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Sparkurs Ford streicht 12.000 Stellen in Europa und gibt sechs Werke auf

Ford spart radikal, um wieder profitabel zu werden. 12.000 Arbeitsplätze sollen in Europa gestrichen werden, mehrere Werke werden geschlossen.

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Ford streicht 12.000 Stellen in Europa und gibt sechs Werke auf Quelle: obs

Frankfurt/München Der unter Kostendruck geratene Autobauer Ford setzt in Europa zum Kahlschlag an. 12.000 Arbeitsplätze und sechs Fabriken werden bis Ende kommenden Jahres gestrichen, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. In drei Werken in Russland werde der Betrieb eingestellt, in Frankreich und im britischen Wales würden Fabriken geschlossen. Im deutschen Saarlouis und im spanischen Valencia seien Schichten gestrichen worden.

Ende März hatte Ford bereits angekündigt, die Produktion des Minivans C-Max im Werk Saarlouis zum Sommer vollständig aufzugeben. Etwa 1700 Beschäftigte sollen dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren: rund 700 Mitarbeiter aus der Stammbelegschaft und ungefähr 1000 Leihkräfte.

Im Rahmen der Neuausrichtung hatte Ford auch dem russischen Pkw-Markt den Rücken gekehrt. Die Produktion des russischen Gemeinschaftsunternehmen Ford Sollers läuft Ende Juni aus. Die Führung des Unternehmens geht von Ford auf den russischen Partner Sollers über.

„Die neue Ford Sollers Struktur unterstützt Fords globale Strategie zur Neuausrichtung, unsere Führung bei Nutzfahrzeugen auszubauen und das Europageschäft in den Marktsegmenten auszuweiten, die bessere Renditen auf investiertes Kapital bieten“, erklärte Ford-Europa-Chef Steven Armstrong. Der russische Pkw-Markt sei in den vergangenen Jahren erheblich unter Druck geraten und die Erholung verlaufe langsamer als gedacht.

Auch in anderen Ländern hatte Ford hatte im Rahmen eines Sparprogramms bereits einen Stellenabbau und Werksschließungen angekündigt. Damit soll das Geschäft wieder profitabel werden. Wie andere Hersteller kämpft Ford mit schleppenden Absatzzahlen, während die Kosten wegen strengerer Abgasvorschriften und der Entwicklung von Elektroantrieben steigen.

Ford strebt eine kurz- und eine langfristige Ergebnisverbesserung an: In diesem Jahr soll das Europa-Geschäft nach Möglichkeit die Verlustzone wieder verlassen. Dauerhaft will Ford of Europe – voraussichtlich in zwei bis drei Jahren – eine operative Umsatzrendite von sechs Prozent erreichen. Eine solche Marge gilt in der Automobilbranche als Voraussetzung zur dauerhaften Existenzsicherung.

Mehr: Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt Ford-Europachef Steven Armstrong, wie der Autohersteller in Europa wieder profitabel werden will.

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