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Strategie Die Macht der Daten schlägt in allen Branchen durch

Produktion, Vertrieb, Lieferketten: wie das Internet die Wertschöpfungsketten in allen Branchen umkrempelt. Und wie sie den Wandel zum digitalen Unternehmen bewältigen.

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Landmaschinenproduzent, Claas

Die Mittagssonne sticht vom Himmel, Staub verdeckt die Sicht über das knapp 100 Hektar große Getreidefeld in der Nähe von Hinsdorf, einem Weiler in Sachsen-Anhalt. Gerade hat Florian Kreis eine Fuhre mit frisch geerntetem Weizen von seinem Hänger auf einen Lkw am Feldrand verladen, als sich das Tablet im klimatisierten Cockpit seines Traktors meldet: Der Kornspeicher eines der vier auf der Parzelle eingesetzten Mähdrescher ist zu 74 Prozent gefüllt – der Computer gibt Kreis das Signal zum Aufbruch, in exakt drei Minuten soll das Umladen des geernteten Getreides vom Mähdrescher auf seinen Traktor beginnen.

Auf der linken Seite des Bildschirms zeigt eine Karte den Standort der Maschine und den schnellsten Weg dorthin an, auf der rechten Seite des Displays kann er den Namen der anderen Fahrer ebenso ablesen wie deren Fahrgeschwindigkeit und den Feuchtigkeitsgrad des im Speicher der riesigen Maschine zwischengelagerten Getreides. Ein Abstandsmesser stellt sicher, dass sich Kreis kurz darauf bis auf wenige Zentimeter der Mähmaschine nähern kann, die das geerntete Korn auf Kreis’ Traktor umlädt, ohne die Ernte zu unterbrechen. Schließlich drängt die Zeit – auch weil Kreis’ Tablet den nächsten Regenschauer ankündigt. „Bis zu 20 Prozent höhere Effizienz“ bringe die per Tablet digital koordinierte Ernte, resümiert Hermann Garbers, Technologie-Vorstand des Landmaschinenherstellers Claas, den Feldversuch des Projektteams vom August 2013.

Nicht das einzige Angebot, an dem Claas derzeit tüftelt: Der Konzern bastelt an 365Farmnet, einer systemunabhängigen, herstellerübergreifenden Softwareplattform, über die Claas und bisher fünf Partner – darunter Saatgutproduzent KWS und Bayer – per App Tipps zum Einsatz von Maschinen, Düngemitteln und Saatgut geben. Mehr als 1600 Landwirte haben sich auf der Plattform schon registriert, obwohl die erst im April online gehen wird. Die Zahl der Kooperationspartner soll binnen zwei Jahren auf 100 steigen. Und auch an den tablet-gesteuerten Traktoren sind schon Dutzende Kunden interessiert.

Das heißt auch: Statt über PS und Maße von Schneidwerken müssen die Claas-Vertriebler Kunden und Händler künftig über softwarebasierte Prozesse und Maschinenkommunikation informieren. Und der Anteil der Claas-Mitarbeiter, die an der Entwicklung von Hard- und Software beteiligt sind, hat sich innerhalb weniger Jahre auf 25 Prozent verfünffacht.

Wie Ihr Unternehmen digital fit wird

„Die Leistung unserer Fahrzeuge ist weitgehend ausgereizt, wir müssen uns verändern – vom klassischen Maschinenhersteller zum systematisch vernetzten Problemlöser –, das erwarten unsere Kunden“, sagt Claas-Vorstand Garbers. „Wir können diese Entwicklung nicht ignorieren – wenn wir unser Angebot nicht anpassen, tut es die Konkurrenz.“

Eine Analyse, die die derzeitige Situation vieler Unternehmen recht treffend beschreibt: Die Digitalisierung unserer Ökonomie schreitet unaufhaltsam voran, stellt die Art und Weise unseres Wirtschaftens, unserer Produktion, unserer Kundenbeziehungen auf den Kopf. Bisher rauften sich vor allem traditionelle Buchhandlungen, Plattenläden oder Kaufhäuser die Haare ob der erdrückenden Konkurrenz durch Online-Plattformen wie Amazon, Zalando, Ebay oder Spotify. Andere beschränkten sich weitgehend auf die Frage, ob sie ihr Marketingbudget künftig statt in klassische Spots und Anzeigen in TV, Zeitschriften oder Zeitungen nicht besser in Online-Banner, Facebook-Fanseiten oder Promo-Videos auf YouTube stecken sollten. Doch jetzt macht die Digitalisierung vor keiner Branche und keinem Element der Wertschöpfungskette mehr halt. Ob Großkonzern, Mittelständler oder Kleinunternehmen, ob im Maschinenbau oder der Automobilbranche, ob in der Energiewirtschaft oder in der Bankenbranche, ob in Produktion, Vertrieb oder Logistik: Über kurz oder lang muss sich jedes Unternehmen mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf das eigene Geschäftsmodell beschäftigen.

