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ThyssenKrupp Cromme legt sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender nieder

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Cromme war angezählt

Das sind die wunden Punkte von ThyssenKrupp
Ein Stahlarbeiter im ThyssenKrupp-Werk in Bochum steht vor einem glühenden Stahlcoil Quelle: dpa
Gerhard Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender von ThyssenKrupp Quelle: dpa
Unter Cromme als Vorsitzendem des Prüfungsausschusses im Siemens-Aufsichtsrat bis 2007 fließen in dem Konzern Schmiergelder von 1,3 Milliarden Euro an Auftragsnehmer. Quelle: dpa
Berthold Beitz (99), Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, lauscht in der Villa Hügel der Rede von Ministerpräsident Sellering (SPD). Quelle: dpa
Der Ex-Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz, rechts, und der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme Quelle: AP
Zuege stehen vor dem Hauptbahnhof in Frankfurt am Main Quelle: dapd
Der Formel-1 Fahrer Sebastian Vettel fährt am 17.04.2010 in Shanghai während eines Formel-1 Rennens an einer Zuschauertribüne vorbei. Quelle: dpa

Der Siemens-Konzern will sich nicht zum Rücktritt Crommes äußern und begründete dies damit, dass Crommes Entscheidung "eine klare Angelegenheit von ThyssenKrupp" sei.

Cromme war zwar bereits angezählt. Bereits seit seinem Einstieg bei ThyssenKrupp Ende der 80er saß er an allen wichtigen Schaltstellen des Konzerns - und war für den Umbau des Traditionsunternehmens mitverantwortlich. 2001 ist er an die Spitze des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG vorgerückt. In dieser Position war er an allen wesentlichen Entscheidungen beteiligt, die schließlich zur Fehlinvestition der Stahlwerke in Brasilien und den USA führten. Er hatte zuletzt auf der Hauptversammlung des Konzerns im Januar dieses Jahres Fehler eingeräumt und sich der harschen Kritik der Aktionäre gestellt. "Wenn Sie mich fragen, ob wir als Aufsichtsrat in der Vergangenheit etwas hätten besser machen können, dann will ich ehrlich sagen: Ja, wir haben zu lange vertraut, wir hätten früher handeln können", hatte Cromme den Anteilseignern zugerufen. Diese hatten seine Rede teils mit Buhrufen quittiert. Aktionärsvertreter hatten ihn für das Desaster mit den neuen Stahlwerken in Übersee mitverantwortlich gemacht - die Kosten für die Werke waren auf zwölf Milliarden Euro in die Höhe geschossen. Einen Willen zum Rücktritt hatte Cromme damals jedoch nicht erkennen lassen.

Rostiger Stahl

Starker Mann im Konzern ist nun Konzernchef Heinrich Hiesinger. Er steht vor wichtigen Entscheidungen: ThyssenKrupp sucht Käufer für die defizitären Stahlwerke in Übersee. Hiesinger will zudem in der europäischen Stahlsparte über 2000 Stellen abbauen, weitere 1800 könnten durch Beteiligungsverkäufe aus dem Konzern fallen.

Dem Konzern machen auch Korruptionsfälle und Kartellverstöße zu schaffen. Drei Vorstände hatten ihre Posten räumen müssen.

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