Thyssenkrupp Industriekonzern rutscht wieder in die roten Zahlen

Thyssenkrupp rutscht aufgrund des schwachen Stahlgeschäfts in die Verlustzone. Einer der wenigen Lichtblicke für das Unternehmen ist die Aufzugsparte.

Das Stahlwerk des Industriekonzerns ThyssenKrupp. Quelle: dpa

Das schwächelnde Stahlgeschäft hat Thyssenkrupp den Start in das neue Geschäftsjahr verhagelt. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 (per Ende September) steht nach Anteilen Dritter ein Fehlbetrag von 23 Millionen Euro in den Büchern, wie der Konzernmitteilte.

Vor einem Jahr hatte Thyssenkrupp noch 54 Millionen Euro verdient. Zuwächse im Technologiebereich wie der Aufzugssparte konnten die Einbußen im Stahlgeschäft nicht wettmachen. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) schrumpfte stärker als von Analysten erwartet um gut ein Viertel auf 234 Millionen Euro. Vorstandschef Heinrich Hiesinger bestätigte die Prognose, wonach im Gesamtjahr der operative Gewinn bei 1,6 bis 1,9 (Vorjahr: 1,67) Milliarden Euro liegen soll.

Schaufelräder, Zementwerke und U-Boote
Künftig soll das reine Stahlgeschäft wie etwa die Produktion von veredelten Blechen für die Automobilindustrie nur noch 30 Prozent des Konzern-Geschäfts ausmachen. Dennoch bleiben Blechrollen wie diese ein Kernprodukt. Quelle: PR
Rolltreppen und Fahrsteige – etwa in Flughafen-Terminals – gehören ebenfalls zum ThyssenKrupp-Produktspektrum. Dieses Foto ist in einem Essener Einkaufszentrum aufgenommen worden. Quelle: PR
Allen Negativ-Schlagzeilen zum Konzern trotzt das Aufzuggeschäft von ThyssenKrupp. Vor allem starke Absatzzuwächse in Asien erfreuen das Unternehmen. Das Bild zeigt ein System mit zwei Kabinen in einem Aufzugschacht beim Einbau in der Essener Konzernzentrale Anfang 2010. Quelle: PR
Für die Automobilindustrie bietet ThyssenKrupp auch den Aufbau von Anlagen, die etwa automatisch Fahrwerke oder andere Komponenten einbauen. Quelle: PR
ThyssenKrupp setzt vermehrt auf Planung und Bau ganzer Chemie- und Industrieanlagen. Im Bild ein Zementklinkerwerk im Senegal. Quelle: PR
Dieses Schaufelradladgeärt steht im Hafen von Rotterdam und wird zur Verladung von Eisenerz eingesetzt. Geliefert wurde es von der ThyssenKrupp-Sparte „Plant Technology“. Quelle: PR
Großwälzlager von ThyssenKrupp kommen etwa in Kränen zum Einsatz, die schwere Lasten bewegen. Quelle: PR
Das umstrittene US-Werk, das ThyssenKrupp inzwischen verkauft hat, stellt aus sogenanntem Warmband feines Blech, etwa für die Autoindustrie her. Quelle: PR
Der Handelsschiffbau – hier in Kiel bei HDW – gehört nicht mehr zum Thyssen-Krupp-Konzern. Im Jahr 2009 war der Abschied von der Sparte verkündet worden – jetzt baut ThyssenKrupp nur noch Marine-Schiffe. Quelle: PR
Die U-Boot-Werft der schwedischen Tochter Kockums hat der Essener Mischkonzern inzwischen an den Rüstungskonzern Saab verkauft. Weiter betriebt der Konzern die Tochter ThyssenKrupp Marine Systems GmbH (TKMS), die Marineschiffe baut. Quelle: PR
Ein Blick in die Historie: Das Bild zeigt den Bau eines Magnetschwebezugs Typ „Transrapid“ im Jahr 2002 im Kasseler Werk des Konzerns. Das einstige Vorzeigeprojekt ist nur einmal kommerziell zum Einsatz gekommen – bei der Verbindung des Flughafens von Shanghai mit der Stadt. Quelle: PR
Die „Dicke Bertha“ wurde von Krupp entwickelt – hier ein Modell. Die Kanone kam im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz. Quelle: PR
Die Darstellung aus dem Firmenarchiv zeigte eine hydraulische 5000-Tonnen-Schmiedepresse in der Krupp-Fabrik in Essen. Quelle: PR
Wenn der sprichwörtliche „Dampfhammer“ kreist, geht es heiß her. Dieser tatsächliche Dampfhammer „Fritz“ galt in den 1860er-Jahren als technologischer Durchbruch. Die von Alfred Krupp entwickelte Maschine wurde zum Schmieden großer Gussstahlteile benutzt und blieb 50 Jahre im Dienst. Quelle: PR

Voraussetzung sei jedoch, dass es zu einer deutlichen Erholung der Werkstoffmärkte in der zweiten Jahreshälfte komme, bekräftigte der Manager. Er will daher weiter den Rotstift ansetzen. "Mit unserem Effizienssteigerungsprogramm steuern wir aktiv gegen." Damit sollen im laufenden Geschäftsjahr 850 Millionen Euro eingespart werden.

Im europäischen Stahlgeschäft schmolz der operative Gewinn um gut ein Drittel auf 51 Millionen Euro. Im amerikanischen Stahlgeschäft mit dem Werk in Brasilien fuhr Thyssenkrupp ein Minus von 74 Millionen Euro ein nach einem ausgeglichenen Ergebnis im Vorjahreszeitraum. Hohe Verluste und technische Probleme in dem Werk bereiten dem Konzern seit Jahren Schwierigkeiten. Thyssenkrupp will es auf Dauer nicht behalten, ein Käufer ist aber angesichts der Branchenkrise nicht in Sicht.

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Die Aufzugssparte erwies sich hingegen einmal mehr als Ertragsperle. Sie legte um 14 Prozent auf 203 Millionen Euro zu. Eine Stütze war auch das Geschäft mit Teilen für die Automobilindustrie, das leicht auf 71 Millionen Euro zulegte.

Thyssenkrupp machen wie der gesamten Stahlbranche Überkapazitäten, Preisdruck und Billigimporte aus China zu schaffen. Zudem sieht sich die Schwerindustrie durch eine Verschärfung der Klimaschutzauflagen der EU unter Druck. Am Dienstag hatte der österreichische Stahlkonzern Voestalpine für das vergangene Quartal einen Rückgang des Betriebsgewinns (Ebit) um knapp 17 Prozent auf rund 152 Millionen Euro vorgelegt. Weltmarktführer ArcelorMittal hatte für 2015 einen Verlust von 7,9 Milliarden Euro präsentiert.

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