Stahlsparte Thyssen-Krupp einigt sich mit Tata auf Fusion

Der Industriekonzern Thyssen-Krupp hat sich mit dem indischen Konkurrenten Tata auf eine Fusion der europäischen Stahlsparte geeinigt. Das neue Unternehmen hat seinen Sitz nicht in Deutschland.

EssenLaut einer Börsen-Pflichtmitteilung haben Thyssen-Krupp und Tata Steel heute eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) über den Zusammenschluss ihrer europäischen Stahlaktivitäten in einem 50/50-Joint Venture unterzeichnet. Ziel sei es, einen führenden europäischen Flachstahlanbieter zu schaffen. Die Schwerpunkte würden insbesondere eine Qualitäts- und Technologieführerschaft des neuen Unternehmens sowie eine nachhaltig wettbewerbsfähige Kostenbasis sein.

Gemeinsam könnten beide Unternehmen als starke neue Nummer zwei in Europa Größen- und Verbundvorteile erzielen. Sie würden einen integrierten Produktions- und Logistikverbund in Europa schaffen, der eine bessere Nutzung von Anlagen ermögliche. Die Stahlwerke beider Unternehmen gehören zu den leistungsstärksten in Europa und ergänzen sich bei Kundenbranchen und Produkten. Beide Unternehmen arbeiten operativ profitabel“, heißt es.

Das neue Unternehmen mit dem Namen Thyssen-Krupp Tata Steel und Sitz in der Region Amsterdam würde laut Mittteilung einen Pro-forma-Umsatz von etwa 15 Milliarden Euro erzielen, hätte einen Versand von etwa 21 Millionen Tonnen Flachstahl pro Jahr und würde etwa 48.000 Mitarbeiter an aktuell 34 Standorten beschäftigen.

Die Verhandlungen über die Details der Transaktion und die Due Diligence sollen bis Anfang 2018 abgeschlossen werden. Die Unterzeichnung des Joint-Venture Vertrags erfordert noch die Zustimmung der Kontrollgremien beider Unternehmen. Zudem muss die Transaktion noch von der EU-Komission überprüft werden.

Durch den Zusammenschluss würden beide Unternehmen von signifikanten Synergien in Höhe von 400 bis 600 Millionen Euro profitieren, heißt es in der Mitteilung. In den Anfangsjahren kämen diese vor allem durch eine Integration von Vertrieb und Verwaltung, Forschung und Entwicklung, eine gemeinsame Optimierung von Einkauf, Logistik und Servicecentern sowie eine bessere Auslastung der Weiterverarbeitungsstufen zustande. Zu einem späteren Zeitpunkt würde das gesamte Produktionsnetzwerk überprüft. Daraus mögliche Synergien sind noch nicht quantifiziert.

Die beiden Joint-Venture-Partner gehen davon aus, dass im Gemeinschaftsunternehmen bis zu 2.000 Stellen in Verwaltungsbereichen und möglicherweise bis zu 2.000 Stellen in der Produktion abgebaut werden müssen. Dabei sollen die Lasten ungefähr hälftig auf die beiden Partner entfallen.

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