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Spezialchemie Schwache Autoindustrie belastet Lanxess

Das Ergebnis des Chemiekonzerns ist im ersten Quartal um fast 10 Prozent zurückgegangen. Lanxess-Chef Zachert senkt daher die Ziele für das Gesamtjahr.

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Neben der Coronakrise, die zu einer rückläufigen Nachfrage in Asien führte, bekam Lanxess weiter die schwache Autoindustrie zu spüren, mit der die Kölner rund 20 Prozent ihres Umsatzes machen. Quelle: obs

Die schwache Nachfrage aus der Autoindustrie im Zuge der Coronakrise belastet Lanxess. Der Spezialchemiekonzern senkte am Mittwoch nach einem deutlichen Ergebnisrückgang im ersten Quartal seine Ziele für das Gesamtjahr. Für 2020 rechnet Vorstandschef Matthias Zachert nun mit einem bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) zwischen 800 und 900 Millionen Euro.

Zachert hatte Mitte März zur Jahresbilanz wegen der Pandemie bereits einen Ergebnisrückgang auf 900 Millionen Euro bis 1,0 Milliarden Euro prognostiziert. Im vergangenen Jahr war das Ergebnis noch um gut drei Prozent auf 1,019 Milliarden Euro gestiegen. „Wir wissen, dass wir den Höhepunkt der Krise noch nicht erreicht haben“, sagte Zachert. Er geht davon aus, dass sich die Auswirkungen der Pandemie im zweiten und dritten Quartal noch verstärken werden.

Von Januar bis März sank das bereinigte Ergebnis um fast zehn Prozent auf 245 Millionen Euro. Der Konzernumsatz fiel um zwei Prozent auf 1,704 Milliarden Euro. Neben der Coronakrise, die zu einer rückläufigen Nachfrage in Asien führte, bekam Lanxess weiter die schwache Autoindustrie zu spüren, mit der die Kölner rund 20 Prozent ihres Umsatzes machen.

Zuwächse konnte das Unternehmen dagegen bei Agrarchemikalien und Desinfektionsmitteln verbuchen, bei denen es durch die Pandemie eine Sonderkonjunktur gebe. Für das laufende Quartal rechnet Zachert derzeit mit einem Ergebnis am unteren Ende der Spanne von 200 bis 250 Millionen Euro.

Der Vorstand steuert gegen: Das Aktienrückkaufprogramm wurde bereits auf Eis gelegt, zudem werden Kosten gesenkt und Investitionen zurückgefahren. Die Boni für die Vorstände werden gekürzt und die Aufsichtsratsmitglieder verzichten auf ein Fünftel ihrer Vergütung. Die Liquidität von Lanxess sei gesichert, betonte Zachert. Das Liquiditätspolster sei mit drei Milliarden Euro mehr als dreimal höher als in der Krise, in der sich Lanxess 2012/13 befand.

Dazu trug auch der Verkauf der Anteile an dem Chemiepark-Betreiber Currenta Ende April bei. „In solchen Phasen kann man nie genug Liquidität haben. Wir fahren damit die nächsten zwei Jahre durch“, sagte Zachert. Staatshilfen seien aktuell kein Thema. Trotz der Krise zieht der Vorstand sogar ergänzende Übernahmen in Betracht: „Wir schauen uns nach wie vor Zukäufe an, wir werden in der gegenwärtigen Situation aber keinen Großakquisitionen tätigen.“

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