ThyssenKrupp Weitere Vergleiche wegen Schienenkartell

ThyssenKrupp räumt mit weiteren Sünden der Vergangenheit auf. Im Fall des Schienenkartells hat sich der Konzern nach eigenen Angaben nun mit weiteren Geschädigten der illegalen Preisabsprachen geeinigt.

Schaufelräder, Zementwerke und U-Boote
Künftig soll das reine Stahlgeschäft wie etwa die Produktion von veredelten Blechen für die Automobilindustrie nur noch 30 Prozent des Konzern-Geschäfts ausmachen. Dennoch bleiben Blechrollen wie diese ein Kernprodukt. Quelle: PR
Rolltreppen und Fahrsteige – etwa in Flughafen-Terminals – gehören ebenfalls zum ThyssenKrupp-Produktspektrum. Dieses Foto ist in einem Essener Einkaufszentrum aufgenommen worden. Quelle: PR
Allen Negativ-Schlagzeilen zum Konzern trotzt das Aufzuggeschäft von ThyssenKrupp. Vor allem starke Absatzzuwächse in Asien erfreuen das Unternehmen. Das Bild zeigt ein System mit zwei Kabinen in einem Aufzugschacht beim Einbau in der Essener Konzernzentrale Anfang 2010. Quelle: PR
Für die Automobilindustrie bietet ThyssenKrupp auch den Aufbau von Anlagen, die etwa automatisch Fahrwerke oder andere Komponenten einbauen. Quelle: PR
ThyssenKrupp setzt vermehrt auf Planung und Bau ganzer Chemie- und Industrieanlagen. Im Bild ein Zementklinkerwerk im Senegal. Quelle: PR
Dieses Schaufelradladgeärt steht im Hafen von Rotterdam und wird zur Verladung von Eisenerz eingesetzt. Geliefert wurde es von der ThyssenKrupp-Sparte „Plant Technology“. Quelle: PR
Großwälzlager von ThyssenKrupp kommen etwa in Kränen zum Einsatz, die schwere Lasten bewegen. Quelle: PR
Das umstrittene US-Werk, das ThyssenKrupp inzwischen verkauft hat, stellt aus sogenanntem Warmband feines Blech, etwa für die Autoindustrie her. Quelle: PR
Der Handelsschiffbau – hier in Kiel bei HDW – gehört nicht mehr zum Thyssen-Krupp-Konzern. Im Jahr 2009 war der Abschied von der Sparte verkündet worden – jetzt baut ThyssenKrupp nur noch Marine-Schiffe. Quelle: PR
Die U-Boot-Werft der schwedischen Tochter Kockums hat der Essener Mischkonzern inzwischen an den Rüstungskonzern Saab verkauft. Weiter betriebt der Konzern die Tochter ThyssenKrupp Marine Systems GmbH (TKMS), die Marineschiffe baut. Quelle: PR
Ein Blick in die Historie: Das Bild zeigt den Bau eines Magnetschwebezugs Typ „Transrapid“ im Jahr 2002 im Kasseler Werk des Konzerns. Das einstige Vorzeigeprojekt ist nur einmal kommerziell zum Einsatz gekommen – bei der Verbindung des Flughafens von Shanghai mit der Stadt. Quelle: PR
Die „Dicke Bertha“ wurde von Krupp entwickelt – hier ein Modell. Die Kanone kam im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz. Quelle: PR
Die Darstellung aus dem Firmenarchiv zeigte eine hydraulische 5000-Tonnen-Schmiedepresse in der Krupp-Fabrik in Essen. Quelle: PR
Wenn der sprichwörtliche „Dampfhammer“ kreist, geht es heiß her. Dieser tatsächliche Dampfhammer „Fritz“ galt in den 1860er-Jahren als technologischer Durchbruch. Die von Alfred Krupp entwickelte Maschine wurde zum Schmieden großer Gussstahlteile benutzt und blieb 50 Jahre im Dienst. Quelle: PR

"Wir sind nach dem Vergleich mit der Deutschen Bahn mit weiteren Betroffenen im Gespräch und haben auch erste Vergleiche getroffen", sagte Vorstandsmitglied Donatus Kaufmann am Dienstag vor Journalisten in Essen. Namen und Inhalte der Vereinbarungen nannte er nicht.

ThyssenKrupp und weitere Schienenhersteller, darunter die österreichische Voestalpine, hatten über viele Jahre illegale Preisabsprachen getroffen. ThyssenKrupp hatte der Deutschen Bahn 2013 nach Information der Nachrichtenagentur Reuters bereits deutlich über 100 Millionen Euro Entschädigung gezahlt. Eine Einigung mit diversen Privatbahnen steht noch aus.

Welche Kennzahlen ThyssenKrupp-Chef Hiesinger verbessern will

"Die Aufarbeitung dieser Fälle - auch die gerichtliche - wird uns noch jahrelang beschäftigen", sagte Kaufmann, der im Vorstand ein Ressort für gute Unternehmensführung leitet. Zu einzelnen Vergleichsverfahren wolle sich ThyssenKrupp nicht äußern. "Wir machen auch keine Angaben zum Inhalt der Vergleiche. Wir haben aber soweit möglich Rückstellungen dafür gebildet."

Ex-ThyssenKrupp-Manager am Montag vor Gericht

ThyssenKrupp kam die Teilnahme an dem Kartell teuer zu stehen. Der Konzern musste Bußgelder in Höhe von 191 Millionen Euro zahlen. Hinzu kam ein großer Imageschaden, zumal der Konzern bereits zuvor an Kartellabsprachen, darunter von Aufzugsherstellern, beteiligt war.

Der seit 2011 amtierende Vorstandschef Heinrich Hiesinger hat jeglichen Korruptionsversuchen im Unternehmen den Kampf angesagt. "Wir wollen nur saubere Geschäfte machen, bei denen Erfolge ehrlich erzielt werden", betonte auch Kaufmann.

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Ab Montag kommender Woche müssen sich vor dem Landgericht Bochum weitere sieben Angeklagte wegen der Teilnahme an dem Schienenkartell verantworten. Darunter sind auch vier frühere Geschäftsführer und Manager von ThyssenKrupp. Der Konzern tritt in dem Strafverfahren als Nebenkläger auf. Er will zudem in Zivilverfahren millionenschweren Schadenersatz von den Verantwortlichen einklagen.

Anfang des Jahres hatte ThyssenKrupp allerdings bei einer 191 Millionen Euro schweren Schadenersatzklage gegen einen Bereichsvorstand vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf einen Rückschlag erlitten. Der Prozess in Bochum dauert mindestens bis Ende Oktober. Im Mai war ein erstes Verfahren gegen Manager von Voestalpine gegen die Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden.

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