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Tönnies-Prozess Vor Gericht steht es weiter Aussage gegen Aussage

Bei Deutschlands größtem Fleischproduzenten Tönnies stehen sich Konzernchef Clemens Tönnies und sein Robert Tönnies weiter unversöhnlich gegenüber. Vor Gericht widersprechen sich Aussagen zu einem zentralen Streitpunkt.

Der Unternehmer Clemens Tönnies (l) schaut am 30.05.2014 vor der Urteilsverkündung im Prozess um das doppelte Stimmrecht im Fleischkonzern zu seinem lächelnden Neffen Robert Tönnies (r). Quelle: dpa

Im seit Jahren geführten Streit um die Macht in Deutschlands größtem Fleischbetrieb steht weiterhin Aussage gegen Aussage. Das Landgericht Bielefeld vernahm am Montag in einem der zentralen Streitpunkte mehrere Zeugen. Dabei ging es um das umstrittene Wettbewerbsverbot für Konzernchef Clemens Tönnies.

Der hatte ab 1998 auf eigene Rechnung den Würstchenproduzenten „Böklunder“ unter dem Dach der „Zur Mühlen Gruppe“ übernommen. Sein Neffe und Mitgesellschafter Robert Tönnies - beide halten heute 50 Prozent am Konzern - wirft seinem Onkel deshalb den Aufbau eines Schattenreiches vor. Er fühlt sich hintergangen und fordert von Clemens Tönnies einen einst geschenkten 5-Prozent-Anteil am Tönnies-Konzern zurück.

Umstritten ist, ob bei einem Notartermin an Heiligabend 2002 das Wettbewerbsverbot für den Onkel gestrichen wurde. So schilderte es im Zeugenstand Notar Horst Dieter Swienty. Roberts Bruder, der wie sein Onkel Clemens heißt, bestritt diese Darstellung. Ihm und seinem Bruder seien die Folgen der Urkundenänderungen anders erklärt worden.

So essen die Deutschen am liebsten
FleischDie Deutschen lieben Fleisch. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Bundesagrarministers Christian Schmidt (CSU) kommen bei vier von fünf Deutschen (83 Prozent) Fleisch und Wurst mehrmals in der Woche auf den Tisch. Quelle: AP
GeschlechtsunterschiedeBesonders Männer und Bürger aus den neuen Bundesländern bestehen auf ihr tägliches Schinkenbrötchen und ihr Schnitzel. Insgesamt ernähren sich Frauen gesünder als Männer. Schmidt sprach insgesamt von einem „eigentlich ziemlich guten Befund“. Gemeinsam mit Forsa-Chef Manfred Güllner bescheinigte der Minister den Deutschen bei ihrem Ess- und Konsumverhalten die Note 2 bis 3. Das Klassenziel sei erreicht, einige Werte müssten aber noch verbessert werden. Quelle: Fotolia
PastaLaut dem Ernährungsreport 2016 ist das Lieblingsgericht der Deutschen aber nicht Wurst oder Steak, sondern Pasta. Die dann vermutlich mit Hackfleischsauce. 35 Prozent nennen Spaghetti, Spätzle & Co als Lieblingsgericht. Quelle: AP
LieblingsessenWeitere Lieblingsgerichte nach Nudeln sind Gemüse- und Kartoffelgerichte (18 Prozent) sowie Fischgerichte (16). Salat bezeichneten 15 Prozent als ihre Leibspeise, das Schnitzel nannten nur elf Prozent. Quelle: dpa
Vegetarier und VeganerNur drei Prozent der Deutschen verzichten ganz auf Fleisch und Wurst. Nur sechs Prozent der Frauen und lediglich ein Prozent der Männer geben an, nie Fleisch oder Wurst zu essen, wie aus von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) vorgelegten „Ernährungsreport 2016“ hervorgeht. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Bio-LebensmittelIm Trend liegen eine artgerechte Tierhaltung sowie Regionales: Fast alle Befragten wären bereit, für Fleisch aus tiergerechter Haltung mehr zu zahlen. 86 Prozent der Verbraucher sind für ein besseres Einkommen der Landwirte. Etwas mehr als drei Viertel legen zudem Wert darauf, dass die Lebensmittel aus der Region kommen. Quelle: dpa
EinkaufenTrotz steigenden Angebots nutzt laut der Umfrage bisher kaum jemand (durchschnittlich weniger als 1 Prozent) die Möglichkeit, Lebensmittel im Internet zu bestellen und sich diese nach Hause liefern zu lassen. Aber jeder Fünfte nutzt das Smartphone und „googelt“ beim Einkauf. Trotzdem fühle sich aber auch fast ein Viertel der Befragten (24 Prozent) weniger gut bis schlecht informiert über die Lebensmittel, die sie kaufen. Quelle: dpa

Sie seien davon ausgegangen, dass sich das Wettbewerbsverbot auf Geschäftsführerposten innerhalb des Konzern bei Schwester-Firmen bezogen hätten. „Das hätte ja auch keinen Sinn gemacht“, sagte Clemens Tönnies (41).

Licht ins Dunkel hätte noch Josef Schnusenberg bringen können. Der ehemalige Steuerberater des Tönnies-Konzerns war ebenfalls als Zeuge geladen. Er meldete sich kurzfristig krank und erschien nicht vor Gericht. Schnusenberg war nicht nur Steuerberater, sondern auch Testamentsvollstrecker für den 1994 verstorbenen Firmengründer Bernd Tönnies. Er vertrat viele Jahre die Interessen der beiden Söhne und Erben Clemens und Robert.

Vor Gericht streiten sich Clemens Tönnies (60) und Robert (38) seit rund fünf Jahren um die Macht. Im Hauptverfahren geht es seit November 2014 um den Widerruf einer 5-Prozent-Schenkung. Sollte das Landgericht Bielefeld Roberts Argumentation folgen, würde das Machtverhältnisse zu seinen Gunsten kippen. Mit 55 Prozent würde er die Mehrheit an dem Konzern mit 5,6 Milliarden Euro Umsatz (2015) halten.

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