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Siemens vor Innovationsoffensive Kaeser braucht Tüftler, keine Bürokraten

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Selbstgeschaffene Konkurrenz aus China

Gerade hier ist der mächtige Konkurrent General Electric (GE) den Münchnern in der jüngsten Vergangenheit gefährlich nah auf den Leib gerückt. Im Frühjahr präsentierten die Amerikaner eine neue Gasturbine der H-Klasse, deren Wirkungsgrad den der entsprechenden Siemens-Turbine zum Teil übersteigt. Jahrelang hatte Siemens in diesem Bereich die Technologieführerschaft.

Die neun Divisionen von Siemens

Doch Gefahren lauern für Siemens auch an ganz anderer Stelle. Beim Geschäft mit Mobilität etwa, vor allem bei Hochgeschwindigkeitszügen, dürften die chinesischen Konkurrenten schon in wenigen Jahren in der Lage sein, gleichwertige Technologien anzubieten wie die Deutschen.

Möglich gemacht haben das auch die Münchner durch ihren jahrelangen Know-how-Transfer in Richtung Peking. In der Medizintechnik haben chinesische Anbieter in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg Anlagen – beispielsweise Computertomografen – entwickelt, die technologisch im mittleren Segment angesiedelt sind, gleichzeitig aber solide und vor allem preisgünstiger sind. Um langfristig vor allem in Schwellenländern erfolgreich zu sein, müsste Siemens in diesem Mittelsegment noch mehr entwickeln.

Industrie



Zwar gilt der Konzern bei allem, was mit der Digitalisierung in den Fabriken zusammenhängt, als ordentlich aufgestellt. Analysten und Experten wie Andreas Willi von J.P. Morgan in London, stellen den Münchnern ein gutes Zeugnis aus. „Wir glauben, dass Siemens unter den Anbietern von Fabrikautomatisierung am besten positioniert ist, um vom Trend zur digitalen Fabrik zu profitieren“, sagt Willi.

Trotzdem haben die Münchner auch hier ein paar offene Flanken. So müsste sich der Konzern etwa im Bereich Software noch verstärken. Das Gleiche gilt für die Robotik, wo Siemens angeblich bereits mit Kuka, einem weltweit führenden Hersteller von Industrie-Robotern aus Augsburg, im Gespräch ist.

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