Dauerhaftes Experiment

Günstige Smartphones und schrille Gadgets
Oral-B Smart Series Neben Smartphones, Tablets und vernetzen Autos sticht auf dem Mobile World Congress 2014 ein Produkt besonders heraus. Es ist eine Zahnbürste. Oral-B stellt dort eine interaktive elektrische Zahnbürste vor. Die interaktive elektrische Zahnbürste nutzt Bluetooth 4.0-Technologie für die Verbindung mit der Oral-B App. Beim Zähneputzen bietet sie Pflegeanleitung in Echtzeit und speichert die Putzvorgänge, die als Diagramme für den Nutzer oder für den Zahnarzt angezeigt werden können. Damit ermöglicht sie eine intelligentere und individuellere Zahnpflegeroutine. Mit dieser Innovation lässt sich die individuelle Zahnpflege und damit letztlich das Ergebnis der Zahnarztbesuche kontrollieren. Quelle: Presse
Nokia X Das neue Gerät des finnischen Unternehmen soll die Lücke zwischen Lumia und Asha füllen: Alle drei Android-Smartphones kosten nur um die 100 Euro, das neue Gerät sogar nur 89 Euro. Es verfügt über einen fünf Zoll Bildschirm, wie auch eine Megapixel-Kamera mit fünf Megapixeln - ein Homescreen lässt sich personalisieren. Quelle: REUTERS
Samsung - Gear 2 NeoDiese Uhr informiert über eingegangene E-Mails und Kurznachrichten und ist mit Sensoren für Fitness-Funktionen versehen. Der Chip wurde zu einer Version mit zwei Rechenkernen und 1 Gigahertz Taktfrequenz aufgerüstet, die Speicherkapazität liegt bei 4 Gigabyte. Vorgestellt in Barcelona. Quelle: AP
Samsung Gear 2 und Gear FitEbenfalls neu im Samsung-Sortiment ist die Datenuhr Gear 2 und vor allem das Fitnessarmband Gear Fit. Das Gear Fit verfügt über einen gebogenen Display, so dass sich das Gadget gut an den Arm anschmiegt. Außerdem ist ein Schrittzähler, ein Pulsmesser und die Möglichkeit Musik und Nachrichten abzurufen integriert. Der Gesundheits-Tracker soll sich mit 20 unterschiedlichen Samsung-Smartphones kombinierbar sein. Quelle: AP
Huawei - MediaPad X1Das Gerät hat wie ein kleines Tablet einen Bildschirm mit 7-Zoll-Diagonale, man kann es aber auch wie ein Telefon nutzen. Es ist zugleich deutlich kompakter als andere Tablets mit ähnlicher Bildschirmgröße. Das Display nimmt 80 Prozent der Oberfläche ein, wie Huawei-Manager Richard Yu am Sonntag beim Mobile World Congress in Barcelona betonte - ein gleichzeitig dünnes und leistungsstarkes Gerät. Quelle: REUTERS
Firefox OSMozilla weitet seinen Vorstoß auf den Handymarkt mit dem mobilen Betriebssystem Firefox OS aus. Am Sonntag stellte die Stiftung auf dem Mobile World Congress in Barcelona gemeinsam mit Handyherstellern mehrere neue Geräte mit dem Firefox-Betriebssystem vor. Darunter ist auch zum ersten Mal ein Tablet. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom arbeitet Mozilla an neuen Funktionen zum besseren Schutz der Privatsphäre der Handynutzer. Quelle: AP
TalkBand B1 Der chinesische Konzern Huawai stellte eine andere ungewöhnliche Kombination vor: Ein Headset, das sich zu einem Fitness-Armband umfunktionieren lässt. Das „TalkBand“ soll für 99 Euro auf den Markt kommen. Quelle: REUTERS

„Den Elefanten portionieren“ nennt Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz & Co. diese Mammutaufgabe für das Management. „Viele Unternehmen befinden sich derzeit im dauerhaften Experimentiermodus.“

Die Herausforderung: Ermöglicht durch eine Flut an Daten und billiger Rechnerleistung, gilt es, intelligent vernetzte Produkte und Dienstleistungen anzubieten – darunter auch solche, die absehbar vom physischen zum virtuellen Produkt werden, wie Kreditkarten oder Schlüssel. Produkte, die Kunden heute erwarten – jederzeit bequem abrufbar und individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten.

