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Staatsbeteiligung EADS-Einstieg ist ein Akt der Verzweiflung

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Höhere Art der Gerechtigkeit

Wolfgang Schäuble Quelle: dpa

Mittel und Wege dafür gibt es. Das zeigt nicht zuletzt die EADS-Hubschraubertochter Eurocopter. Die hat Umsatz und Beschäftigtenzahl in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland spürbar stärker hochgefahren als in Frankreich. Schließlich sind Deutschland und Frankreich trotz aller Kürzungen bedeutende Auftraggeber im Rüstungsgeschäft. Zudem können die Länder durch Dinge wie Forschungsförderungen oder Hilfestellungen  bei politischen Dingen helfen wie dem Export von Sicherheitstechnologie, die deutlich mehr Umsatz verspricht als die klassischen Waffenverkäufe. Doch stattdessen schaut die Politik lieber ungerührt zu, wenn wie im aktuellen Konflikt um die Teilnahme von Fluglinien am Emissionshandel Airlines und die EADS-Tochter Airbus in eine Art Geiselhaft genommen wird.

So könnte am Ende der direkte Einstieg Deutschlands eine Art höherer Gerechtigkeit sein, bei der Deutschland für viel Geld die Probleme löst, die seine Politiker angerichtet haben. Doch leider zahlen am Ende dafür die Steuerzahler. Und sie zahlen mehr als nötig.

Rentabler Deal

Zwar hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dem Vernehmen nach nur 1,6 Milliarden Euro für den Kauf der EADS-Anteile eingeplant. Doch damit wird er nicht hinkommen, wenn Daimler nicht überraschend zum Vorzugspreis verkauft. Denn die 7,5 Prozent, die Schäuble offenbar kaufen will, kosten heute bereits 1,9 Milliarden. Und will er – wie kolportiert – bis zu zwölf Prozent kaufen, muss er derzeit knapp drei Milliarden hinblättern.

Hätte Schäuble wie ein guter Kaufmann frühzeitig gekauft, wäre das billiger gewesen.  Als erstmals davon die Rede war, der Bund wolle die Daimler-Anteile übernehmen, waren die Aktien für ein Drittel weniger zu haben.

Aber immerhin ist der Deal – im Gegensatz zu anderen Stützungsaktionen wie der Bankenrettungen – zumindest rentabel. Denn die EADS zahlt eine ordentliche Dividende mit einer Rendite von gut 1,7 Prozent für 2011 – und wahrscheinlich gut zwei Prozent für dieses Jahr. Voraussetzung ist freilich, die Politiker pfuschen der Konzernführung nicht allzu sehr ins Handwerk.

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