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Siliziumhersteller Solarpleiten verhageln Wacker Chemie die Bilanz

Der Preisverfall im Solargeschäft macht Wacker Chemie zu schaffen. Der MDax-gelistete Konzern senkt seine Umsatzprognose für 2012.

Erst im April hat Wacker Chemie eine neue Anlage zur Herstellung von Solarsilizium in Betrieb genommen. Investition: 900 Millionen Euro. Jährlich entstehen hier 15.000 Tonnen Polysilicium. Doch das Geschäft mit dem Ausgangstoff für Solarzellen ist drastisch eingebrochen. Quelle: dpa

Die Pleiteserie in der Solarindustrie schlägt auf die Quartalsbilanz der wichtigsten Zulieferern der Branche durch. Wacker Chemie meldet für das zweite Quartal einen Umsatzrückgang von acht Prozent gegenüber Vorjahr. In absoluten Zahlen bedeutet das 1,2 Milliarden Euro weniger Umsatz. Der Gewinn sank um rund 57 Prozent auf 60,6 Millionen Euro.

Den größten Umsatzeinbruch - fast ein Drittel - meldet Wacker in der Sparte Polysilicon. In diesem Geschäftsbereich ist der Verkauf von mit Solarsilicium verortet - dem wichtigsten Rohstoff zur Produktion von Solarzellen ist.

Entwicklung nach Geschäftsbereichen

Doch gerade deren Abnehmer haben zwischen April und Juni besonders gelitten. In Deutschland musste eine ganze Reihe von Solarunternehmen Insolvenz anmelden. Auslöser der Pleitewelle sind zum einen ein massiver Preisverfall, weil immer mehr asiatische Produzenten günstigere Solarzellen anboten. Zum andern brachte die Ankündigung der Bundesregierung, die Solarförderung zu kürzen eine Reihe von Solarunternehmen in die Bredouille.

Die Folgen für Wacker Chemie: Kunden nahmen die ursprünglich georderten Mengen nur zum Teil oder gar nicht ab. Zeitgleich fiel der Marktpreis für Solarsilicium. Der Umsatz der Sparte brach in der Konsequenz um volle 28 Prozent ein. Kein Wunder also, dass für Wacker Chemie in Deutschland die Geschäfte besonders schlecht liefen. Der Halbleiterzuliefere setzte fast ein Drittel weniger um als im zweiten Quartal 2011, im übrigen Europa sanken die Umsätze von April bis Juni um 11 Prozent.

Diese Probleme brachten Wacker dazu, die Umsatzprognose für das Gesamtjahr zu kappen: Statt rund fünf Milliarden Euro rechnet Wacker nun mit einem Umsatz leicht unter dem Vorjahreswert von 4,9 Milliarden Euro. Das Ebitda des Geschäftsjahres 2012 wird deutlich unter dem Wert des Vorjahres (1,1 Milliarden Euro) erwartet. Ob die Ziele erreicht werden, hänge maßgeblich davon ab, wie sich die weltweite Konjunktur, die Wettbewerbsbedingungen in der Solarindustrie und die Nachfrage auf dem Halbleitermarkt entwickelten.

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