Oft sind es junge Unternehmen, die mit ihren Digitalstrategien ganze Branchen in Aufruhr versetzen – wie das Hamburger Startup MyTaxi oder der Limousinenservice Uber, die an der Dominanz etablierter Taxi-Unternehmen rütteln.

Zunehmend lässt die Macht der Daten auch Unternehmen aus bisher fremden Branchen wahlweise zu Kooperationspartnern oder Konkurrenten werden: Durch die Übernahme des Startups Nest steigt Datensammler Google ins Geschäft mit dem digital vernetzten Heim ein, greift damit etablierte Energieversorger wie RWE an, der über eine App fürs digitale Auslesen und Steuern des privaten Energiebedarfs selbst den Anschluss ans digitale Zeitalter sucht. Ungemütlich dürfte es auch für Banken werden, wenn IT-Konzerne wie Apple ihre Millionen Kreditkartendaten für disruptive Geschäftsmodelle nutzen. Nicht zuletzt wird der zu erwartende flächendeckende Einsatz von 3-D-Druckern traditionelle Distributionsketten sowohl zwischen Geschäftskunden wie zum privaten Verbraucher auf den Kopf stellen.

Globale Entwicklungen, die viele Dickschiffe der deutschen Industrie zum Handeln zwingen: Die Supermarktkette Rewe etwa hat mit dem Online-Verkauf frischer Lebensmittel begonnen, Miele plant, über die digitale Kontrolle des Waschmitteltanks seiner Waschmaschinen ins Geschäft mit Flüssigwaschmitteln einzusteigen. Und die Deutsche Telekom hat in Kooperation mit Allianz und HDI eine Tochtergesellschaft gegründet, über die sie SureNow betreibt – eine Online-Plattform für kurzfristig per Smartphone abschließbare Policen für spontanen Kurzzeitschutz gegen Skibruch, Diebstahl oder Unfälle.„Unternehmen müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort, ob allein oder mit Kooperationspartnern, die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg annehmen und nutzen“, sagt Alexander Rossmann, Professor für digitale Ökonomie an der Hochschule Reutlingen. „Dafür müssen sie sich gegenüber dem Kunden und intern völlig neu organisieren – diese Entwicklung ist nicht mehr zurückzudrehen.“

Grund genug für die WirtschaftsWoche, diese Umwälzungen genau unter die Lupe zu nehmen, Deutschlands digitale Champions ausfindig zu machen und den ersten Digital Transformation Award (DTA) auszuloben.

„Wir befinden uns mitten in einer neuen Stufe der industriellen Revolution“, sagt T-Systems-Vorstandschef Reinhard Clemens, der derzeit fast täglich mit CEOs deutscher Unternehmen über Herausforderungen des digitalen Zeitalters diskutiert und an zahlreichen Digitalprojekten beteiligt ist. „Die Digitalisierung wirft alte Distributionsketten über den Haufen, verändert bestehende Geschäftsmodelle fundamental.“

