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Thyssenkrupp Marine Systems Thyssenkrupp prüft Trennung von der Werftensparte

Die Werften «German Naval Yards» (l) und «ThyssenKrupp» (r.). Quelle: dpa

Nach der Absage der Bundesregierung an Thyssenkrupp für den Bau eines Mehrzweckkampfschiffs bereitet der Ruhrkonzern sich offenbar auf die Abspaltung seiner Werftensparte vor. 1000 Mitarbeiter wären betroffen.

Der Industriekonzern ThyssenKrupp bereitet sich einem Medienbericht zufolge auf die Abspaltung seiner Werftensparte vor. Grund dafür sei die Entscheidung der Bundesregierung, das Unternehmen nicht am Bau des Mehrzweckkampfschiffs MKS 180 zu beteiligen, berichtet das "Handelsblatt" am Donnerstagabend unter Berufung auf Informationen aus Konzernkreisen. Die Sparte Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) war bislang Hauslieferant der Marine.

Der Ruhrkonzern bereitet dem Bericht zufolge nun den Rückzug vor. Es liefen Gespräche mit Wettbewerbern über eine Partnerschaft, die in eine Beteiligung oder einen Komplettverkauf des Überwasserbereichs münden könnten. Sollte es keine Einigung geben, dann werde der Bereich abgewickelt. An den Standorten Emden, Hamburg und Kiel wären damit dem Vernehmen nach rund 1000 der insgesamt 6000 Beschäftigten betroffen.

Die Überlegungen der Konzernführung betreffen dem Bericht zufolge auch das Geschäft mit U-Booten. Ohne die Rückendeckung aus der Politik und ohne die Synergien mit dem Überwasserbereich sei der Bau von U-Booten nicht rentabel zu betreiben. TKMS ist mit der früheren HDW Weltmarktführer bei konventionellen Unterseebooten. Zu den Kunden zählen neben der Marine unter anderem Israel und die Türkei.

Der Konzern hatte schon in der Vergangenheit einen Verkauf erwogen, allerdings waren die Gespräche an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert. Vorstandschef Heinrich Hiesinger wolle nun einen neuen Anlauf nehmen, berichtet das Blatt. Ohne den Rückhalt aus der Politik könnte TKMS langfristig weder Schiffe noch U-Boote verkaufen. Das Sprecher des Unternehmens sagte, man kommentiere keine Marktspekulationen.

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