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Stefan Heidenreich Ex-Beiersdorf-Chef kassiert Rekord-Vergütung

Ex-Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich kassiert Rekord-Vergütung Quelle: dpa

Im Schnitt bekommt ein Dax-Chef 7,5 Millionen Euro pro Jahr. Spitzenreiter 2018: Beiersdorf-Chef Heidenreich. Er erhielt in seinem letzten Jahr vom Konzern 23,45 Millionen Euro. Auch viele MDax-Manager stehen gut da.

Trotz stagnierender Gewinne haben die Vorstandschefs der größten deutschen Unternehmen mehr verdient. Im Durchschnitt zahlten die Unternehmen im Leitindex Dax ihren Top-Managern für das vergangenen Jahr 7,5 Millionen Euro – 3,6 Prozent mehr als im Jahr davor, wie aus einer am Montag veröffentlichten Auswertung der Vergütungsberatung hkp hervorgeht. Verzerrt wird die Bilanz aber durch die 23,45 Millionen Euro, die Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich in seinem letzten Jahr im Amt bekam. Das war die höchste Vergütung, die ein Vorstandschef im Dax jemals kassierte. Insgesamt erhielten zwölf der 23 Vorstandschefs, die das ganze Jahr 2018 über im Amt waren, weniger Geld als ein Jahr zuvor.

„Die magische Grenze von zehn Millionen Euro überschreitet neben Beiersdorf nur die Allianz – und das auch nur knapp“, sagte hkp-Mitgründer Michael Kramarsch in Frankfurt. Für 2017 hatten noch fünf Dax-Chefs mehr als zehn Millionen Euro bekommen. Die meisten Zuwächse resultierten aus der Auszahlung langfristiger Vergütungen, die auf ein Jahr bezogenen Boni schrumpften wegen der Konjunktur-Abkühlung um 13 Prozent. „Wir werden auch in diesem Jahr noch hohe variable Vergütungen sehen“, sagte Kramarsch voraus. Erst 2020 sei mit einem Rückgang zu rechnen. „Wenn ich auf langfristige Anreize setze, muss ich aushalten, dass es auch nach einem schlechten Geschäftsjahr zu einer hohen Auszahlung kommt.“

Bei Heidenreich stammten allein 21 Millionen Euro aus den Mehrjahres-Boni, die er in den sieben Jahren seiner Amtszeit anhäufte. Auch Allianz-Chef Oliver Bäte, mit 10,33 Millionen auf Platz zwei, profitierte von den fällig werdenden langfristigen Boni, die sein Gehalt mehr als verdoppelten. Auf dem dritten Platz landete der Spitzenreiter von 2016 und 2017, SAP-Chef Bill McDermott, mit 9,97 Millionen.

Spitzengehälter nicht nur im Dax

Nicht nur im Dax können sich Manager über zweistellige Millionensummen freuen. „Die Spitze der Unternehmen in der zweiten Reihe kann durchaus mit der Spitze im Dax mithalten“, sagte Kramarsch. Das zeige der Modehändler Zalando aus dem Nebenwerteindex MDax. Zalando-Vorstand Rubin Ritter erhielt im vergangenen Jahr fast 20 Millionen Euro.

Auffallend seien die Gehaltsrückgänge in der Autobranche, sagte Kramarsch. Die Chefs von Daimler und BMW, Dieter Zetsche und Harald Krüger, mussten Millionen-Einbußen hinnehmen. VW-Chef Herbert Diess ist erst seit April im Amt, kassierte aber mit 8,5 Millionen ebenfalls weniger als sein Vorgänger Matthias Müller. Diesem wurde der Abschied mit 17,8 Millionen Euro Abfindung versüßt.

Scharfe Kritik übte Kramarsch an den geplanten Änderungen an den Gehaltstabellen in den Geschäftsberichten. „Deutschland droht der Rückschritt in die Transparenz-Steinzeit“, kritisierte der Vergütungsexperte. Gerade die Langfrist-Boni und die Beiträge zu Betriebsrenten seien in den vergangenen fünf Jahren gestiegen und machten zusammen 60 Prozent der Gehälter aus. „Umso erschreckender ist es, dass die Transparenzvorschriften für genau diese Vergütungselemente wieder gestrichen werden sollen.“

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