Völlig neu organisieren

Was alles aus unseren Autos verschwinden wird
Schon länger vom Aussterben bedroht sind manuelle Fensterheber. In ein, zwei Jahren wird es nur noch Autos mit elektrischen Fensterhebern geben. Quelle: dpa/dpaweb
Auch den Kofferraum muss kaum noch ein Neuwagenbesitzer per Hand öffnen. Oft reicht ein Knopfdruck auf der Fernbedienung oder eine Geste und das Heck des Wagens öffnet sich. Das System dürfte künftig Schule machen. Quelle: dpa
Auch der klassische Autoschlüssel ist auf dem Rückzug. Immer mehr Autos werden mittlerweile per Knopfdruck gestartet und per Funk geöffnet. Quelle: dpa
Es ist noch gar nicht so lange her, da rollten Autos mit serienmäßig eingebautem Navigationsgerät vom Band. Neuwagen, die in ein, zwei Jahren beim Händler stehen, werden das nicht mehr haben. Schließlich nutzt so gut wie jeder Navi-Apps auf dem Smartphone. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Dementsprechend könnte auch der CD-Player beziehungsweise das Autoradio verschwinden. Die Veranstalter der US-Elektronikmesse CES gehen davon aus, dass künftig das Handy die Hauptmusikquelle im Auto sein wird. Quelle: REUTERS
Und wo wir schon beim Klang sind: Je mehr umweltfreundliche Antriebstechnologien verwendet werden, desto weniger dröhnende Motoren wird man künftig hören. Das satte Blubbern eines V8-Motors gibt es nunmal nur mit Benzin, nicht mit Strom. Quelle: AP
Und mit den neuen Motoren verschwindet peu á peu auch die herkömmliche Gangschaltung. Das Auto der Zukunft könnte also ganz ohne Gangschaltung auskommen. Statt dessen gibt es einen Schalter oder einen Hebel, mit dem bestimmt wird, ob das Auto vor- oder rückwärts fahren soll. Quelle: obs

Laut einer repräsentativen Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und des IT-Branchenverbands Bitkom hängen die Geschäfte von 50 Prozent aller Unternehmen in Deutschland inzwischen stark vom Internet ab. Offenbar der richtige Weg, wie eine Studie des Massachusetts Institute of Technology bestätigt: Im Vergleich zu Internet-Ignoranten machen Unternehmen mit funktionierender Digitalstrategie neun Prozent mehr Umsatz, sind um 26 Prozent profitabler und erzielen zwölf Prozent mehr Marktwert – egal, in welcher Branche. Und laut einer Online-Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey unter 850 Führungskräften ist die Digitalisierung der Geschäftsprozesse auf dem Vormarsch: 40 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Unternehmen entweder digitale Technologien in ihre Produkte integrieren oder auf Cloud Computing setzen. 23 Prozent der Unternehmen kreieren gar rein digitale Produkte.

„Die strategische Wucht der Nullen und Einsen ist nicht mehr wegzudiskutieren“, sagt Roland Scheffler, Leiter der Strategieberatung der IBM-Consulting-Sparte IBM Global Business Services. „Gewinnen werden die Unternehmen, die die Digitalisierung nicht als Bedrohung fürchten, sondern als Chance nutzen.“

So wie Cewe: Als dem langjährigen europäischen Marktführer für die Entwicklung analoger Filmrollen, gestartet 1912 als Photographische Anstalt Carl Wöltje, vor gut 15 Jahren das Kerngeschäft radikal wegzubrechen beginnt, stellt das Unternehmen Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette auf Digitaltechnik um. Schließt die Hälfte seiner Labore, entlässt rund ein Drittel der Belegschaft, investiert seit 2002 knapp 350 Millionen Euro – und schafft, anders als Konkurrenten wie Kodak oder Agfa, die digitale Transformation. Heute macht Cewe 90 Prozent seines Umsatzes von mehr als 500 Millionen Euro mit Digitalprodukten – vor allem mit Fotobüchern, in die sich per QR-Code auch Videos integrieren lassen und die sich auch über Facebook und iPhone in Auftrag geben lassen. Allein 120 Softwareentwickler arbeiten bei Cewe, das auch in den Online-Druck eingestiegen ist.

„Wir machen uns rechtzeitig die richtigen Sorgen“, sagte Cewe-Chef Rolf Hollander jüngst auf dem WirtschaftsWoche-Weltmarktführer-Kongress in Schwäbisch Hall, „das hat unseren Erfolg ausgemacht.“

„Der digitale Wandel muss von oben ins Unternehmen hineingetragen werden“, bestätigt Karl-Heinz Land, Gründer der auf digitale Transformation spezialisierten Unternehmensberatung Neuland. „Wir befinden uns im Zeitalter des Digitalen Darwinismus – wer jetzt nicht auf den Zug aufspringt, kommt nicht hinterher“.

Die digitale Fitness der Autohersteller und Bau- und Möbelmärkte. Bitte klicken Sie hier, um die Grafik zu vergrößern!

