ThyssenKrupp Vale will defizitäres Stahlwerk in Brasilien übernehmen

Exklusiv

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale ist bereit, die hochdefizitäre Stahlschmelze von ThyssenKrupp in Brasilien zu übernehmen.

Stahlwerk von ThyssenKrupp an der Sepetiba-Bucht bei Rio de Janeiro Quelle: dpa

Wie die WirtschaftsWoche in ihrer neuesten Ausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise meldet, kamen dazu in der vergangenen Wochen Vale-Chef Murilo Ferreira und Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff zusammen, um sich über die Verhandlungsposition gegenüber dem verkaufswilligen deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp zu einigen.

Vale hält bereits 27 Prozent an dem unwirtschaftlichen deutschen Stahlwerk an der Sepetiba-Bucht unweit von Rio de Janeiro.

Für das ebenfalls unrentable neue Stahlwerk von ThyssenKrupp in Alabama (USA) interessiert sich der asiatische Stahlkocher Posco. Beide Stahlwerke in Übersee, mit deren Bau ThyssenKrupp im Jahr 2007 auf dem Gipfel der weltweiten Stahlkonjunktur begann, zogen den Revierkonzern im vergangenen Geschäftsjahr tief in die Verlustzone.

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Eichler: Zukunft von ThyssenKrupp nicht einzuschätzen

Der IG-Metall-Vorstand und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von ThyssenKrupp, Bertin Eichler, hat sich erstmals öffentlich zur Sanierung des angeschlagenen Stahl- und Technologiekonzerns geäußert. „Wie die Zukunft aussehen wird, kann man nicht einschätzen“, sagte Eichler der WirtschaftsWoche mit Blick auf die hohen Verluste des Unternehmens im Stahlbereich. „Die IG-Metall wird alles dafür tun, dass die Stahlmitarbeiter von ThyssenKrupp in Duisburg nicht für Fehlinvestitionen des Konzerns in Übersee zahlen.“

Oberste Priorität sei für die IG Metall „die Zukunftssicherung der Arbeitsplätze und des Flachstahls in Deutschland.“ Es fehle in allen Bereichen des Konzerns das Geld für Neuinvestitionen, sagte Eichler. Die Milliarden-Verluste des Ruhrkonzerns durch zwei neue Stahlwerke in Brasilien und in den USA sind seit Monaten Grund für Gerüchte, das Unternehmen könnte langfristig den Stahlbereich abspalten und mit den verbleibenden Bereichen wie dem Aufzugsbau eine Allianz mit Siemens suchen.


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