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Traditionsreiche Automarke Borgward kehrt mit Online-Vertrieb und einer Werkstatt-Allianz zurück auf den deutschen Markt

Borgward kehrt zurück auf den deutschen Markt. Per Onlinevertrieb bietet der mittlerweile in China beheimatete Autobauer Kunden ein SUV-Modell an.

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Der Luxus-SUV der einstigen Bremer Automarke auf der Beijing Motor Show 2016. Das in China gefertigte Fahrzeug mit dem traditionsreichen Namen ist nun auch in Deutschland Online bestellbar. Quelle: dpa

Stuttgart Mit Online-Vertrieb und einer Allianz mit der Werkstattkette A.T.U versucht der Autobauer Borgward nun auch auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Als erstes Fahrzeug werde ab sofort eine limitierte Edition des SUV BX7 zu haben sein, kündigte das Unternehmen am Montag an seinem Sitz in Stuttgart an.

Vertrieb und Service will Borgward strikt trennen. Bestellt wird in erster Linie im Internet, ein Netz eigener Autohäuser und Werkstätten gibt es nicht – den Service übernimmt A.T.U in seinen Niederlassungen.

Borgward hatte Bremen in den Jahren 1949 bis 1961 zu Deutschlands nördlichster Autometropole gemacht. Anfang der 1950er Jahre hatte das Unternehmen mit seinen Tochtermarken nach VW und Opel den dritten Platz der deutschen Zulassungscharts inne. Anfang der 1960er Jahre ging der Konzern allerdings pleite. Firmengründer Carl F. W. Borgward hatte sich vor allem mit der Produktpalette überhoben – die Zahl der angebotenen Modelle überstieg die Möglichkeiten des Unternehmens deutlich.

Christian Borgward, Enkel des Firmengründers und heute Aufsichtsratschef, belebte die Marke 2015 wieder. Sie gehört zum Lastwagenhersteller Foton aus China, wo die Fahrzeuge auch schon seit einiger Zeit auf dem Markt sind. Ursprünglich hatte der chinesische Konzern angekündigt, ab 2018 in Bremen eine Fertigung für bis zu jährlich 50.000 Elektro- und Plug-In-Hybrid-Modelle, sowie eine Teststrecke und eine Auslieferungs-Station aufbauen zu wollen.

Das Modell SUV BX7 sollte den ursprünglichen Plänen nach dann in Bremen aus vorgefertigten Komponenten aus China montiert werden, ebenso das Kompakt-SUV BX5. Bis heute wurden die Pläne nicht realisiert, der angebliche Baubeginn schließlich auf 2019 verschoben.

Ende 2017 berichtete die Bremer Tageszeitung „Weser-Kurier“ dann unter Bezug auf chinesische Medien, der Borgward-Eigner Foton sei in finanzielle Schieflage geraten. Die Chinesen würden angeblich sogar bereits nach einem Käufer für die deutsche Marke suchen.

Bei Oldtimer-Fans sind Borgward-Wagen noch heute hoch geschätzt. Um die Pleite von 1961 ranken sich zahlreiche Mythen und Dolchstoß-Legenden.

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