Tesla in der Kritik Elon Musk wittert eine Verschwörung

Ein US-Reporter berichtet über technische Probleme beim Model S von Tesla. Auch die US-Behörden untersuchen die Vorfälle. Tesla-Chef Elon Musk wittert eine Intrige hinter den Berichten.

So will Tesla den Massenmarkt elektrisieren
Tesla-CEO Elon Musk stellt das Model 3 vor Quelle: AP
Das Model 3 feierte seine Premiere im Tesla Motors Design Studio im kalifornischen Hawthorne. Quelle: AP
Tesla Model 3 Quelle: PR
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Einige Kunden warteten schon einen Tag vor der Präsentation vor den firmeneigenen Shops: Quelle: dpa
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Elon Musk im Jahr 2010 anlässlich des Tesla-Börsengangs an die Nasdaq Quelle: AP

Als hätte Tesla nicht genug Schwierigkeiten. Seit Wochen kämpft Gründer Elon Musk mit Problemen in der Produktion des neuen Model X. Nun kommen weitere schlechte Nachrichten hinzu: Vergangene Woche berichtete der US-Fachblog Daily Kanban über technische Probleme bei Tesla. Ausgerechnet beim Bestseller des amerikanischen Elektropioniers, dem Model S, soll es bei etlichen Kunden zu Problemen mit den Radaufhängungen gekommen sein, hieß es in dem Bericht.

Und damit nicht genug: Tesla-Kunden, die den Schaden reparieren ließen, hätten eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen müssen, heißt es in dem Artikel. Eine Praxis, die am Ende auch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA auf den Plan gerufen habe. Weltweit griffen Medien den Bericht über die mutmaßlichen Qualitätsprobleme und die fragwürdigen Verschwiegenheitserklärungen auf, auch die renommierte Automobilseite „Automotive News”. Gründer Elon Musk gefielen die Berichte offenbar nicht.

Die Tesla-Chronik

Im hauseigenen Unternehmensblog ging Tesla am vergangenen Donnerstag zum Gegenangriff über. In einem Beitrag bestritt der Elektropionier die Vorwürfe und übte massive Kritik an der Recherche – und an Reporter Edward Niedermeyer, der die mutmaßlichen Missstände aufgedeckt hatte.

Dieser habe schon zuvor außerordentlich negativ über Tesla berichtet. Man wisse nicht, „ob er oder seine Partner finanziell davon profitieren, dass Teslas Aktienkurs sinkt“, heißt es in dem Tesla-Statement weiter. Aber es sei wichtig, festzuhalten, dass an der Börse mittlerweile mit sieben Milliarden Dollar auf einen fallende Tesla-Aktienkurs gewettet werde. Kurz: Die Kalifornier wittern hinter dem Bericht eine Verschwörung.

Auf Twitter gab Unternehmensgründer Elon Musk den Gerüchten am Samstag weitere Nahrung. 37 der 40 Beschwerden bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde seien gefälscht gewesen. „Es sieht so aus als ob eine oder mehrere Personen den falschen Eindruck von Sicherheitsproblemen erzeugen wollten, obwohl es keine gibt”, schrieb Musk. „Die Frage ist nur warum?“

Ermittlungen sind nicht eingestellt

Reporter Edward Niedermeyer will diese Verdächtigungen nicht auf sich sitzen lassen. In einem Blogpost antwortete er am Montag auf Teslas Vorwürfe und übt seinerseits scharfe Kritik an der Kommunikationspolitik des Herstellers. „Ich habe zu keiner Zeit und werde unter keinen Umständen irgendwelche Finanzprodukte besitzen, mit denen ich von irgendeiner Entwicklung des Tesla-Aktienkurses profitieren könnte“, stellt der Reporter darin klar. Tesla versuche, ihn persönlich zu diskreditieren, um zu vertuschen, dass man gegen Sicherheits- und Regulierungsvorschriften verstoßen habe.

Durch die persönliche Kritik sei er im Internet von tausenden Tesla-Anhängern attackiert worden, schreibt Niedermeyer weiter. Teile der Presse, „beeindruckt von den attraktiven Autos von Tesla oder eingeschüchtert von den brutalen Attacken gegen jeden, der anderer Meinung ist“, würden mittlerweile jede Kritik als Hass umdeuten und kritische Themen weitgehend ignorieren. Durch den Kult seiner Anhänger sei der Autobauer mittlerweile unfähig, Kritik einzustecken.

Auf seinem Twitter -Account betont Musk, dass die US-Verkehrsbehörde keine Sicherheitsbedenken bezüglich des Model S geäußert habe und darum „keine weiteren Daten diesbezüglich angefordert” habe. Eingestellt sind die Ermittlungen damit aber nicht. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters untersucht die Behörde die Vorfälle weiterhin.

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