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Tipps gegen Plastikmüll So kann die Plastikflut gestoppt werden

Quelle: dpa

Plastikmüll aus Deutschland sammelt sich auf illegalen Müllkippen in Malaysia, vergiftet Umwelt und Menschen. Und doch produzieren deutsche Unternehmen und Haushalte fleißig mehr und mehr Abfälle. Was Verbraucher tun können, um die Berge von Plastikmüll zum Schrumpfen zu bringen.

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Am Straßenrand qualmt noch ein Müllhügel. Irgendjemand hat die angekokelten Plastikreste mit Erde zu dem Haufen zusammengekehrt. Ein einsamer Gabelstapler tuckert über die Straße. Pulau Indah wird dieser Ort genannt, übersetzt heißt das „schöne Insel“.
Von der Schönheit ist allerdings nicht mehr viel geblieben. Der größte Teil des Gewerbegebietes wirkt verlassen. Bis auf den Müll, natürlich. Der stapelt sich überall – auf den Wegen, in Hinterhöfen und Gewerbehallen. In einer Nebenstraße hat jemand achtlos Säcke voller Shampoo- und Spülmittelflaschen abgeladen. Die Etiketten sind auf Französisch und Englisch.

Einige Meter weiter, in einem Hinterhof mit schmutzig-feuchten weißen Wänden, häufen sich Etiketten aus Deutschland. Zwiebelnetze von Edeka liegen neben Obstnetzen von Walter Pott, deren Etikett verweist noch auf die Adresse in Leverkusen. Wurstverpackungen von Aldi lagern hier, die Folien der Marke Wolf – „Familienmetzgerei seit 1925“ – liegen schon halb im Dreck. Ein ganzer Fundus von deutschen Markenprodukten, mehr als 9700 Kilometer entfernt auf einer illegalen Müllkippe in Malaysia.

Was ist geworden aus dem Recyclingmeister Deutschland? Deponien – wie die in Malaysia – sind hierzulande längst verboten. Seit den 90er Jahren bereits Trennen und Sammeln die Deutschen ihren Müll. Und glauben daran, dass daraus mehr entstehen kann.

Das Problem ist nur: Deutschland ist auch meisterlich darin, Plastikmüll zu produzieren. Trotz strengeren Gesetzen und gestiegenem Umweltbewusstsein hat sich die Menge der in Deutschland gesammelten Kunststoffabfälle in den vergangenen zwanzig Jahren noch verdoppelt. Über 5,2 Millionen Tonnen Plastikmüll häuften deutsche Haushalte und Gewerbe im Jahr 2017 an.

Dabei ist die Vermeidung von Müll das oberste politische Ziel. Die Entsorger kommen kaum damit hinterher, diesen Müll wegzuschaffen. Und längst nicht alles davon kann tatsächlich recycelt werden – oder nicht mit Gewinn. Auch deshalb verbrennen deutsche Unternehmen noch heute einen Großteil ihres Mülls. Oder senden ihn nach Asien.

Kampf gegen die Müllmafia

Die EU greift nun zu härteren Mitteln im Kampf gegen den Plastikmüll: Sie will Einwegprodukte wie Strohhalme und Besteck aus Plastik verbieten. Für Hausmüll gelten seit Jahresanfang strengere Recyclingquoten.

Doch reicht das für die Trendwende? Verbraucherschützer und Wissenschaftler bezweifeln das. Wollen wir die Plastikberge zum Schrumpfen bringen, brauchen wir viel strengere Regeln – und die Hilfe von jedem Einzelnen. Sieben Maßnahmen, mit denen Verbrauchern die Plastikflut stoppen können.

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