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Studie Altersrückstellungen kosten Dax-Konzerne Milliarden

Konzerne pumpen riesige Summen in die Absicherung ihrer Mitarbeiter im Alter, allein 2012 kassierten frühere Vorstände laut einer Studie 2,8 Milliarden Euro. Zuletzt sind die Belastungen deutlich gestiegen.

Welche Dax-Konzerne die höchsten Pensionslasten tragen
Platz 10 - Volkswagen Mit 550.000 Mitarbeiter ist der Autobauer aus Wolfsburg zu den größte Arbeitgeber Deutschlands. Über die Jahre haben sich in den Büchern allerdings Pensionsverpflichtungen von 31,18 Milliarden Euro angesammelt, rund 40,3 Prozent des Börsenwerts des Unternehmens. Quelle: dpa
Platz 9 - Siemens Allein in Deutschland beschäftigt der Konzern 116.000 Mitarbeiter. Die Lasten für Betriebspensionen wachsen seit Jahren und summieren sich mittlerweile auf 33,5 Milliarden Euro angesammelt, rund 46,3 Prozent des Börsenwerts des Unternehmens. Quelle: dpa
Platz 8 - HeidelbergCement Erst 2010 stiegen die Heidelberger in den Dax auf. Dabei kann der viertgrößte Zementhersteller der Welt auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die Pensionsverpflichtungen des Baustoffriese 3,99 Milliarden Euro absolut zwar relativ gering aus, gemessen am Börsenwert des Unternehmens beträgt die Relation aber satte 46,5 Prozent. Quelle: dpa
Platz 7 - Deutsche BankDas Personal beim größten deutschen Kreditinstitut kann sich über ein hohes Durchschnittsgehalt voll und entsprechend üppig fällt auch die Altersversorgung aus. Die Pensionsverpflichtungen betragen zusammen 14,83 Milliarden Euro, gemessen am Börsenwert sind das 48,4 Prozent. Quelle: dpa
Platz 6 - DaimlerDer jahrelange Branchenprimus muss sich nun mit den Konkurrenten BMW und Audi messen. In diesem Rennen um die Rendite belasten auch hohe Pensionsverpflichtungen von 23,93 Milliarden Euro die Bilanz, immerhin 54,3 Prozent des Börsenwerts. Quelle: dpa
Platz 5 - EonWie die meisten Dax-Konzerne hat auch Eon die Pensionen in einen externen Fonds ausgelagert. Dort stehen mittlerweile Pensionsverpflichtungen von 16,78 Milliarden Euro in den Büchern, was rund 59,5 Prozent des Börsenwerts ausmacht. Quelle: dpa
Platz 4 - CommerzbankDie Commerzbank kommt auch unter staatlicher Aufsicht nicht zur Ruhe und könnte sogar aus dem Dax fliegen. Auch Pensionsverpflichtungen gehören zu den höchten im Dax 7,27 Milliarden Euro sind etwa 87 Prozent des Börsenwerts. Quelle: dpa

Die großen deutschen Konzerne lassen sich die Altersabsicherung ihrer Vorstandsmitglieder Milliarden kosten. Insgesamt summierten sich die Pensionsrückstellungen der im Dax notierten Unternehmen für früheren Vorstände 2012 nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung auf 2,8 Milliarden Euro.

Durchschnittlich 7,4 Millionen Euro zahlte jedes der Unternehmen demnach 2012 als Altersversorgung an frühere Vorstandsmitglieder. Das entspricht mehr als einem Drittel der Summe, mit der die Konzerne ihre aktiven Vorstandsmitglieder honorierten. Auch die Altersvorsorge für ihre aktiven Vorstandsmitglieder ließen sich die Konzerne einiges kosten. Durchschnittlich gaben sie je Manager rund 450 000 Euro für deren Altersvorsorge aus. Dies entspricht rund 54 Prozent der aktuellen Festbezüge. Die Absicherung der Topmanager liegt damit erheblich über dem, was Normalverdiener nach einem langen Arbeitsleben erwarten können.

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Erst vor kurzem hatte Karlheinz Küting, Direktor des Centrums für Bilanzierung und Prüfung an der Universität des Saarlandes, für die WirtschaftsWoche errechnet, dass die Unternehmen deutlich mehr Geld für den Ruhestand zurücklegen als noch vor einigen Jahre. Danach mussten die 25 Industriekonzerne im Dax ihre Pensionsrückstellungen 2012 im Vergleich zu 2007 um 32 Milliarden auf mehr als 95 Milliarden Euro aufstocken. Auch der große Dax-Check der WirtschaftsWoche hat ergeben, dass bei Deutschlands größten Konzernen milliardenschwere Pensionslasten für die Mitarbeiter nicht gedeckt sind.

Dennoch sieht die Studie der Hans-Böckler-Stiftung ein Ende des Aufwärtstrends der vergangenen Jahre. Das betonte der Verfasser der Studie, der Vergütungsexperte Heinz Evers. Mit neu eingestellten Vorständen werde inzwischen oft ein geringeres Leistungsniveau vereinbart. Zudem hätten viele Unternehmen die bislang sehr niedrigen Altersgrenzen für die Pensionierung ihrer Vorstände angehoben. Für die Studie hatte Evers die Vergütungsberichte und -angaben der Dax-Konzerne für das Geschäftsjahr 2012 ausgewertet.

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