutiert werden. „Und danach werden wir erst wissen, wie viele Mitarbeiter betrifft das denn."

Zypries kündigte ein weiteres Gespräch der Politik mit Siemens an. Ob sich am Ende etwas in Hinblick auf den Stellenabbau ändern lasse, „kann ich nicht sagen, das wird man sehen“, erklärte sie. Über Steuererleichterungen für Siemens in Ostdeutschland, um dort bedrohte Werke zu retten, habe man nicht gesprochen.

Siemens hatte Mitte November angekündigt, weltweit 6900 Stellen abbauen zu wollen, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Der Münchner Konzern reagierte damit nach eigener Begründung auf schlechter laufende Geschäfte in der Kraftwerks- und Antriebstechnik. Zwei Standorte im sächsischen Görlitz und in Leipzig mit zusammen 920 Arbeitsplätzen sollen geschlossen werden. Stark bedroht ist auch der Standort Offenbach, von wo aus 700 Beschäftigte Kraftwerke planen und bauen. Aus den Ost-Ländern kam die Initiative zu dem Treffen in Berlin.

An dem massiven Stellenabbau in der Kraftwerks-Sparte soll auch ein rund 700 Millionen Euro schweren Auftrag aus Libyen nichts ändern, wie Konzernchef Joe Kaeser am Montag erklärte. Der Münchner Industriekonzern soll für den staatlichen Versorger Gecol zwei Gaskraftwerke mit einer Leistung von zusammen 1,3 Gigawatt (GW) bauen, um die wacklige Stromversorgung in dem nordafrikanischen Land zu verbessern.

Siemens ist seit den 1950er Jahren in Libyen vertreten. Rund 30 Prozent des Stroms dort werde mit Siemens-Technik erzeugt, sagte Sparten-Chef Willi Meixner. Damit würden zwei Millionen Menschen mit Energie versorgt. Das Land wird aber von häufigen, plötzlichen Stromausfällen geplagt. Die neuen Kraftwerke sollen helfen, das Problem zu lösen.

Es ist der erste Auftrag für den Konzern nach den Unruhen im Jahr 2011. In Misrata soll ein Kraftwerk mit zwei Siemens-Gasturbinen und einer Leistung von 650 Megawatt (MW) entstehen, in Tripolis ein Kraftwerk mit vier Gasturbinen und 690 MW Leistung. Teil des Auftrags ist eine langfristige Service-Vereinbarung mit Siemens.

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