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Spekulationen um Alstom und Siemens Entsteht der ICE künftig in Frankreich?

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Alstom und Siemens kooperieren schon lange


Was alles einmal zu Siemens gehörte
Joe Kaeser Quelle: dpa
Wolfgang Dehen Quelle: dpa
Kaffee tropft aus einem Kaffee-Vollautomaten in eine Tasse Quelle: dapd
Gigaset-Telefone Quelle: dapd
Stopp-Schild vor einem Gebäude mit dem Benq-Logo Quelle: AP
Schild Nokia Siemens Networks Quelle: dpa
Infineon-Fabrik Quelle: REUTERS

Künftig wäre man bei der Deutschen Bahn eventuell offener gegenüber der Alstom-Technik im Fernverkehr. Wichtiger noch: Als gemeinsames Unternehmen dürften Siemens und Alstom darauf hinwirken, dass in Europa künftig einheitliche Standards bei der Entwicklung von Loks, Zügen und Sicherheitstechnik gelten.

Bislang haben die Unternehmen hier nicht an einem Strang gezogen. So opponierte Alstom vor einigen Jahren vehement gegen veränderte Sicherheitsstandards im Kanaltunnel, weil der Betreiber Eurostar neue Züge bei den Münchenern ordern wollte. Ein echter europäischer Markt könnte endlich Realität werden.

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Ohnehin sind Siemens und Alstom nicht ausschließlich erbitterte Feinde. In vielen Hochgeschwindigkeitszügen des Einen stecken Komponenten des Anderen. So lieferte Alstom etwa die Achsen für den Neigetechnikzug ICE-T. Auch beim Zugleitsystem ECTS bauen die Franzosen teilweise Technik in den Nah- und Fernverkehrszügen von Siemens ein. Bis zur dritten Generation der ICE-Flotte lieferte Alstom auch die Bistrowagen zu. Interessant dürfte indes sein, wo ein gemeinsames Unternehmen künftig produzieren wird. Alstom unterhält allein in Deutschland 23 Standorte. Siemens kommt auf deutlich mehr Produktionsstätten. Hier ließen sich sicher Synergien heben.

Börsenhändler sehen den möglichen Deal eher skeptisch: Die Siemens-Aktie fiel am Montag um fast drei Prozent. Sie war der größter Verlierer im Dax. „Ich hoffe sehr, dass es nicht zu einem Bieterkampf um Alstom kommen wird“, sagte Tim Albrecht, Fondsmanager des DWS Deutschland, im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Wir sehen die Pläne zum jetzigen Zeitpunkt eher kritisch.“ Auch Hans-Joachim Heimbuerger, Analyst von Kepler Cheuvreux, schrieb, es sehe so aus, als könne Siemens nur verlieren.

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Siemens will nach dem Treffen mit dem französischen Präsidenten am Montagabend über eine etwaige Offerte Alstom entscheiden. „Eine Delegation von Siemens wird heute im Laufe des Tages Gelegenheit haben, mit dem französischen Präsidenten und weiteren hohen Vertretern der französischen Politik zusammenzutreffen“, teilte das Unternehmen am Montagmittag mit. „Im Anschluss an diese Gespräche wird Siemens entscheiden, ob ein Angebot für Alstom abgegeben wird und welche Inhalte dies gegebenenfalls hätte.“

Das Tauziehen um die französische Industrie-Ikone beschäftigt auch den Aufsichtsrat der Münchener. Auf einer außerordentlichen Sitzung werde sich das Kontrollgremium am Dienstag mit dem Thema befassen, sagten drei mit der Situation vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Siemens wollte sich dazu nicht äußern.Aus hochrangigen Regierungskreisen hieß es, die Bundesregierung begleite die Siemens-Pläne "wohlwollend", jedoch ohne im Moment selbst aktiv zu werden. Eine Partnerschaft Siemens/Alstom wäre für Deutschland offensichtlich ebenfalls besser als Alstom/General Electric.

Mit Material von dpa/Reuters

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