Wie schnell es für Unternehmen bergab geht, die die Bedeutung einer stringenten Digitalstrategie nicht erkannt haben, macht der Digital Readiness Index deutlich, den Internet-Ökonom Land für die WirtschaftsWoche entwickelt hat: Anhand von 150 Kriterien hat er 233 Unternehmen aus zehn Branchen auf die digitale Zukunftsfähigkeit ihrer Wertschöpfungsketten abgeklopft. Und damit einen Lackmustest für ihre Überlebenswahrscheinlichkeit entwickelt, wie ein Blick ans Ende einiger Branchenrankings deutlich macht: Während das Management der Baumarktkette Obi schon während des Einkaufs seiner Kunden weiß, was diese am liebsten kaufen, steuerte Konkurrent Praktiker nicht nur wegen seiner dauerhaften Rabattaktionen („20 Prozent auf alles – außer Tiernahrung“) in die Insolvenz. Sondern auch weil man ohne intelligentes elektronisches Warenwirtschaftssystem den Draht zum Kunden und Produkttrends verloren hatte.

Virtueller Showroom

Die besten Apps für Autofahrer
Blitzer.deDen Radarfallenmelder "Blitzer.de" gibt es sowohl für Android-Handys als auch für iPhones. Die kostenlose App erfasst sowohl fest installierte Blitzer als auch mobile Kontrollen. Blitzer.de aktualisiert sich alle fünf Minuten anhand der Blitzerwarnungen aus der Community. Wer im Ausland unterwegs ist und Roaminggebühren umgehen möchte, kann auch einen Offline-Modus wählen, bei dem allerdings die Aktualisierung entfällt. Technische Daten: Für die App sind entweder iOS 3.0 (oder höher) oder Android OS 2.1 (oder höher) erforderlich. Quelle: Screenshot
Bußgeldrechner von Ergo DirektMit diesem kostenlosen Bußgeldrechner checken Sie die zu erwartenden Kosten bei Verkehrsverstößen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Tempoüberschreitungen, zu geringen Abstand, überfahrene Ampeln oder Alkohol am Steuer handelt. Technische Daten: Kompatibel mit iPhone 3GS, iPhone 4, iPhone 4S, iPhone 5, iPod touch (3. Generation), iPod touch (4. Generation), iPod touch (5. Generation) und iPad. Erfordert iOS 4.3 oder neuer. Quelle: Screenshot
Pannenhilfe vom ADACDie ADAC Pannenhilfe App stellt auf Wunsch einen Telefonkontakt zum ADAC her, um bei Panne oder Unfall einfach und schnell Hilfe anzufordern. Auf Wunsch wird zusätzlich der aktuelle Standort zum ADAC übertragen. Das erspart lange Beschreibungen des Aufenthaltsortes und kann das Auffinden des Pannenfahrzeugs erleichtern. Die App ist für ADAC Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern kostenfrei. Technisch Daten: Unterstützt werden derzeit Geräte ab der Android-Version 1.6. Ebenso kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad. Erfordert iOS 5.0 oder neuer. Diese App ist für iPhone 5 optimiert. Quelle: Screenshot
Staus umfahren mit StauMobilDie App zeigt neue Staus umgehend an. Der Service umfasst zudem die aktuelle ADAC Verkehrsprognose. Daten über Ferientermine, Urlaubsrouten, Grenzübergänge, Dauerbaustellen und Großveranstaltungen fließen in die Prognosen ein. Bei Stau können sie so eine neue Route planen. Über die Lokalisierungsfunktionen werden Sie automatisch über die nächstgelegenen Gefahrenpunkte im Verkehr informiert. Die Staudarstellung erfolgt per Karte, Satellitenfoto oder Hybridansicht. Technische Daten: Kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad. Erfordert iOS 4.3 oder neuer. Diese App ist für iPhone 5 optimiert. Quelle: Screenshot
Die Kosten im Blick mit dem TankBuchStatt des Büchleins im Handschuhfach lassen sich die Tankdaten bequem mit dieser App erfassen. Sie ist sowohl in einer kostenlosen als auch in einer „Pro“-Version für 2,99 Euro zu haben. Mehrere Fahrzeuge lassen sich damit verwalten. Wer seinen Fahrstil ändert, kann sich die Auswirkungen auf sein Tankverhalten grafisch anzeigen lassen. Die grafische Übersicht für mehrere Zeiträume möglich. Technische Daten: Tankbuch ist werbefinanziert über das iAd Network. Ihre Daten können Sie über Google Docs transferieren. Kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad. Erfordert iOS 4.1 oder neuer. Quelle: Screenshot
Private Leihautos nutzen und anbieten - TamycaWer auf die Schnelle einen Transporter für den Umzug braucht oder einen schicken Oldtimer für ein Wochenende mit seiner Süßen, der kann über Tamyca den Kontakt zu privaten Autoverleihern herstellen. Gewünschte Leihdauer und benötigte Kilometer eingeben und über die Umkreissuche potenzielle Vermieter heraussuchen lassen. Die App ist kostenlos und kann im App Store oder im Google Play Store heruntergeladen werden. Technische Daten: Kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad. Erfordert iOS 5.0 oder neuer. Diese App ist für iPhone 5 optimiert Quelle: Screenshot
Navigon EuropeDie Navigations-App "Navigon Europe" verfügt über das Kartenmaterial der 40 wichtigsten europäischen Länder. Während der Navigation im Auto ist keine Internetverbindung nötig. Wie ein vollständiges Navigationsgerät auch, bietet die App neben der reinen Navigation Tempo- und Blitzerwarner, Stauinformationen, eine Parkplatzsuche sowie die Suche nach bestimmten Zielen wie Bahnhöfen oder Tankstellen. Die App bietet außerdem die Möglichkeit, über Facebook und Twitter zu kommunizieren und beispielsweise die voraussichtliche Ankunftszeit an einem bestimmten Treffpunkt zu übermitteln. Mit 59,95 Euro Euro ist die Navigon-App allerdings nicht billig. Technische Daten: Die Anwendung erfordert Android OS 2.2 oder höher. Nach der Installation müssen rund zwei GByte Kartenmaterial heruntergeladen werden. Quelle: Screenshot

