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SpezialverpackungsherstellerGerresheimer verzeichnet Rekord-Umsatzwachstum im ersten Halbjahr

Der Spezialverpackungshersteller profitiert von der Nachfrage nach Glasfläschchen und Spritzen etwa für Covid-Impfstoffe. An der Börse ging es trotzdem bergab. 13.07.2021 - 12:11 Uhr

Gerresheimer hat aufgrund der Nachfrage nach Impfstoff-Fläschchen für die Covid-19-Vakzine seit 2020 seine Kapazitäten ausgebaut.

Foto: dpa

Die steigende Nachfrage der Pharmaindustrie nach Glasfläschchen und Spritzen etwa für Covid-Impfstoffe hat Gerresheimer das höchste Umsatzwachstum in einem ersten Halbjahr beschert. Gestiegene Energie- und Rohstoffkosten drückten allerdings leicht auf die Rendite, wie der Spezialverpackungshersteller am Dienstag mitteilte. Der Vorstand äußerte sich dennoch zuversichtlich, die Jahresziele zu erreichen. Die Effekte seien temporär und würden über Preiserhöhungen ausgeglichen.

„Wir haben jetzt 21,2 Prozent Marge im ersten Halbjahr und wir werden sicher besser werden im zweiten Halbjahr“, sagte Finanzvorstand Bernd Metzner. Das sei traditionell das stärkere. Gerresheimer peilt 2021 ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich an und eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von 22 bis 23 Prozent. In den ersten sechs Monaten kletterte der Umsatz um 5,8 Prozent auf knapp 679 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) lag bei 142,2 (Vorjahr: 142,9) Millionen Euro.

Gerresheimer hat aufgrund der Nachfrage nach Impfstoff-Fläschchen für die Covid-19-Vakzine seit 2020 seine Kapazitäten ausgebaut. „Wir sind gut unterwegs, bis Ende diesen Jahres Zusatzkapazitäten zu haben von einer Milliarde zusätzlicher Fläschchen“, kündigte Firmenchef Dietmar Siemssen an. Damit summiere sich die Gesamtzahl auf rund vier Milliarden. Es gebe auch bereits Bestellungen für Covid-Fläschchen für das Jahr 2023. Das sei ein Indiz, dass Hersteller davon ausgehen, dass Corona noch nicht vorüber ist, betonte Siemssen.

Daneben baut Gerresheimer auch die Kapazitäten für vorfüllbare Spritzen aus. „Wenn es wirklich zu einer regelmäßigen Impfung kommt vergleichbar mit der Grippeimpfung heute ist davon auszugehen, dass das dann zunehmend auch in Glasspritzen kommt“, so Siemssen. Natürlich wollen wir dann dabei sein.“ Daher werde der deutsche Standort in Bünde bei Bielefeld ausgebaut und es sollen Fertigungen in Nordmazedonien, Mexiko und Asien entstehen.

An der Börse konnte Gerresheimer mit den Nachrichten indes nicht punkten: Mit einem Abschlag von rund sieben Prozent auf 91,35 Euro führte der Titel die Verliererliste im Nebenwerteindex MDax an.

rtr
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