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Stuttgarter Firma US-Amerikaner kaufen Pharmahändler Celesio

Finanzkreisen zufolge wird der US-Pharmahändler McKesson bald ein Übernahmeangebot für den Stuttgarter Rivalen Celesio abgeben. Der Übernahmepreis soll in Richtung 23 Euro je Aktie gehen.

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Pharmadienstleister Celesio AG in Stuttgart: „Das geht in Richtung 23 Euro.“ Quelle: dapd

Frankfurt Der Stuttgarter Pharmahändler Celesio geht Finanzkreisen zufolge für rund vier Milliarden Euro in amerikanische Hände. Der US-Konkurrent McKesson werde in Kürze ein Übernahmeangebot für Celesio abgeben, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Mit dem Celesio-Großaktionär, dem Duisburger Mischkonzern Haniel, seien sich die Amerikaner so gut wie einig. Eine Übereinkunft sei noch diese Woche zu erwarten, sagte ein Insider. Haniel hält 50,01 Prozent an dem Unternehmen, das mit gut 22 Milliarden Euro Jahresumsatz zu den größten Pharmahändlern Europas zählt. Mit der Übernahme entsteht ein Branchengigant mit mehr als 100 Milliarden Euro Jahresumsatz.

McKesson werde mehr als 22 Euro je Celesio-Aktie bieten, sagten die mit dem Vorgang vertrauten Personen. „Das geht in Richtung 23 Euro“, sagte einer der Insider. An der Börse sprang die im Nebenwerteindex MDax notierte Celesio-Aktie um 5,5 Prozent auf 21,60 Euro. Celesio und Haniel wollten sich nicht äußern, von McKesson in San Francisco war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der US-Konzern will am Donnerstag seinen Bericht zum abgelaufenen Quartal vorlegen.

Bereits Anfang Juli hatten mit dem Vorgang vertraute Personen berichtet, dass es zwischen Celesio und dem 1833 gegründeten US-Konzern Gespräche gibt. Der inzwischen geschasste Celesio-Chef Markus Pinger hatte den Insidern zufolge damals seine US-Kontakte genutzt und Allianzen mit McKesson sowie dem Rivalen Cardinal Health ausgelotet. Die Kontakte zu McKesson gab es den Insidern zufolge aber schon länger.

Hinter dem Drang der Amerikaner in Richtung Europa steht der steigende Kostendruck im US-Pharmagroßhandel. Zusammenschlüsse und die Erschließung neuer Märkte sind für die Konzerne eine Möglichkeit, durch Größe mehr Preismacht zu bekommen. Auch in Europa hatte es Zukäufe in der Branche gegeben, so schluckte die britische Pharmaziekette Alliance Boots den Frankfurter Celesio-Konkurrenten Anzag. Zu den Auslösern des jüngsten Übernahmefiebers zählt auch der amerikanische Rivale AmerisourceBergen. Der Pharmahändler hatte eine auf zehn Jahre angelegte Partnerschaft mit den Drogerieketten Walgreen und Alliance Boots geschlossen, die den beiden auch eine Beteiligung von bis zu 23 Prozent an AmerisourceBergen erlaubt. Das hatte Wettbewerber wie McKesson unter Zugzwang gesetzt.

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