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Thyssenkrupp Hiesinger wirbt für Stahl-Fusion

Bei Thyssenkrupp steht die Traditionssparte Stahl auf dem Prüfstand. Während Konzernchef-Chef Hiesinger weiter in Richtung Fusion steuert, treffen die Pläne bei den Beschäftigten auf erbitterten Widerstand.

Der Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp, Heinrich Hiesinger. Quelle: dpa

Im Ringen um die Zukunft der Stahlsparte hat Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger erneut für eine Fusion geworben. „Ob, wann und mit wem ein Konsolidierungsschritt kommen wird, ist aber weiterhin offen“, heißt es in einem am Freitag zur Hauptversammlung des Konzerns in Bochum verbreiteten Redetext des Konzernchefs.

Bei den seit Monaten laufenden Gesprächen mit dem Konkurrenten Tata müsse eine tragfähige Lösung für die Pensionsverpflichtungen des Unternehmens in Großbritannien gefunden werden, betonte Hiesinger. Ziel sei es, ein „zügiges“ Ergebnis zu erzielen. Nach Informationen des "Handelsblatts" (Freitag) aus konzernnahen Kreisen könnte ein möglicher Zusammenschluss mit Tata frühestens in diesem Sommer über die Bühne gehen.

Der Betriebsratschef der Thyssenkrupp-Stahlsparte, Günter Back, warnte dagegen vor einer Fusion der Traditionssparte mit dem Konkurrenten Tata. Dadurch könne der gesamte Konzern ins Wanken geraten, sagte Back bei einer Protestveranstaltung vor rund 200 Stahlkochern vor Beginn der Hauptversammlung. Aus Sicht der Belegschaft mache ein solcher Zusammenschluss keinen Sinn, sagte Back.

Hiesinger verwies dagegen auf strukturelle Überkapazitäten in der europäischen Stahlbranche. Zudem belaste ein enormer Preisdruck durch Importe aus Asien die europäischen Hersteller. „Seit Jahren verdienen wir unsere Kapitalkosten nicht“, beklagte er. Und das sei so, obwohl das europäische Stahlgeschäft von Thyssenkrupp zu den zwei profitabelsten Herstellern in Europa gehöre.

„Sparprogramme verschaffen uns nur kurzfristig eine Atempause“, sagte der seit sechs Jahren an der Sanierung arbeitende Hiesinger. „Ohne grundlegende Änderungen würden wir unweigerlich ein Restrukturierungsprogramm nach dem anderen anstoßen müssen.“

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