Wie man es besser macht, zeigt ein Blick auf die Automobilindustrie, laut Digital Readiness Index die Branche mit dem größten Digitalisierungsgrad – nicht, weil elektronische Gimmicks das Automobil zusehends in ein rollendes Smartphone verwandeln, sondern wegen der zunehmenden Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette: So experimentiert etwa Mercedes gerade mit einem Modul, das Daten aus dem Auto übers Mobiltelefon des Autobesitzers regelmäßig zum Händler schickt. Letzterer kann so schon frühzeitig der Werkstatt signalisieren, welche Arbeiten auf sie zukommen.

Auch Konkurrent BMW setzt, in Kooperation mit IBM, auf digitale Prävention: Die intelligente Analyse Tausender Datensätze aus Testfahrten früherer Modelle, Werkstattberichten und den Datenspeichern der Fahrzeuge soll Entwicklung, Reparatur und Wartung seiner Fahrzeuge optimieren. So kann das Unternehmen Schwachstellen an neuen Modellen eliminieren, lange bevor diese in Serienproduktion gehen. Davon profitieren nicht nur die Kunden, die ihren Wagen seltener zur Reparatur bringen müssen und im Schadensfall schneller wieder zurückbekommen. Mit dem Autositzhersteller Lear haben die Münchner außerdem eine elektronische Lieferkette installiert. Über eine digitale Schnittstelle schickt BMW in Echtzeit die Zahl der benötigten Sitze an Lieferant Lear. Der hat dann 300 Minuten Zeit, die Sitze zu produzieren und ans Fließband zu liefern. Schon im ersten Jahr sparte BMW so mehr als 63 Millionen Euro.

Bei Audi kann man schon heute sehen, wie der Autokauf im Zeitalter der Digitalisierung aussieht – in einem virtuellen Showroom am Berliner Ku’damm. Seit Anfang Februar können Kunden dort ihre individuelle Variante aus der Palette der Ingolstädter Volkswagentochter konfigurieren – aus Millionen Kombinationsmöglichkeiten, auszuwählen an großen interaktiven Touchscreens. Ob die jeweils gewünschte Kombination baubar ist, wird in Echtzeit berechnet.

Ein lohnendes Investment, wie die Erfahrungen des Ingolstädter Autobauers in London zeigen, wo Audi seit Juli 2012 einen solchen Showroom im noblen Viertel Mayfair betreibt. Erste Bilanz: Der Umsatz stieg um fast 70 Prozent, zwei von drei Käufern orderten auf diesem Wege ihren ersten Audi überhaupt.

