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ThyssenKrupp Heinrich Hiesinger kämpft um ThyssenKrupp

Der Vorstandschef stemmt sich gegen die Bürokratie im Konzern und versucht ein Finanzdesaster zu vermeiden.

Fujitsu streicht 400 Jobs
Fujitsu Der japanische Elektronikkonzern Fujitsu will einem Zeitungsbericht zufolge in Deutschland 400 bis 500 Arbeitsplätze abbauen. Eine endgültige Entscheidung solle nach Verhandlungen mit den Beschäftigten fallen, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei". Insgesamt beschäftigt der Konzern hierzulande 12.000 Menschen. Die Stellenstreichungen beträfen hauptsächlich Entwicklung und Informationstechnik. Bereits am Dienstag hatte der Konzern bekanntgegeben, in Großbritannien 1800 Jobs zu streichen. Das entspricht 18 Prozent der Belegschaft dort. Insidern zufolge könnte sich Fujitsu künftig auf IT-Dienstleistungen konzentrieren. Mit dem weltgrößten Computer-Hersteller Lenovo verhandelt das Unternehmen offenbar über einen Verkauf des PC-Geschäfts von Fujitsu. Quelle: REUTERS
Lufthansa Technik Quelle: dpa
DAK Gesundheit Quelle: dpa
EnBWDer Energieversorger baut weiter Stellen ab: Die Energie Baden-Württemberg werde sich aus dem Strom- und Gasvertrieb an Großkunden der Industrie zurückziehen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Davon seien 400 Beschäftigte betroffen, denen ein Aufhebungsvertrag oder ein alternativer Arbeitsplatz im Konzern angeboten werde. Auch im Privatkundengeschäft, der Energieerzeugung und der Verwaltung steht demnach Stellenabbau bevor, der noch nicht beziffert wurde. In den vergangenen zwei Jahren waren bereits rund 1650 Stellen weggefallen. Quelle: dpa
Intel Quelle: REUTERS
Nokia Quelle: dpa
Der IT-Konzern IBM plant in Deutschland offenbar einen massiven Stellenabbau Quelle: dpa

ThyssenKrupp-Chef Hiesinger und sein Finanzchef Guido Kerkhoff wollen das Silo ThyssenKrupp, wie es von vielen Managern intern spöttisch genannt wird, aus den Angeln heben und den Essener Schwerindustrie-Konzern entschlacken. Doppelfunktionen im Management, das oftmals wie eine behäbige Verwaltung daherkommt, will der Vorstand jetzt abschaffen, heißt es im Konzern. Bis zur Sommerpause wird sich der Vorstand Zeit lassen, den Totalumbau zu organisieren, sagen Konzernanager. Bis dahin wird jede einzelne Stelle neu beschrieben und jeder Mitarbeiter geprüft, ob er sich auf dem richtigen Posten befindet oder den Konzern verlassen muss.

So stehen 3.000 Jobs in den Verwaltungs- und Dienstleistungsbereichen des Konzerns weltweit auf der Kippe, die Hälfte davon soll in Deutschland abgebaut werden. Insgesamt beschäftigt der Konzern 15 000 Menschen in Verwaltungsfunktionen. Im Konzern heißt es, in der Zentrale am Krupp-Gürtel in Essen sollen von 800 Mitarbeitern 200 gehen. Hiesingers Vorgänger Ekkehard Schulz hatte viele Manager aus den Konzerntöchtern Automotive, Aufzüge und Anlagenbau in die Zentrale geholt, um mehr operatives Wissen in die Entscheidungszentrale zu verlagern. Das hat zu einer Aufblähung des Hauptquartiers geführt, viele Funktionen sind doppelt angelegt oder überschneiden sich.

Das sind die wunden Punkte von ThyssenKrupp
Ein Stahlarbeiter im ThyssenKrupp-Werk in Bochum steht vor einem glühenden Stahlcoil Quelle: dpa
Gerhard Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender von ThyssenKrupp Quelle: dpa
Unter Cromme als Vorsitzendem des Prüfungsausschusses im Siemens-Aufsichtsrat bis 2007 fließen in dem Konzern Schmiergelder von 1,3 Milliarden Euro an Auftragsnehmer. Quelle: dpa
Berthold Beitz (99), Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, lauscht in der Villa Hügel der Rede von Ministerpräsident Sellering (SPD). Quelle: dpa
Der Ex-Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz, rechts, und der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme Quelle: AP
Zuege stehen vor dem Hauptbahnhof in Frankfurt am Main Quelle: dapd
Der Formel-1 Fahrer Sebastian Vettel fährt am 17.04.2010 in Shanghai während eines Formel-1 Rennens an einer Zuschauertribüne vorbei. Quelle: dpa

Es sieht nicht gut aus bei ThyssenKrupp, auch nach dem zweiten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (30. September). Jetzt schon hat sich ein Fehlbetrag von 822 Millionen Euro aufgebaut. Es musste eine weitere neue Abschreibung der verlustreichen neuen Stahlwerke in Brasilien und Alabama (USA) in Höhe von 683 Millionen Euro vorgenommen werden. Die Eigenkapitalquote beträgt magere 9,5 Prozent. Allerdings sieht sich der Konzern solide finanziert, da er über liquide Mittel und Kreditlinien in Höhe von 8 Milliarden Euro verfügt, wird versichert. Zeit für eine Kapitalerhöhung?

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Diese wird im Konzern schon lange nicht mehr hart dementiert. Die Frage ist nur, wie das Unternehmen, das in vielen Teilen gesund ist (Aufzugsgeschäft, Anlagenbau) vor fremden Angreifern geschützt wird, wenn die Krupp-Stiftung, die bisher 25,3 Prozent am Unternehmen hält, keine Sperrminorität mehr besitzt. Die Stiftung hat kein Geld, um eine Kapitalerhöhung mitzumachen. Ob sie sich dann nach neuen Verbündeten umsieht, zum Beispiel die benachbarte Ruhrkohle-Stiftung, steht in den Sternen.

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