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Stahlindustrie Siemens wird nur schwer Käufer für VAI finden

Siemens-Chef Joe Kaeser, stellt alle Geschäftsbereiche auf den Prüfstand. Vom Anlagenbauer für Stahl- und Walzwerke VAI Metals Technologies will er sich angeblich zunächst trennen. Aber wer will das Unternehmen haben?

Was alles einmal zu Siemens gehörte
Joe Kaeser Quelle: dpa
Wolfgang Dehen Quelle: dpa
Kaffee tropft aus einem Kaffee-Vollautomaten in eine Tasse Quelle: dapd
Gigaset-Telefone Quelle: dapd
Stopp-Schild vor einem Gebäude mit dem Benq-Logo Quelle: AP
Schild Nokia Siemens Networks Quelle: dpa
Infineon-Fabrik Quelle: REUTERS

Bei Siemens bleibt kein Stein auf dem anderen. Nun will der Konzern, nach Informationen von Bloomberg, den Unternehmensteil abstoßen, der ganze Stahl- und Walzwerke baut. Die Branche ist zur Zeit im Abschwung, es werden kaum noch Großaufträge erteilt. „Lediglich alte Erweiterungsaufträge und Reparaturen werden abgearbeitet“, sagt ein Brancheninsider. Auftraggeber sind vor allem osteuropäische und asiatische Länder, die ihre Stahlindustrie wettbewerbsfähig machen wollen.

Mit dem ins Auge gefassten Verkauf dreht sich ein Reigen weiter, in dem eine Schwerindustrie wie ein Wanderpokal weitergereicht wird. In den neunziger Jahren erwarb Siemens vom österreichischen Stahl- und Technologiekonglomerat Voest Alpine (VA) die VA Tec, das Großanlagenbau-Geschäft für Stahl- und Walzwerke. Damit hatte Siemens einen Anbieter unter seine Fittiche genommen, der zu den drei Großen auf der Welt gehört: Neben VA Tec war dies der italienische Konzern Danieli und die Düsseldorfer SMS Siemag.

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Letztere Unternehmen, Danieli und SMS, befinden sich fest in Familienhand. Die Düsseldorf SMS Siemag gehört zum Großindustriellen Heinrich Weiss. Der frühere BDI-Präsident und Deutscher Tourenwagenmeister ist zusammen mit seinen Schwestern Miteigentümer und nach jahrelanger Führung im Vorstand vor ein paar Monaten in den Aufsichtsratsvorsitz gewechselt.

Ob auch Gerhard Cromme seine Finger im Spiel hat? Der Aufsichtsratsvorsitzende von Siemens war jahrelang Vorstandschef und später noch länger Aufsichtsratschef des Stahlkochers ThyssenKrupp, der auch Kunde von Siemens war. Mit dem Desaster der Investitionen in zwei Stahlwerke in Übersee, die ThyssenKrupp statt vier stolze zwölf Milliarden Euro kostete, ist die Begeisterung für Stahl und Stahlwerke auch bei Cromme verflogen. Der Siemens-Anlagenbau-Geschäftsbereich mit 7000 Beschäftigten wird es schwer haben, im Tief der Stahlkonjunktur einen Käufer zu finden.

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