Auch hinter den Kulissen steigt der Grad der Vernetzung: Um jederzeit über Standort und Zustand jedes Fahrzeugs im Bilde zu sein, setzt Audi am ungarischen Standort Györ seit Juni 2013 auf RFID-Chips: Angebracht an der Frontpartie, ist über die im Chip eingespeicherte Fahrgestellnummer und die Anbindung an interne Datenbanken jedes Fahrzeug jederzeit zu identifizieren – vom Start in der Produktion über das Verlassen des Werks und den Transport zum Händler. Bis Jahresende sollen auch die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm auf RFID-Technologie umgestellt werden, mittelfristig auch Dienstleister entlang der gesamten Distributionskette damit arbeiten. „So erhöhen wir Transparenz und Effizienz in Fertigung und Logistik“, sagt Heiko Schultz, Leiter der Audi-Transportlogistik.

Lebensgroßes 3-D-Modell

Was alles aus dem 3D-Drucker kommt
3D-gedrucktes Kleid
Obst muss nicht zwangsläufig auf Bäumen wachsen: Das britische Unternehmen "Dovetailed" hat nun einen 3-D-Drucker entwickelt, der auch Obst druckt. Das Gerät kombiniert dabei "Tröpfchen mit verschieden Geschmäckern", die dann mit Hilfe von Molekularküche zu einer Frucht geformt werden. Das bedeutet: Dem Fruchtmus wird Natriumalginat beigemischt. Am Wochenende wurde der 3D-Drucker im Rahmen der Tech Food Hack in Cambridge vorgestellt. Quelle: dpa
Hedwig Heinsmann, Architekt aus Amsterdam, will die Baubranche revolutionieren und vor allem umweltfreundlicher machen. Er arbeitet bei Dus Architects, einem Architekturbüro, das das erste Haus aus dem 3D-Drucker zu bauen versucht. Bisher stehen nur einige, 180 Kilogramm schwere Bauteile des Hauses. Innerhalb von drei Jahren soll daraus im Lego-Verfahren ein Haus mit 13 Räumen entstehen. Quelle: obs
In Wales haben Chirurgen ein Gesicht mit Teilen aus dem 3-D-Drucker repariert. Stephen Power hatte sich nach einem Motorradunfall den Oberkiefer, die Nase und die Wangenknochen gebrochen. Um die neue Gesichtsform möglichst realistisch darzustellen, haben die Ärzte einen CT-Scan von Powers Schädel gemacht, um daraus ein Modell zu drucken, auf dessen Grundlage Anleitungen und Platten gedruckt wurden. Durch diese Methode konnten die Knochen im Gesicht wieder an die richtigen Stellen gebracht und durch Platten zusammengesetzt werden. Seit dem Unfall war der 29-jährige so entstellt, dass er nur noch mit Sonnenbrille und Hut das Haus verlassen hat. Die Ergebnisse seien "vollkommen lebensverändernd", sagte Power dem Rundfunksender BBC. "An dem Tag, an dem ich aufwachte, konnte ich den Unterschied sofort sehen." - Die ganze Geschichte auf bbc.com Quelle: Screenshot
Das 3D-Drucker sogar Organe drucken können, ist nicht neu. Doch nun zeigt ein konkreter Fall, wie 3D-Druck leben retten kann. Der 14 Monate alte Roland Lian Bawi litt an einem schweren Herzfehler. Der kleine Junge hatte Löcher in der Herzwand, die sich nicht von alleine schließen wollten. Um die komplizierte Operation üben zu können, erstellte der Arzt Erle Austin ein perfektes Modell des erkrankten Organs. So konnte das Operationsteam vor dem schwierigen Eingriff die Abläufe trainieren. Die Behandlung verlief erfolgreich. Quelle: 3dprint.com Quelle: dpa
Gestatten: Das ist Toothless, der kleine blaue Drache. Sie kann zwar kein Feuer spucken, dafür aber ein kleines Mädchen sehr glücklich machen. Die siebenjährige Sophie hatte von ihrem Vater von all den wundersamen Sachen gehört, die schon mit 3D-Druckern hergestellt werden können, und schickte kurzerhand einen Brief an die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) mit der Bitte, einen Drachen für sie zu erschaffen. Die Forscher ließen sich nicht lange bitten und erschufen diesen kleinen blauen Drachen aus Titan für Sophie - sie war völlig aus dem Häuschen und möchte nun Wissenschaftlerin werden, wenn sie groß ist.
Zu Weihnachten wird gebastelt. Der Siemens Forscher Olaf Rehme hat dafür nicht Schere und Papier in die Hand genommen, sondern seinen 3D-Drucker angeworfen. Als private Spielerei druckt er Weihnachtsbäume aus superhartem Spezialstahl. Siemens stellt aus diesem Material Brenner für Gasturbinen her. Das Unternehmen nutzt die Technologie, um sich die komplexe Ersatzteil-Lagerung zu sparen. Außerdem lassen sich Formen drucken, die mit anderen Fertigungsmethoden unmöglich sind. Quelle: PR

