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Tarifkonflikt Metaller-Warnstreiks treffen Autoindustrie

Metallarbeiter demonstrieren für ihre Forderungen von 28 Stunden Wochenarbeitszeit und einer Gehaltserhöhung von sechs Prozent. Quelle: dpa

Im Metall-Tarifkonflikt zielt die Gewerkschaft mit ihren Warnstreiks nun auf ein Herzstück der Branche. Zunächst trifft es namhafte Autozulieferer, dann die großen Hersteller. Ab Montag soll wieder verhandelt werden.

Die 24-stündigen Warnstreiks in der Metall-und Elektroindustrie haben am Donnerstag vor allem die Autoindustrie getroffen. Mit den Kölner Ford-Werken erreichten die befristeten Arbeitsniederlegungen erstmals einen Großbetrieb in Nordrhein-Westfalen. In Bayern und Baden-Württemberg standen vor allem Autozulieferer im Fokus der IG Metall. Am Freitag sollen die Hersteller BMW, Audi, Daimler und Porsche folgen.

Metaller legen bundesweit Betriebe lahm

Im Südwesten waren nach Angaben der Gewerkschaft am Donnerstag vor allem Bosch und Mahle betroffen. „Im Bosch-Werk in Feuerbach sind heute 14.000 Beschäftigte in der Frühschicht aufgerufen, ihre Arbeit ruhen zu lassen“, sagte ein Sprecher der IG Metall. In Hessen hat die IG Metall unter anderem die Beschäftigten bei Bombardier, Rheinmetall und Volkswagen zu Warnstreiks aufgerufen. Bei VW in Baunatal gebe es zweistündige Warnstreiks in allen Schichten, sagte Elke Volkmann von der IG Metall. Nach Angaben der IG Metall Küste ruhte in Norddeutschland unter anderem bei Mercedes in Hamburg die Arbeit.

Auch in Bayern lag der Schwerpunkt auf den Autozulieferern. Die IG Metall rief zu Warnstreiks unter anderem in mehreren Werken von Bosch, bei Grammer, Mahle, Getrag, Schaeffler, ZF Gusstechnologie und Federal Mogul auf. „Am Freitag wird die IG Metall dann die Beschäftigten der bayerischen Autobauer zu ganztägigen Warnstreiks aufrufen. Alle vier BMW-Standorte und Audi in Ingolstadt werden 24 Stunden lang stillstehen“, kündigte die Gewerkschaft an.

Im Südwesten stehen am Freitag die Automobilbauer Porsche und Daimler im Fokus der IG Metall. Arbeitnehmer und Arbeitgeber hatten am vergangenen Wochenende die fünfte Verhandlungsrunde im aktuellen Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie ohne Ergebnis abgebrochen.

Ab Anfang nächster Woche wollen die Konfliktparteien wieder verhandeln. Die Verhandlungen könnten am Montag fortgesetzt werden, sofern die Gegenseite "deutliche Bewegung" signalisiere, teilte die IG Metall am Donnerstag mit. Bezirkschef Roman Zitzelsberger sagte, man habe in der Liederhalle in Stuttgart vorsorglich Räume angemietet.

Die Arbeitgeber zeigten sich offen für weitere Gespräche, nachdem die Verhandlungen am Wochenende abgebrochen worden waren und die IG Metall zu ganztägigen Warnstreiks ab Mittwoch aufgerufen hatte. "Wir stehen für Verhandlungen am Montag prinzipiell zur Verfügung", sagte ein Sprecher von Südwestmetall. Offen blieb, an welchen Stellen die Arbeitgeber den Forderungen der Gewerkschaft entgegenkommen könnten.

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