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Südthüringen Drei Tote nach Grubenunglück

Nach einem Gasausbruch in einer Kali-Grube im südthüringischen Unterbreizbach sind drei Bergleute unter Tage gestorben. Zunächst waren sieben Kumpel eingeschlossen.

Ranking der Rohstoff-Riesen
Platz 5: Anglo AmericanDas südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern erreicht einen Börsenwert von 45,4 Milliarden Dollar. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt. Quelle: Bloomberg, Stand 10. Januar 2013 Quelle: VIA BLOOMBERG NEWS
Das Unternehmen wurde 1917 von Ernest Oppenheimer in Südafrika gegründet. Damals stand die Ausbeutung der Goldvorkommen im Vordergrund. Heute fördert und verarbeitet der Konzern neben Edelmetallen und Diamanten auch Industriemetalle wie Kupfer. Foto: Ivan Alvarado Quelle: Handelsblatt Online
Platz 4: XstrataDer Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hat an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt mehr als 34 Prozent an Xstrata. Quelle: VIA BLOOMBERG NEWS
Die Fusion der Häuser mit Hauptsitz im Schweizer Ort Zug war lange ins Stocken geraten. Der Staatsfonds von Katar schoss als Xstrata-Großaktionär dazwischen und verlangte mehr Geld. Nach zähen Verhandlungen einigten sich die Streithähne auf eine höhere Abfindung für die Aktionäre. Glencore zahlt den Xstrata-Aktionären eigene Aktien im Verhältnis 3,05 zu 1 zum Tausch. Die Fusion ist damit mehr als 30 Milliarden Dollar schwer. Quelle: REUTERS
Platz 3: ValeDer brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren. Quelle: REUTERS
Lange war der 1942 gegründet Rohstoff-Gigant ein staatlicher Betrieb, wurde dann aber privatisiert. Mit der Übernahme brasilianischer und kanadischer Konkurrenten stieg der Konzern zum weltgrößten Eisenerz-Förderer auf und expandierte weltweit, etwa nach Indonesien. Das Unternehmen verarbeitet den Grundstoff auch zu Rohstahl weiter. Quelle: REUTERS
Platz 2: Rio TintoDer britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden später selbst Ziel eines Übernahmeversuchs. Quelle: REUTERS

Durch die Sprengung wurden große Mengen Kohlendioxid freigesetzt. Das Gas trat zusammen mit Salzstaub an die Oberfläche. Bei dem Gasausbruch nach einer Sprengung zur Kali-Gewinnung seien zunächst sieben Bergleute in etwa 700 Meter Tiefe gewesen. Vier von ihnen seien inzwischen aus der Grube gerettet worden. Sie seien nicht verletzt. Ärzte kümmerten sich um sie. Bei den Sprengarbeiten sei gegen 13.00 Uhr Kohlendioxid freigesetzt worden und habe für eine enorme Druckwelle unter Tage gesorgt. Außerdem gab es zunächst widersprüchliche Zahlen über die Anzahl der eingeschlossenen Bergleute. Der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet von sieben Bergleute, die unter Tage eingeschlossen wurden. Zu vier von denen gebe es Kontakt. Die Nachrichtenagentur dpa spricht hingegen von fünf eingeschlossenen Kumpeln, zu lediglich zweien bestehe derzeit Kontakt. Wo sich die Bergleute aufhalten, ist offen. Zu ihrer Rettung ist die Grubenwehr eingesetzt, wie der MDR berichtet. Das Betriebsgelände rund um den Schacht II des Kalibergwerks wurde geräumt, die nahegelegene B84 gesperrt. Das Werk wird vom Kasseler K+S-Konzern betrieben, der auch die Rettungsarbeiten koordiniert.

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Derartige Kohlendioxid-Freisetzungen seien bei Sprengungen nicht ungewöhnlich. Das Gas sei durch den Gebirgsdruck im Salz gebunden und werde durch die Sprengung freigesetzt, wie das thüringische Umweltministerium dem MDR mitteilte. Normalerweise hätten diese Ausbrüche jedoch keine Folgen, in seltenen Fällen werde die Grubenwehr gerufen, um für ein Auslüften ("Auswettern") zu sorgen. Die Bergwerke Unterbreizbach und Merkers in Thüringen sowie die überirdischen Schachtanlagen seien geräumt worden. Das Unternehmen sprach bei dem Gasausbruch von Kohlensäure.

Im hessisch-thüringischen Kalirevier wird unter anderem Kalium abgebaut, neben Stickstoff und Phosphor einer der wichtigsten Nährstoffe zur Düngung von Pflanzen. Um Kali zu gewinnen, muss es aus dem Gestein unter Tage gelöst werden. Dazu werden zunächst Löcher ins Gestein gebohrt. Dort wird zum Ende der Schicht der Arbeiter Sprengstoff zur Explosion gebracht. Die nächste Schicht bringt das abgesprengte Gestein mit Radladern auf Förderbänder in die Fabrik, wo es aufbereitet wird. Sowohl bei der Einfahrt in das Bergwerk als auch im Abbaugebiet wird genau kontrolliert, wer sich dort aufhält. Gesprengt wird erst, wenn alle draußen sind.

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