Dass Transparenz durch intelligentes Datenmanagement auch mehr Bier fließen lassen kann, hat die Brau Union gelernt: Nach der Übernahme durch Heineken galt es für Österreichs Marktführer, seinen Lagerbestand auf 53 Sorten zu versechsfachen – ohne mehr Fläche, Mitarbeiter oder Gabelstapler zur Verfügung zu haben. Hat geklappt – mithilfe eines elektronisch gestützten Logistiksystems, das die gesamte Lieferkette vom Wareneingang über die Bestandsführung von Voll- und Leergut bis zur Abwicklung der Lkws steuert. Das Ergebnis: 13 Prozent mehr Bierumschlag, 23 Prozent mehr Lagerplatz, 20 Prozent weniger Leerfahrten und 15 Prozent weniger CO2-Emission.

An die Grenze des Machbaren gelangte auch die Meyer Werft in Papenburg: Aus bis zu zehn Millionen Bauteilen besteht ein dort gebautes Kreuzfahrtschiff, ist aufgrund individueller Kundenwünsche stets ein Einzelstück. Und kostet schon mal 700 Millionen Euro. Über 80 Prozent der Kosten wird in den ersten Monaten der Entwicklung der insgesamt 30-monatigen Bauzeit entschieden – um in dieser Phase möglichst flexibel agieren zu können, investierte die Werft 2010 einen zweistelligen Millionenbetrag und digitalisierte die Produktentwicklung.

Das gesamte Innen- und Außenleben des künftigen Schiffs kann als 3-D-Modell in realer Größe dargestellt und kontrolliert werden, der jeweils aktuelle Entwurf wird jede Nacht komplett durchgerechnet. So erkennen die Entwickler frühzeitig, wo die Planer gegebenenfalls ein Rohr übersehen oder eine Kabine vergessen haben könnten. Wie deutlich sich der Entwicklungsprozess durch die neuen Prozesse optimiert hat, will die Meyer Werft nicht verraten – laut einer Studie der Uni Bochum konnten Unternehmen mit vergleichbaren Projekten ihre Produktentwicklungszeiten um 17 Prozent und den Umfang nötiger Veränderungen um elf Prozent reduzieren.

Airbus-Manager Jan Reh spricht die Herausforderungen, vor denen sein Arbeitgeber steht, ganz offen an: „Wir denken nicht nur in Schrauben und Nieten“, sagt der Innovationsexperte des Flugzeugbauers, „wir verstehen uns als Mobilitätsdienstleister für die Luftfahrtgesellschaften.“

Digitale Welt



Und da passen die 26 Millionen Koffer, die 2012 ihr Ziel nicht erreichten, nicht ins Bild – entstand der Reiseindustrie dadurch doch ein Schaden von 1,9 Milliarden Euro. Airbus’ Antwort: Bag2Go, entstanden in Kooperation mit Kofferhersteller Rimowa und T-Systems. Ein elektronisches Suchsystem, das Gepäck per Barcode und Smartphone-App nicht nur weltweit ortbar macht. Der Koffer wiegt sich selbst, ist unproblematisch umbuchbar, lässt sich nahtlos von der Haustür bis ins Hotelzimmer liefern. Und könnte auch als Mietkoffer auf Reisen gehen. „Die Digitalisierung“, sagt Airbus-Manager Reh, „zwingt uns, anders zu denken als bisher.“

Das gilt auch für Landmaschinenhersteller Claas: Beim nächsten Feldversuch im Frühjahr wird der Einsatz digitaler Assistenten beim Mähen von Gras und anderen Nutzpflanzen, die sich zum Verfüttern eignen, ebenso getestet wie die optimale Dosierung von Gülle zum Düngen der Felder. „Wir werden uns immer weiter in die Bedürfnisse unserer digital denkenden Kunden hineindenken“, sagt Claas-Vorstand Garbers. „Dieser Wandel ist nicht aufzuhalten.“

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