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Siemens-Rivale GE macht mit Konzernumbau Milliardenverlust

Die Trennung von der riskanten Finanzsparte geht ins Geld: Siemens-Konkurrent General Electric schreibt wegen hoher Sonderkosten rote Zahlen. Für Unsicherheit sorgen außerdem die Kartellwächter.

Hohe Kosten für die Abspaltung des Finanzgeschäfts haben dem US-Industriekoloss General Electric erneut große Löcher in die Bilanz gerissen. Quelle: REUTERS

Hohe Kosten für die Abspaltung des Finanzgeschäfts haben dem US-Industriekoloss General Electric erneut große Löcher in die Bilanz gerissen. Für das zweite Quartal meldete der Siemens-Rivale am Freitag einen Nettoverlust von 1,36 Milliarden Dollar (1,25 Mrd Euro). Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte GE noch 3,55 Milliarden Dollar verdient.

Grund für die roten Zahlen ist wie bereits im Vorquartal die Trennung von GE Capital, die mit hohem Sonderaufwand einhergeht. Die Finanztochter soll in ihre Einzelteile zerlegt und fast komplett verkauft werden. In diesem Jahr plant der Konzern Erlöse aus diesen Verkäufen von etwa 100 Milliarden Dollar. Für Vermögenswerte im Wert von etwa 50 Milliarden Dollar wurden bereits Abnehmer gefunden.

Die neue Struktur von Siemens
Division Power and GasDiese Einheit umfasst das Siemens-Portfolio an großen Gas- und Dampfturbinen, Kompressoren sowie künftig die Gasturbinen zur dezentralen Energieversorgung. Umsatz 2013: rund 14 Milliarden EuroDefinierte Zielmarge: elf - 15 ProzentGeführt werden soll die Division von Roland Fischer, der derzeit die Division Power Generation leitet. Quelle: dpa
Division Wind Power & RenewablesDie Sparte baut Windkraftanlagen zur Stromerzeugung an Land und auf See. Siemens ist weltweit Marktführer bei Offshore-Windkraftanlagen. Nach Umsatz ist die Division eine der kleineren. Da mit einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit zu rechnen ist, aber auch eine der zukunftsträchtigsten. Umsatz 2013: 5 Milliarden EuroDefinierte Zielmarge: 5 - 8 %Chef: Markus Tacke. Tacke ist derzeit Chef des Bereichs Wind Power. Quelle: dpa
Division Power Generation ServicesHier wird das Service-Geschäft für die große installierte Basis von Siemens-Anlagen in der Energieerzeugung abgewickelt. Umsatz: Die Geschäftszahlen werden in den Divisionen Power& Gas und Windkraft und erneuerbare Energie aufgeführt. Chef der Division ist Randy Zwirn. Er leitet bisher die so genannte Division Energy Service, die damit umbenannt und ausgeweitet wurde. Quelle: REUTERS
Division Energy ManagementIn dieser Division gehen die bisherigen Divisionen Low and Medium Voltage und Smart Grid auf. Das Geschäft dreht sich rund um Lösungen und Produkte für die Stromübertragung und -verteilung sowie Technologien für intelligente Stromnetze. Umsatz 2013: zwölf Milliarden EuroDefiniert Zielmarge: sieben - zehn Prozent Die Führung übernehmen Ralf Christian und Jan Mrosik, die Leiter der aufgelösten Divisionen Low&Medium Voltage und Smart Grid. Quelle: dpa
Division Power TransmissionStromtransport, Schalttechnik und Transformatoren sowie Energieübertragungssysteme sind Kern der Einheit Power Transmission. Siemens ist unter anderem führend bei der Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ). Dieser Technologie kommt beim Netzumbau und der Integration von erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle zu. Umsatz: wird in der Division Energy Management ausgewiesen Die Leitung der Division übernimmt ebenfalls Jan Morsik. Der bisherige Chef der Division Karlheinz Springer muss seinen Sessel räumen. Er hatte den Posten im April 2012 übernommen. Morsik fielen wahrscheinlich die Probleme mit zwei Hochspannungsleitungen in Kanada auf die Füße. Neben höheren Baukosten vielen dort Vertragsstrafen wegen Verzögerungen an. Quelle: REUTERS
Division Building TechnologiesIn diesem Bereich bündelt Siemens integrierte Automatisierungslösungen und intelligente Technik für Gebäude. Umsatz 2013: 6 Milliarden EuroDefinierte Zielmarge: acht - elf ProzentChef der Division ist und bleibt Johannes Milde. Quelle: dpa
Division MobilityHier bündelt Siemens die Zugtechnik und die Bahnautomatisierung. Sollte der Zusammenschluss mit Alstom zustande kommen, würde diese Sparte wohl an die Franzosen abgetreten werden. Umsatz 2013: 7 Milliarden Euro Definierte Ziel-Marge: sechs - neun ProzentChef der Division wird Jochen Eickholt, der heute die Division Rail Systems führt. Quelle: dpa

GE reduziert das Geschäft mit Finanzdienstleistungen nach schlechten Erfahrungen in der Krise schon länger. Es ist zwar noch immer ein wichtiges Standbein, das im letzten Jahr 42 Prozent zum Gewinn beisteuerte. Die profitable Sparte gilt aber auch als riskant, deshalb war schon länger klar, dass sie keine große Zukunft mehr hat.

Im Kerngeschäft lief es zuletzt aber besser als von Analysten erwartet. Der Konzernumsatz erhöhte sich um zwei Prozent auf 32,75 Milliarden Dollar. „GE hatte ein starkes Quartal mit gutem Wachstum im Industriegeschäft“, kommentierte Vorstandschef Jeff Immelt. „Wir schlagen uns gut und werden das Unternehmen weiter neu aufstellen.“

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In der Industriesparte, auf die sich GE künftig konzentrieren will, lagen die Erlöse bei 26,9 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn kletterte hier um fünf Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar. Allerdings muss der Konzern wegen der niedrigen Ölpreise weiter Abstriche in der Öl- und Gassparte machen, dort sanken die Erträge um 15 Prozent. Wie Siemens setzt GE stark auf den Fracking-Boom.

2014 hatte der US-Konzern deshalb beim lukrativen Energiegeschäft des französischen Konzerns Alstom zugeschlagen, für das auch Siemens geboten hatte. Die Milliardenübernahme zieht jedoch ein Nachspiel mit den Wettbewerbshütern der EU-Kommission nach sich. GE ist nun gefordert, Bedenken wegen zu großer Marktmacht auszuräumen. Zudem wollen US-Kartellwächter den Verkauf der Haushaltsgerätesparte von GE an den schwedischen Konzern Electrolux blocken.

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