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ThyssenKrupp Nach deutlicher Gewinnsteigerung auf Erholungskurs

ThyssenKrupp arbeitet sich weiter aus der tiefsten Krise der Konzerngeschichte. Während das Sparprogramm Erfolge zeigt, bleibt das Stahlwerk in Brasilien das Sorgenkind des Konzerns.

Deutliche Gewinnsteigerung bei ThyssenKrupp. Quelle: REUTERS

Der Industriekonzern ThyssenKrupp erntet die Früchte seines Sparprogramms und setzt trotz eines harten Preisdrucks auf dem Stahlmarkt seinen Erholungskurs fort. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2014/2015 (30.9.) konnte das Unternehmen seinen Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kräftig um 227 Millionen Euro auf 285 Millionen Euro steigern, wie das Unternehmen am Donnerstag in Essen mitteilte.

Dabei profitierte der Konzern vor allem von Einsparungen in der europäischen Stahlsparte und glänzenden Geschäften der Aufzugsparte. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf 32,2 Milliarden Euro zu. Zur Jahresmitte drückte den Konzern noch eine Schuldenlast von knapp 4,4 Milliarden Euro. „Die weitere Ergebnisverbesserung belegt die Fortschritte bei der Umsetzung der Maßnahmen zur Effizienz-Verbesserung“, sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger laut Mitteilung.

Schaufelräder, Zementwerke und U-Boote
Künftig soll das reine Stahlgeschäft wie etwa die Produktion von veredelten Blechen für die Automobilindustrie nur noch 30 Prozent des Konzern-Geschäfts ausmachen. Dennoch bleiben Blechrollen wie diese ein Kernprodukt. Quelle: PR
Rolltreppen und Fahrsteige – etwa in Flughafen-Terminals – gehören ebenfalls zum ThyssenKrupp-Produktspektrum. Dieses Foto ist in einem Essener Einkaufszentrum aufgenommen worden. Quelle: PR
Allen Negativ-Schlagzeilen zum Konzern trotzt das Aufzuggeschäft von ThyssenKrupp. Vor allem starke Absatzzuwächse in Asien erfreuen das Unternehmen. Das Bild zeigt ein System mit zwei Kabinen in einem Aufzugschacht beim Einbau in der Essener Konzernzentrale Anfang 2010. Quelle: PR
Für die Automobilindustrie bietet ThyssenKrupp auch den Aufbau von Anlagen, die etwa automatisch Fahrwerke oder andere Komponenten einbauen. Quelle: PR
ThyssenKrupp setzt vermehrt auf Planung und Bau ganzer Chemie- und Industrieanlagen. Im Bild ein Zementklinkerwerk im Senegal. Quelle: PR
Dieses Schaufelradladgeärt steht im Hafen von Rotterdam und wird zur Verladung von Eisenerz eingesetzt. Geliefert wurde es von der ThyssenKrupp-Sparte „Plant Technology“. Quelle: PR
Großwälzlager von ThyssenKrupp kommen etwa in Kränen zum Einsatz, die schwere Lasten bewegen. Quelle: PR

Für das Ende September auslaufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem operativen Gewinn zwischen 1,6 und 1,7 Milliarden Euro, im vergangenen Geschäftsjahr lag das bereinigte Ebit bei 1,3 Milliarden Euro. Auch beim Überschuss will Thyssen Krupp weiter zulegen. Mit Ausnahme des Stahlgeschäfts in Amerika rechne das Unternehmen dabei in allen Geschäftsbereichen mit deutlich positiven Ergebnissen, hieß es.

Sorgenkind bleibt das brasilianische Stahlwerk, das auch in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wieder einen Verlust schrieb. Dazu trugen auch Produktionsausfälle bei, weil wegen der Wasserknappheit in Brasilien die Stahlanlagen nicht ausreichend gekühlt werden können. Zusammen mit dem Bau eines mittlerweile verkauften Werks in den USA hatte die Anlage den Konzern in eine tiefe Krise gestürzt und zu Milliardenverlusten geführt.

Das europäische Stahlgeschäft konnte dagegen deutlich schwarze Zahlen schreiben. Zu verdanken hat der Konzern das vor allem den eigenen Sparanstrengungen. Die ThyssenKrupp-Stahlkocher in Duisburg haben im vergangenen Jahr ihre Wochenarbeitszeit reduziert und verzichten seitdem auf Lohn.

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