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Stahlproduzent Salzgitter-Chef fordert Schutz vor Trumps Stahl-Zöllen

Das vierte Jahr in Folge steigert Deutschlands zweitgrößter Stahlproduzent Salzgitter den Gewinn – doch der Ausblick bleibt verhalten.

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Salzgitter-Chef fordert Schutz vor Trumps Stahl-Zöllen Quelle: dpa

Salzgitter Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter blickt verhalten in die Zukunft und rechnet für 2018 nur mit einem leichten Zuwachs bei Umsatz und Gewinn.

Bei der Bilanzpressekonferenz in Salzgitter erklärte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann: „Das Jahr 2017 ist für Salzgitter ohne Zweifel erfolgreich gelaufen.“ Freude über das Erreichte sei zwar angebracht. „Es wäre aber fahrlässig sich darauf auszuruhen. Denn das Umfeld hat sich verändert.“

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 erzielte Salzgitter einen Vorsteuergewinn von 238 Millionen Euro (Vorjahr 53,2 Millionen Euro), bei einem Umsatz von rund neun Milliarden Euro (Vorjahr: rund acht Milliarden).

Für den Konzern ist es die vierte Ergebnissteigerung in Folge und der höchste Vorsteuergewinn seit Ausbruch der Finanzkrise 2008. Doch die Stahlzölle, die die US-Regierung angekündigt hat, trüben den Ausblick.

Für das laufende Jahr rechnet Fuhrmann mit einem ähnlichen Ergebnis und wiederholte damit die Ziele, die er bereits im Januar ausgegeben hatte: Der Umsatz soll 2018 leicht oberhalb von neun Milliarden Euro, der Vorsteuergewinn zwischen 200 und 250 Millionen Euro liegen.  Das Nettofinanzguthaben stieg 2017 leicht auf 380,5 Millionen Euro. „Wir sind solide finanziert“, so Fuhrmann.

Für die Aktionäre bleibt eine vorgeschlagene Dividende in Höhe von 0,45 Euro je Anteil (Vorjahr 0,30 Euro) – eine Erhöhung von 50 Prozent. Der Anteil der Ausschüttung am Konzernergebnis beträgt damit rund zwölf Prozent.

Positiv zum Ergebnis beigetragen haben vor allem die Geschäftsbereiche Flachstahl und Handel: Hier haben die zuletzt anziehenden Stahlpreise für eine Erholung gesorgt.

Einen großen Teil des Gewinns steuerte mit rund 79 Millionen Euro auch die Beteiligung an dem Kupferproduzenten Aurubis bei, an dem Salzgitter mit 16 Prozent beteiligt ist. Im Oktober reduzierte Salzgitter den Anteil an Aurubis von ursprünglich 25 Prozent und gab Aktien des Unternehmens für die Auslösung einer Wandelanleihe aus.

Trotz der positiven Zahlen geriet die Aktie des Stahlherstellers zuletzt unter Druck. Grund dafür war vor allem die Ankündigung der US-Regierung, künftig 25 Prozent Zoll auf Stahlimporte zu erheben.

Salzgitter betreibt selbst keine Stahlproduktion in den USA und exportiert nur wenig in die Region. Dennoch verlor das Papier seit Ende Januar fast 18 Prozent an Wert. „Dafür kann man uns aber nicht verantwortlich machen“, so Fuhrmann.

Wie viele andere Stahlproduzenten in Europa fürchtet das Unternehmen, dass eine große Menge des Stahls aus Drittländern, der für den US-Markt bestimmt ist, künftig in Europa angeboten wird.

So schätzt der europäische Stahlverband Eurofer, dass das Angebot in Europa um mindestens 13 Millionen Tonnen pro Jahr wachsen könnte, wenn die EU-Kommission nicht eingreift – was zwangsläufig zu sinkenden Preisen führt.

In Salzgitter bekräftigte Vorstandschef Fuhrmann daher seinen bisherigen Appell, den europäischen Markt vor eine Stahlschwemme zu schützen.

„Nicht Zölle auf Harley Davidson oder Whiskey – sondern auf das, was wirklich marktrelevant ist“, forderte er mit Blick auf die schon jetzt hohen Stahlimporte in die EU. Allerdings sollten die Barrieren so ausgestaltet sein, dass sie der stahlverarbeitenden Industrie hierzulande nicht schaden, so Fuhrmann.

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