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Stahlriese ThyssenKrupp will Stahlwerksverkauf nicht aufgeben

ThyssenKrupp will trotz der schleppenden Verhandlungen am Verkauf der verlustreichen Stahlwerke in Übersee festhalten. Vorstandschef Heinrich Hiesinger will sich allerdings nicht weiter unter Druck setzen lassen.

ThyssenKrupp will trotz der schleppenden Verhandlungen seine Pläne zum Verkauf der verlustreichen Stahlwerke in Übersee nicht zu den Akten legen.

ThyssenKrupp will den bereits mehrfach totgesagten Verkauf der verlustreichen Stahlwerke in Übersee nicht zu den Akten legen. "Wir befinden uns unverändert in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem führenden Bieter über den Verkauf der beiden Werke von Steel Americas und streben weiterhin ein zeitnahes Signing an", sagte ein Konzernsprecher am Samstag. Vorstandschef Heinrich Hiesinger hatte allerdings deutlich gemacht, dass sich der Konzern nicht weiter unter Druck setzen lassen will und die Anlagen notfalls behält. Das "Wall Street Journal Deutschland" berichtete unter Berufung auf mit den Überlegungen vertraute Personen von einer weiteren Variante. Sollte nur der Verkauf des Werks in den USA gelingen, solle der in Brasilien produzierte Stahl mit einem Partner in Südamerika weiterverarbeitet werden.

Die Geschäfte der ThyssenKrupp AG

Auch das "Handelsblatt" berichtete von einer Partnersuche. In einem Vorabbericht am Sonntag zitierte die Zeitung Insider, "mit hoher Wahrscheinlichkeit wird ThyssenKrupp einen Partner reinholen und selbst beteiligt bleiben". ThyssenKrupp wollte sich am Sonntag dazu nicht äußern.

ThyssenKrupp versucht seit anderthalb Jahren, die Werke abzustoßen. Die Kosten für die Anlagen waren auf über zwölf Milliarden Euro explodiert. Bei den Verkaufsverhandlungen mussten Hiesinger und Finanzchef Guido Kerkhoff immer wieder Rückschläge hinnehmen. Anfang des Jahres hatte Hiesinger einen Abschluss im Mai in Aussicht gestellt. Später musste er einräumen, dass dies nicht einmal in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 möglich sei. Als Favorit galt lange Zeit der brasilianische Stahlkonzern CSN. Dieser ließ ThyssenKrupp aber immer wieder zappeln und wollte den Preis drücken, wie Reuters von mehreren mit den Verhandlungen vertrauten Personen erfahren hatte. Möglich sei auch ein Verkauf nur des Werkes in den USA.

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