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Sonderdividende Hochtief beglückt Aktionäre

Hochtief öffnet das Füllhorn: Der Essener Baukonzern zahlt eine höhere Dividende an seine Aktionäre, obwohl die jüngsten Verkäufe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Indes macht Hochtief weiterhin Verluste in Europa.

Hinter einem Logo des Baukonzerns Hochtief steigt ein Arbeiter in eine Baustelle: Die Jahreszahlen des Baukonzerns erfreuen die Aktionäre. Quelle: dpa

Deutschlands größter Baukonzern Hochtief entwickelt sich für die spanische Konzernmutter ACS immer mehr zur Goldgrube. Der Essener Konzern schüttet seinen Aktionären für 2014 eine deutlich höhere Dividende aus. Hochtief will 1,90 Euro je Aktie zahlen, 2013 waren es noch 1,50 Euro, wie der Baukonzern am Donnerstag mitteilte. Darin enthalten ist eine Sonderdividende von 20 Cent aus Verkäufen von Unternehmensteilen bei der australischen Tochter Leighton.

Der Essener Konzern, der sich 2014 von zahlreichen Töchtern getrennt hatte, verbuchte im vergangenen Jahr einen operativen Konzerngewinn von rund 252 (Vorjahr: 171) Millionen Euro. 2015 will Hochtief nun bei dieser Kennzahl 220 bis 260 Millionen Euro erreichen. Nach den umfangreichen Verkäufen nennt der Konzern als vergleichbare Basis 190 Millionen Euro.

Der vom spanischen Mehrheitseigner ACS entsandte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes hatte angekündigt, den Konzern auf Gewinn trimmen zu wollen. Er hatte Beteiligungen vor allem aus dem Dienstleistungsgeschäft veräußert und will Hochtief auf das klassische Baugeschäft konzentrieren. Das Sorgenkind des Konzerns, das Baugeschäft in Europa, hat Verdes dabei noch nicht in die schwarzen Zahlen geführt: Vor Steuern halbierte sich der Verlust im Kerngeschäft auf 30 Millionen Euro.

Hochtief hatte im vergangenen Jahr unter anderem den Immobilienentwickler Formart verkauft und das Offshore-Geschäft veräußert. Die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland schrumpfte entsprechend zum Jahresende auf gut 3900 von knapp 5700 Menschen, im Konzern insgesamt waren es noch gut 53.000 Menschen, mehr als 20.000 Mitarbeiter weniger als vor Jahresfrist.

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Die australische Hochtief-Ertragsperle Leighton - auch hier sitzt Verdes auf dem Chefsessel - hatte ebenfalls zahlreichen Beteiligungen „Adios“ gesagt. So ging die Tochter John Holland mit rund 4100 Mitarbeitern an einen chinesischen Konkurrenten. ACS hält knapp 61 Prozent der Stimmrechte an Hochtief, die Essener kontrollieren wiederum knapp 70 Prozent der Leighton-Anteile.

Hochtief kauft zudem derzeit eigene Aktien zurück. Der Konzern hatte angekündigt, von 7. Oktober bis Ende 2015 bis zu 6,92 Millionen eigene Anteilsscheine übernehmen zu wollen, das entspricht rund zehn Prozent des Grundkapitals. Zieht Hochtief die eingesammelten Aktien ein, steigt der ACS-Anteil an den Essenern weiter.

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