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Staatlicher Ölkonzern Saudi Aramco ist das profitabelste Unternehmen der Welt

Die Ras Tanura Ölraffinerie von Saudi Aramco Quelle: REUTERS

Nicht einmal Apple oder Exxon können da mithalten: Saudi Aramco hat erstmals Geschäftszahlen veröffentlicht und mehr als hundert Milliarden Dollar Gewinn ausgewiesen. Anlass der Bekanntgabe ist eine Anleihe-Platzierung.

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Der weltgrößte Ölkonzern hat für das vergangene Jahr einen operativen Gewinn (Ebitda) von 224 Milliarden Dollar ausgewiesen. Die Zahl liegt fast drei Mal so hoch wie das Ergebnis von Apple, dessen Ebitda bei knapp 82 Milliarden Dollar lag. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg liegt der Nettogewinn aus dem Geschäftsjahr 2018 bei 111,1 Milliarden Dollar. Saudi Aramco fördert rund zehn Prozent des weltweit produzierten Erdöls.

Allerdings liegt die Gewinnmarge Aramcos hinter der anderer führender Ölkonzerne wie Royal Dutch Shell. Der Grund dafür liegt in der hohen Steuerbelastung. Aramco zahlt von seinen Gewinnen die Hälfte als Einkommensteuer an den Staat sowie zusätzlich eine Abgabe an das Königshaus von mindestens 20 Prozent. Im vergangenen Jahr hat Saudi Aramco mehr als 50 Milliarden Dollar an die saudische Regierung ausgeschütet.

Der staatseigene saudi-arabische Konzern gab seine Kennziffern preis, um ein Kreditrating zu bekommen, dass er für sein Debüt am Anleihenmarkt benötigt. Mit der Begebung eines Bonds will das Unternehmen nach früheren Angaben von Energieminister Chalid al-Falih rund zehn Milliarden Dollar erlösen. Aus Bankenkreisen verlautete später allerdings, die Transaktion könne auch höher ausfallen. Im August 2018 hatte Aramco den lange angekündigten Börsengang bis auf weiteres wieder auf Eis gelegt.

Angesichts der riesigen Gewinne dürfte für Saudi Aramco auch die Schaffung eines neuen Chemie-Branchengiganten ohne Finanzierungsprobleme gelingen::Die weltgrößte Erdölfördergesellschaft übernimmt für rund gut 69 Milliarden US-Dollar die Mehrheit am saudi-arabischen Chemiekonzern Sabic. Es ist einer der größten Deals in der Chemiebranche seit der 130 Milliarden Dollar schweren Fusion der US-Firmen Dow und DuPont. Saudi Aramco übernimmt dafür den Anteil des staatlichen Investmentfonds PIF von 70 Prozent an Sabic, wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Saudi Aramco hat nach eigenen Angaben derzeit nicht vor, die übrigen 30 Prozent zu kaufen.

Beide Seiten hatten bereits seit Monaten um den Anteil gepokert und damit auch für Verzögerungen beim ursprünglich geplanten Börsengang von Aramco gesorgt. Saudi Aramco erklärte, der Konzern erhoffe sich von der Transaktion neue Möglichkeiten im schnell wachsenden Markt für Petrochemie und sprach von einem „historischen Moment“. „Das ist eine Win-Win-Win-Transaktion und ein transformativer Deal für drei der wichtigsten wirtschaftlichen Organisationen in Saudi-Arabien“, sagte PIF-Chef Yasir Othman Al-Rumayyan. Die Beziehungen von Sabic mit Saudi Aramco gehen bis zur Gründung des Chemieunternehmens 1976 zurück.

„Wir gehen davon aus, dass Aramco nun alle künftigen Expansionspläne direkt über Sabic unternehmen wird“, sagte Analyst Yousef Husseini von EFG-Hermes. Das stärke das langfristige Wachstumspotenzial von Sabic. Saudi Aramco und Sabic verfügen über petrochemische Produktionskapazitäten von 17 beziehungsweise 62 Millionen Tonnen pro Jahr. Sabic stellt Kunststoffe, Metalle und Düngemittel her und ist mit einem Anteil von 25 Prozent Großaktionär beim Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant. In der Vergangenheit gab es immer wieder Spekulationen, der saudi-arabische Petrochemiekonzern könnte seinen Anteil an Clariant ausbauen.

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