WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

ThyssenKrupp Hiesinger schwört Belegschaft auf harte Veränderungen ein

Seite 2/2

Es geht nur noch um die Zukunft von ThyssenKrupp

200 Jahre Krupp in Bildern
"Stammhaus" und Schmelzbau um 1819. Quelle:
Friedrich Krupp um 1820. Quelle: PR
"Vom Stammhaus zum Quartier": Ein Gemälde von Julius Grün, es zeigt Alfred Krupp in den 1880er-Jahren. Quelle: PR
Ein Plan der Gussstahlfabrik, 1889 Quelle: PR
Innerer Bereich der Gussstahlfabrik in Essen, 1864 Quelle: PR
Friedrich Alfred Krupp seiner Verlobte und Margarethe von Ende 1882 Quelle: PR
Die Friedrich-Alfred-Hütte in Rheinhausen ca. 1910 Quelle: PR

Alles, was bei ThyssenKrupp zur Zeit passiert, wird symbolisch geradezu hochinterpretiert. Das liegt daran, dass bisher sowohl ThyssenKrupp als auch die Stiftung mit 25,3 Prozent Anteilsbesitz als bisher stärkster Aktionär sehr viel Wert auf ihr Schweigen und Symbolik gelegt hat. Auftritte von Berthold Beitz glichen Papstaudienzen, die Vorstände ließen sich bei internen Besuchen bei Konzerntöchtern wie Staatsgäste feiern. Damit hat der von Siemens kommenden Heinrich Hiesinger gründlich aufgeräumt. Geblieben sind die Krupp-Fahnen mit den drei Ringen, die auch heute vor der Villa Hügel feierlich aufgezogen sind.

ThyssenKrupp spart auch beim Management

Drinnen schwört Hiesinger die Belegschaft auf harte Veränderungen ein. Der Trommelwirbel war nicht zu überhören. Beitz habe ein "Band des Vertrauens" zwischen Konzernführung und Belegschaft gebunden, an dem Hiesinger festhalten werden, "auch bei schwierigen und für manche schmerzhafte Entscheidungen". Härter konnte er es nicht mehr formulieren, was auf ThyssenKrupp zukommt. In einer Woche endet das Geschäftsjahr des Konzerns (30.9.). Die Stahlwerke in Übersee sind noch immer nicht verkauft, eine Kapitalerhöhung droht, die den schützenden Einfluss der Stiftung minimieren könnte.

Industrie



Gleichzeitig ist ein neuer Investor auf den Plan getreten, die schwedische Cevian, die ihren erst vorgestern erworbenen Anteil von 5,2 Prozent weiter ausbauen will. Cevian ist dafür bekannt, als Miteigentümer deutlich in das Management einzugreifen und die Richtung mitzubestimmen. Der Stiftung ist damit ein klarer Konkurrent erwachsen, den sie bisher nicht gewohnt war. Vom "Erbe Alfried Krupps", eine Floskel, die Beitz gern im Mund führte, wenn es etwas durchzusetzen gab, sprich nun niemand mehr. Es geht nur noch um die Zukunft von ThyssenKrupp, die höchst ungesichert ist.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%